Februar 2026, Aus der Praxis
Moderate Kosten und mehr als ein Jahrzehnt starker Aktienmärkte haben passive Large-Cap-Strategien zu einem Standardbaustein im Core gemacht.
Die breite Marktpartizipation über passive Lösungen hat jedoch ihren Preis: Sie verzichtet auf die Möglichkeit einer systematischen Überrendite gegenüber der Benchmark.
Die entscheidende Frage lautet daher:
Wie lässt sich der Core effizienter strukturieren, ohne Risiko- und Kostenbudgets zu sprengen?
Eine durchdacht konzipierte Active-Core-Strategie ermöglicht es, Kapital im Core produktiver einzusetzen und zusätzliches risikoadjustiertes Alpha zu erschließen.
Der Core-Satellite-Ansatz ist in der Aktienallokation fest etabliert. Er dient dazu, Kostenkontrolle und Risikosteuerung mit langfristigen Renditezielen in Einklang zu bringen.
Typischerweise besteht der Core aus kosteneffizienten, benchmarknahen Strategien. Als größter Portfoliobaustein soll er Gebührenbelastung minimieren und größere Benchmarkabweichungen vermeiden. Satellitenstrategien gehen dagegen bewusst höhere aktive Risiken ein, um zusätzliche Outperformance zu erzielen.
Nur zu Illustrationszwecken.
Mit dem zunehmenden Volumen im Core steigt jedoch auch die Bedeutung, dieses Kapital optimal zu nutzen. Selbst eine moderate Überrendite im Core kann über lange Zeiträume erhebliche Auswirkungen haben.
Unsere Analysen zeigen:
25 Basispunkte zusätzliche Rendite pro Jahr über 40 Jahre können rechnerisch rund zwei zusätzliche Jahre Ruhestandseinkommen ermöglichen. Bei 50 Basispunkten steigt dieser Effekt auf etwa fünf Jahre.
Entscheidend ist die Kontinuität. Auf einer großen Kapitalbasis entfaltet selbst ein moderates, aber stetiges Alpha einen erheblichen Zinseszinseffekt.
Investoren, die ihren Core weiterentwickeln möchten, können auf ein wachsendes Spektrum an Active-Core-Strategien zurückgreifen. Diese kombinieren zentrale Vorteile aktiver und passiver Ansätze:
1. Strukturiertes Alpha-Potenzial
Ein klar definierter und wiederholbarer Investmentprozess basiert auf belastbaren Wettbewerbsvorteilen („Edge“) und zielt darauf ab, in unterschiedlichen Marktphasen Mehrerträge zu generieren.
2. Kontrolliertes aktives Risiko
Ein angestrebter Tracking Error von 50–100 Basispunkten sorgt für hohe Benchmark-Nähe und begrenzt Faktor- oder Themenkonzentrationen. Gleichzeitig wird das Risiko signifikanter Underperformance reduziert.
3. Wettbewerbsfähige Kostenstruktur
Moderate Fees unterstützen die Netto-Performance und machen Alpha im Core wirtschaftlich sinnvoll.
Die zentrale Frage für Investoren lautet daher:
Ist der Investmentansatz in der Lage, dauerhaft Benchmark-plus-Renditen zu erzielen, ohne dabei spürbar mehr aktives Risiko einzugehen?
Kapitalmärkte sind dynamisch, doch wiederkehrende Verhaltensmuster führen regelmäßig zu Ineffizienzen.
Kurzfristiger Fokus: Märkte reagieren häufig übermäßig auf kurzfristige Entwicklungen und unterschätzen strukturelle Werttreiber.
Inside vs. Outside View: Unternehmensspezifische Einschätzungen und historische Vergleichsdaten werden nicht immer ausgewogen berücksichtigt.
Ein Investmentansatz, der fundamentale Analyse und quantitative Modelle systematisch kombiniert, kann diese Ineffizienzen konsequent nutzen.
Erfahrene Analysten mit tiefem Verständnis für Geschäftsmodelle und Wachstumstreiber können insbesondere in Phasen hoher Unsicherheit oder starker Sektor-Divergenzen Mehrwert schaffen.
