Januar 2026, Ahead of the Curve
Die Welt ändert sich nicht mit Beginn eines neuen Kalenderjahres. So ist auch meine Einschätzung für die Anleihemärkte zum Jahresstart 2026 dieselbe wie im letzten Jahr: Ich gehe weiterhin davon aus, dass die Renditen für erstklassige langfristige Staatsanleihen deutlich steigen werden.
Meine allgemeine Prognose für das Jahr 2026 lässt sich in fünf zentralen Punkten zusammenfassen:
Der intensive globale Wettbewerb um Kapital wird sich 2026 fortsetzen, da fast alle Regierungen weiter Anleihen zur Finanzierung ihrer Defizite emittieren werden, was die Renditen nach oben drückt. In Kombination mit der Flut von Schuldtiteln, die im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) zu erwarten ist, dürfte das Neuemissionsvolumen sogar noch größer sein, als ich es im vergangenen Jahr befürchtet hatte.
Infolgedessen erwarte ich, dass sich die Renditekurven im Jahr 2026 weiter verschärfen und schließlich ein Niveau erreichen werden, das attraktiv genug ist, um Anleger dazu zu veranlassen, keine Barmittel mehr zu verwenden.
Auch wenn sich die US-Treasury-Kurve bereits versteilert hat und die Renditen für längerfristige Anleihen in die Höhe geschnellt sind, bin ich der Meinung, dass sich diese Tendenz weiter fortsetzen wird. Durch den bisherigen Anstieg haben die Renditen im Bloomberg Global Aggregate-Index bis Ende 2025 fast einen Höchstwert1 seit der globalen Finanzkrise erreicht – und das zu einer Zeit, in der die Zentralbanken die Zinsen gesenkt haben. Das Niveau der kurzfristigen Zinsen sollte also nicht mit der Entwicklung der Renditen für langfristige Anleihen verwechselt werden.
Dennoch dürften Anleger in US-Staatsanleihen viel mehr zusätzliche Rendite fordern, bevor sie Geldmarktpapiere zugunsten von länger laufenden Schuldtiteln umschichten. Die Differenz zwischen den Geldmarktzinsen und der Rendite für 10-jährige US-Treasuries belief sich zum 2. Januar 2026 auf etwas mehr als 30 Basispunkte (Bp).2 Meiner Meinung nach werden langfristige Anleihen bei einem Spread von etwa 150 bis 200 Bp. für Anleger attraktiv.
Solche Spreads mögen hoch erscheinen, sind in anderen Ländern jedoch bereits Realität. So ist der Unterschied zwischen den Geldmarktzinsen und der Rendite für 10-jährige Staatsanleihen in Neuseeland auf mehr als 200 Bp. und in Kanada kürzlich auf 120 Bp. gestiegen, während in Japan die Differenz zwischen der Rendite für 30-jährige Staatsanleihen und Barzinsen fast 270 Bp. betrug3 Ich sehe dafür keinen Grund.
Ich erwarte für das erste Halbjahr 2026 einen potenziellen Wachstumsschub in den USA, wobei es mich nicht überraschen würde, wenn sich das nominale US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf einen annualisierten Wert von 7% beschleunigt. Die US-Wirtschaft wird von hohen KI-Investitionen angetrieben, während die Steuersaison im April die höchsten Rückerstattungen mit sich bringen dürfte, die es in Nicht-Pandemiezeiten je gegeben hat.
"Ich bin fest davon überzeugt, dass die US-Regierung alles tun wird, damit die Wirtschaft bis zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung im Juli und bis zu den Zwischenwahlen im November brummt."
Ich bin fest davon überzeugt, dass die US-Regierung alles tun wird, damit die Wirtschaft bis zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung im Juli und bis zu den Zwischenwahlen im November brummt. Hinter dem Rauschen in den sozialen Medien hat die Regierung seit der Wahl 2024 einen gezielten Plan umgesetzt, um genau das zu erreichen. Die expansive Fiskalpolitik wird in Verbindung mit den Auswirkungen der Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) in den Jahren 2024-2025 das Wachstum weiter antreiben.
