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Mai 2022 / INVESTMENT INSIGHTS

Steuerung des Wachstumsportfolios durch ein herausforderndes Umfeld

Angesichts steigender Zinsen sind wir relativ defensiv positioniert.

Auf den Punkt gebracht

  • Large-Cap-Wachstumsaktien standen wegen der steigenden Zins- und Inflationssorgen nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine zuletzt unter erheblichem Druck.
  • In den letzten Jahren haben wir einige der am höchsten bewerteten Aktien verpasst. Grund dafür war unsere Preisdisziplin, die uns zuletzt jedoch zugutekam.
  • Wir bleiben relativ defensiv positioniert, da sich die Bewertungen von Wachstumsaktien unseres Erachtens wieder zunehmend ihrem längerfristigen Durchschnitt nähern sollten.

Während die Kurssteigerungen der letzten Jahre bei Large-Cap-Wachstumsaktien teilweise auf Innovationen und Gewinnwachstum zurückzuführen waren, wurden die Bewertungen doch vor allem durch die extrem lockere Geldpolitik der US-Notenbank und durch die gute Anlegerstimmung auf extreme Höhen getrieben. In einem Umfeld mit steigenden Zinsen und Inflationsraten nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine erlebten viele Wachstumsaktien im bisherigen Jahresverlauf 2022 eine Marktkorrektur.

Viele Führungskräfte berichten, dass sie die Preise weiter anheben wollen ...

T. Rowe Price investiert bereits seit 1950 in Wachstumsaktien, mit einem in Large-Cap-Wachstumsaktien investierten Gesamtvermögen von mehr als 343 Mrd. US-Dollar (Stand: 31. März 2022).1 Ergänzt werden unsere Investments in Large-Cap-Wachstumsunternehmen durch beachtliche Ressourcen im Research und Portfoliomanagement für Small- und Mid-Caps der USA und weltweit. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Unternehmen, die den Wandel aktiv mitgestalten, auf lange Sicht am die besten Wachstumspotenziale bieten.

Taymour Tamaddon verfügt seit 2003 über Anlageerfahrung und ist seit 2004 bei T. Rowe Price. Zuvor war Taymour bei Amazon.com in den Bereichen Finanzen und Merchandising sowie bei Booz Allen Hamilton als Berater tätig. Taymour Tamaddon besitzt einen B. Sc. cum laude in angewandter Physik der Cornell University und einen MBA der Tuck School of Business am Dartmouth College, die er als Edward Tuck Scholar mit Auszeichnung abschloss.

In diesem Interview (Q&A) erörtert Taymour das aktuelle Umfeld für Large-Cap-Wachstumsaktien, seinen Ausblick für die Assetklasse und wie er sein Portfolio entsprechend positioniert.

Wie würden Sie das aktuelle Umfeld für Wachstumswerte beschreiben?

Die letzten fünf Jahre waren in vielerlei Hinsicht beispiellos. In diesem Zeitraum haben Large-Cap-Wachstumsaktien die höchsten Renditen seit Ende der 1990er Jahre erzielt. Zudem ist die Konzentration im Russell 1000 Growth-Index erheblich gestiegen: Auf dem Höhepunkt im letzten August machten die fünf größten Aktien nach Marktkapitalisierung fast 40 % des Index aus. Zugleich wurde der Anstieg des Index vor allem durch die steigenden Bewertungen verursacht – weniger durch die Gewinne und Cashflows der Unternehmen. Kurz gesagt erleben wir gerade tatsächlich eine höchst ungewöhnliche Phase, in der steigende Bewertungskennzahlen dazu geführt haben, dass die hohen Renditen in einem hoch konzentrierten Index den Markt dominierten.

Wie hat sich dieses Umfeld auf Ihre Anlagestrategie ausgewirkt?

Wir konzentrieren uns darauf, das künftige Wachstum der Unternehmen zu prognostizieren und herauszufinden, wie nachhaltig dieses Wachstum sein wird. Daher verbringen wir relativ wenig Zeit damit, darüber nachzudenken, wie sich die Bewertungskennzahlen entwickeln könnten. Grund dafür ist unsere Überzeugung, dass der größte dauerhafte Vorteil, den Sie als Anleger haben können, darin liegt, das potenzielle Gewinn- und Cashflow-Wachstum der Unternehmen so genau wie möglich zu analysieren. 

Im Rahmen unseres Anlageverfahrens legen wir Drei-Jahres-Kursziele für eine Aktie fest. So wollen wir verhindern, dass wir eine Position entweder viel zu früh oder viel zu spät verkaufen. Viele Large-Cap-Wachstumsaktien haben in den letzten Jahren unsere Kursziele deutlich überschritten, weshalb wir sie verkauft haben. Dadurch haben wir sicherlich einige spektakuläre Kursgewinne verpasst. Doch im ersten Quartal hat sich unsere Preisdisziplin ausgezahlt.

Wie hat sich die Coronapandemie auf die relative Performance des Portfolios ausgewirkt?

Viele der unmittelbaren Auswirkungen der Pandemie auf die Aktien in unserem Anlageuniversum haben wir richtig vorhergesehen – zum Beispiel den Aufschwung im Online-Autohandel. Wie sich jedoch herausstellte, hatten die indirekten Folgen der Pandemie, vor allem die massiven geld- und haushaltspolitisch Entlastungspakete, einen viel größeren Einfluss auf die Finanzmärkte. So spielten bei der beachtlichen Rally der wichtigsten Wachstumsaktien, deren Bewertungskennzahlen weit über unsere Kursziele hinausschossen, die extrem niedrigen Zinsen eine zentrale Rolle.