Die systematische Auswertung historischer Markt- und Unternehmensdaten – etwa zu Wachstumskonstanz, Qualität, Kapitalallokation, Momentum und Bewertung – bringt empirische Disziplin und Konsistenz in den Prozess.
Erst das Zusammenspiel beider Perspektiven schafft Robustheit.
Die Performance basiert damit nicht auf einer einzelnen Philosophie, sondern auf zwei voneinander unabhängigen Alpha-Treibern.
Low-Tracking-Error-Strategien verfolgen das Ziel, ein benchmarknahes Risikoprofil zu wahren und gleichzeitig über breite, diversifizierte Titelselektion Mehrerträge zu erzielen.
Statt großer Einzelwetten werden moderate Über- und Untergewichtungen über ein breites Anlageuniversum verteilt. Die Positionsgrößen orientieren sich am Überzeugungsgrad und werden strikt risikokontrolliert.
Besonders hohe Überzeugung entsteht dort, wo fundamentale Einschätzung und quantitatives Signal übereinstimmen:
Übergewichtung: Wenn beide Ansätze ein attraktives Risiko-Rendite-Profil anzeigen.
Untergewichtung: Wenn beide Ansätze Schwächen identifizieren.
Wo lediglich ein quantitatives Signal vorliegt, sollte die Schwelle für aktive Positionsgrößen entsprechend höher sein.
Neben der Steuerung einzelner Positionen ist die Kontrolle unbeabsichtigter Risikoexposures entscheidend – etwa gegenüber Zinsentwicklungen, Makrotrends oder stark nachgefragten Themenclustern.
Die Balance zwischen gezielter Alpha-Generierung und diszipliniertem Risikomanagement erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit.
Eine Strategie, die konsistent Mehrerträge generieren kann, ohne den Tracking Error deutlich auszuweiten, kann im Core strukturelle Vorteile schaffen.
Entscheidend sind Teamqualität, Research-Tiefe und die Fähigkeit, fundamentale und quantitative Expertise effektiv zu integrieren.
Ein globaler Asset Manager mit ausgewiesener Kompetenz in beiden Bereichen ist besonders gut positioniert, Core-Strategien zu entwickeln, die den Anforderungen institutioneller Investoren an Renditepotenzial, Risikokontrolle und Kosteneffizienz gerecht werden.
Das ist Smart Alpha im Core.
Jan. 2026
Aus der Praxis
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Nov. 2025
Am Horizont
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Quantitative Modelle: Die Nutzung quantitativer Modelle und spezifischer Kennzahlen bei der Portfoliokonstruktion kann dazu führen, dass Unternehmen falsch ausgewählt oder Gewichtungen unangemessen festgelegt werden.
Fundamentaler Ansatz: Es besteht das Risiko, dass ein aktiver Manager Fehlentscheidungen in Bezug auf einzelne Wertpapiere oder Sektoren trifft.
Aktives Management kann höhere Kosten verursachen als passive Ansätze und hinter dem breiten Markt oder vergleichbaren passiven Strategien zurückbleiben.
Passive Strategien können hinter aktiv gemanagten Strategien zurückbleiben, da Umschichtungen nicht auf veränderte Marktbedingungen oder Einschätzungen einzelner Titel erfolgen.
Diversifikation kann weder Gewinne garantieren noch vor Verlusten in fallenden Märkten schützen.
Es besteht keine Gewähr, dass ein Anlageziel erreicht wird.
Tracking Error: Maß für die Abweichung der Wertentwicklung eines Investments von seiner Benchmark.
Alpha: Mehrrendite eines Investments gegenüber seiner Benchmark. Ein positives Alpha steht für eine Outperformance.
Aktives Risiko: Relatives Risiko, das durch Abweichungen von der Benchmark zur Erzielung höherer Renditen eingegangen wird.
Faktoren / Faktoransatz: Investmentansatz, der auf quantifizierbare Unternehmensmerkmale („Faktoren“) abzielt, die Renditeunterschiede zwischen Aktien erklären können. In den vergangenen 50 Jahren hat die akademische Forschung Hunderte von Faktoren identifiziert, die Aktienrenditen beeinflussen.
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