Das positive Wachstumsumfeld stützt Risikoanlagen, insbesondere Unternehmensanleihen. Ich gehe davon aus, dass sich die Kreditspreads in den Indizes weiter einengen. Auch wenn die idiosynkratischen Kreditrisiken zweifellos zunehmen werden, dürften die Kreditmärkte zum Jahresstart 2026 weitgehend attraktive Renditen bieten.
Schwellenländeranleihen bieten eine Möglichkeit, die Renditen besser zu diversifizieren. Die Assetklasse hat sich zuletzt sehr gut entwickelt, und meiner Ansicht nach dürfte sich der positive Trend 2026 fortsetzen. Im Vergleich zu Industrieländer-Unternehmensanleihen derselben Ratingkategorie sollte das emittentenspezifische Risiko in den Schwellenländern weniger Anlass zur Sorge geben, da viele Schwellenländer inzwischen eine stabilere Haushaltslage aufweisen als die Industrieländer. Zudem könnte die US-Politik in Lateinamerika dazu führen, dass die Kreditspreads in einigen Schwellenländern weiter sinken.
Meiner Meinung nach wird der US-Dollar weiter an Wert verlieren. Auch wenn eine lineare Abwertung unwahrscheinlich ist, gibt es (abgesehen von höheren Renditen im Vergleich zu einigen anderen erstklassigen Staatsanleihen) wenig, was für einen stärkeren US-Dollar spricht. Der US-Exzeptionalismus dürfte sich strukturell weiter abschwächen, während sich der Aufschlag, den der Greenback als Weltreservewährung genießt, auflösen dürfte, da die US-Regierung einen isolationistischeren Ansatz in der Wirtschaftspolitik verfolgt.
Volatilität dürfte die Assetklasse sein, die an vielen Märkten am stärksten fehlbewertet ist. Eine relativ geringe implizite Volatilität steht schlichtweg in Widerspruch zu der Tatsache, dass derzeit viel über potenzielle Blasen diskutiert wird. Der wahrscheinlichste Katalysator, der marktübergreifend einen Volatilitätssprung auslösen könnte, sind Zinsschwankungen.
Auch wenn ich für das erste Halbjahr ein starkes Wachstum angetrieben von der US-Wirtschaft erwarte, wird die „Party“ irgendwann zu Ende gehen und einem Kater weichen. Wahrscheinlich wird dann zu viel Geld in die Weltwirtschaft geflossen sein, was Ungleichgewichte schafft, die es zu beseitigen gilt.
Anders als der allgemeine Konsens mache ich mir nicht unbedingt Sorgen um potenzielle Blasen. Doch sicherlich steigen gerade mehrere Ballons in die Luft. Diese sind von Natur aus robuster als Blasen – doch irgendwann platzen auch sie. Dies würde die von mir erwartete Volatilität erzeugen und könnte mir Gelegenheit bieten, meine dreijährige „Grizzlybär“-Haltung gegenüber Anleihen aufzugeben und die Duration bei deutlich höheren Renditen und steileren Renditekurven zu erhöhen.
Dec 2025
Ahead of the Curve
Oct 2025
Ahead of the Curve
1 Die Yield-to-Worst belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 3,51%.
2 Die Secured Overnight Financing Rate (SOFR) belief sich auf 3,87% und die Rendite für 10-jährige US-Treasuries auf 4,19% (Stand 2. Januar 2026). Quelle für alle Geldmarkt- und Staatsanleiherenditen: Bloomberg Finance L.P.
3 Stand aller Daten: 2. Januar 2026. Geldmarkt-/Barzinsen dargestellt durch den Tagesgeldsatz der Reserve Bank of New Zealand für Neuseeland, den durchschnittlichen kanadischen Tagesgeldsatz für Kanada und den MUTAN-Satz für Japan.
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