Wie schätzen Sie die bedeutenden Wachstumsmärkte für Elektrofahrzeuge (EVs) und Finanztechnologie (Fintech) ein?

Die Begeisterung für EVs ist groß, weshalb die Bewertungen in einigen Fällen überzogen sind. Nach wie vor glauben wir, dass die Branche für Investoren vielfältige Chancen bietet. Allerdings sehen wir die spannendsten Potenziale eher jenseits der Unternehmen in der „ersten Reihe“ wie etwa Tesla. Wir finden vor allem in den EV-Lieferketten vielversprechende Gelegenheiten und haben zuletzt in zwei kleinere Privatunternehmen investiert, denen unserer Meinung nach am ressourcenbeschränkten Batteriemarkt ein langes Wachstum bevorsteht. Dabei handelt es sich um einen Anbieter von Batterierecyclingdiensten und um ein Unternehmen, das eine Technologie entwickelt hat, um die Leistung von Batterien zu verbessern.

Ein paar Worte zu Rivian: Die Aktie hat seit ihren Höchstständen kurz nach dem Börsengang im November deutlich an Wert verloren, was unsere Performance im ersten Quartal erheblich belastet hat. Wenn es Rivian jedoch gelingt, die Verträge mit Amazon zur Belieferung von E-Fahrzeugen zu nutzen und an dem noch jungen Markt für Elektrofahrzeuge eine dominante Marktposition einzunehmen, sehen wir erhebliche Kurspotenziale – für die es natürlich keine Garantie gibt.

Im FinTech-Bereich halten wir einige der etablierten Zahlungsdienstleister für interessant. Sie investieren in neue Technologien und scheinen in der Lage zu sein, sich weiterzuentwickeln und zu behaupten. Dennoch werden sie immer noch mit einem deutlichen Abschlag gehandelt, da die Investoren skeptisch sind, ob sie mit dem Wandel und den neuen Marktteilnehmern in der Branche Schritt halten können. Ich sehe hier durchaus Parallelen zu Microsoft, das vor etwa sechs Jahren wegen der zunehmend starken Konkurrenz beispielsweise durch Amazon Web Services von vielen Investoren schon abgeschrieben wurde. 

Wie wird sich der Einmarsch Russlands in der Ukraine auf Wachstumsaktien auswirken?

Zu Beginn des Jahres 2022 hatte ich die Hoffnung, dass sich die Inflation in der zweiten Jahreshälfte deutlich abschwächen würde. Heute glaube ich, dass die hohe Inflation bis Ende des Jahres 2022 anhalten wird. Grund dafür sind die deutlich höheren Preise für Öl und andere Rohstoffe nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Viele Führungskräfte berichten, dass sie die Preise weiter anheben wollen – oder dies bereits getan haben. 

Der Krieg wirkt sich auch spürbar auf das Vertrauen der Verbraucher und ihre Ausgaben aus. In erster Linie belastet der Konflikt natürlich die Verbraucher in Osteuropa, doch sehen wir auch erste Anzeichen für eine Eintrübung der Verbraucherstimmung in Westeuropa. Indessen sind die Auswirkungen auf den Konsum in den USA schwieriger einzuschätzen, da die im Frühjahr 2021 verschickten Verbraucher-Schecks den Vergleich mit dem Vorjahr ohnehin erschweren.

Wie ist Ihr Ausblick für den Markt angesichts dieser Belastungsfaktoren?

Denkbar sind meines Erachtens zwei Szenarien. Entweder sorgen die anhaltende Inflation und die Fed-Maßnahmen dafür, dass die Investoren eine bevorstehende Rezession erwarten. In diesem Fall würden die Bewertungen in den nächsten drei bis sechs Monaten weiter sinken, und ich würde ich das Portfolio angesichts unserer langfristigen Ausrichtung aggressiver positionieren.

Im zweiten Szenario gelingt der Fed eine weiche Landung der Wirtschaft, indem sie die Zinsen so weit anhebt, dass die Inflation nachlässt, doch nicht so stark, dass die Wirtschaft Schaden nimmt. In diesem Fall könnten sich die Bewertungen von den derzeitigen Niveaus wieder etwas erholen, was bei Wachstumsaktien in den nächsten 12 bis 18 Monaten eine relativ gute Performance erwarten ließe. Aber wir gehen nach wie vor davon aus, dass sich die Bewertungen von Wachstumsaktien in den nächsten drei Jahren normalisieren werden. Dabei ist zu bedenken, dass sich die Bewertungen der wachstumsstärksten Unternehmen selbst nach der jüngsten Kurskorrektur immer noch auf dem Niveau von 2019 befinden. Wann genau und wie schnell eine solche Normalisierung einsetzt, lässt sich jedoch sehr schwer sagen.

Wie spiegelt sich diese Einschätzung in Ihrer Positionierung wider?

Wir halten in diesem Umfeld an der defensiven Positionierung des Portfolios fest. Dabei sind wir weiterhin auf Wachstum ausgerichtet, haben jedoch einen größeren Teil des Portfolios als sonst in Unternehmen investiert, die relativ unabhängig von der Zins- und Konjunkturentwicklung sind. Dazu zählen beispielsweise Managed-Care-Anbieter oder auch Discounter, die sogar von einer Konjunkturabschwächung und vorsichtigeren Verbrauchern profitieren könnten.

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