Februar 2026, Auf dem Laufenden
Die Kursschwankungen bei globalen Technologiewerten – insbesondere im Softwarebereich – haben sich zuletzt deutlich verstärkt. Hintergrund sind zunehmende Sorgen von Investoren, dass Fortschritte im Bereich agentenbasierter KI die Tragfähigkeit traditioneller Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen infrage stellen.
Auch die Kreditmärkte reagierten sensibel auf Bedenken hinsichtlich des Verschuldungsgrads sowie möglicher Auswirkungen auf softwarebezogene Finanzierungen.
Anleger über verschiedene Anlageklassen hinweg analysieren derzeit die Folgen mehrerer Entwicklungen für den Softwaresektor:
Software- und SaaS-Aktien (Software as a Service) haben in den vergangenen Tagen deutliche Kursverluste verzeichnet. Der S&P 500 Software & Services Index liegt seit Jahresbeginn um mehr als 15 % im Minus.¹
Im Fixed-Income-Bereich hat sich die Schwäche bei Technologiekrediten – in denen Software- und IT-Services-Unternehmen mehr als 15 % des Index ausmachen² – auch auf Hochzinsanleihen von Softwareunternehmen ausgeweitet.
Dom Rizzo, Portfolio Manager, Global Technology
Wir beobachten sehr genau, wie sich KI von unterstützenden Anwendungen hin zu leistungsfähigen Systemen entwickelt, die zunehmend komplexe Workflows eigenständig ausführen können. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob agentenbasierte KI die Produktivität steigert, sondern ob sie die Geschäftsmodelle und ökonomischen Grundlagen traditioneller Softwareanbieter strukturell verändert.
Software wird dadurch nicht obsolet. Die Unsicherheit ist hoch, und die langfristige Wertschöpfung innerhalb der Branche dürfte sich verschieben. Die langfristige Preissetzungsmacht klassischer Softwareanbieter steht zunehmend infrage. Besonders exponiert erscheinen generische Anwendungen oder Lösungen, deren Hauptnutzen in der Unterstützung wiederkehrender Aufgaben liegt. Der Zugang zu einzigartigen Datenbeständen, Plattformkontrolle oder Vertriebskanälen könnte sich als entscheidender Differenzierungsfaktor erweisen. Zudem beobachten wir, ob es einzelnen Anbietern gelingt, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und die verstärkte Nutzung ihrer Software durch KI-Agenten zu monetarisieren.
Bei der Suche nach einem möglichen Boden für Softwareaktien dürfte sich der Markt verstärkt am Verhältnis von Enterprise Value zu Free Cashflow (bereinigt um aktienbasierte Vergütung) sowie an der sogenannten „Rule of 40“ orientieren. Diese besagt, dass die Summe aus Free-Cashflow-Marge und Umsatzwachstum über 40 % liegen sollte, um eine robuste finanzielle Verfassung zu signalisieren.
Die Herausforderung besteht darin, dass die Bewertungsniveaus im Softwaresektor – selbst bei als „Best-in-Class“ geltenden Unternehmen – derzeit noch nicht überzeugend erscheinen, insbesondere vor dem Hintergrund langfristiger Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Wertschöpfung. Aktuell stellt sich das Chancen-Risiko-Profil bei Hardware- und Ausrüstungsherstellern, die vom massiven Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren, deutlich klarer dar als im Bereich Anwendungssoftware. Auch die Bewertungen im Hardwaresegment wirken weiterhin angemessen.
In einem derart unsicheren Umfeld ist es entscheidend, flexibel zu bleiben und einem klaren Investmentrahmen zu folgen. Wir fokussieren uns auf Software- und andere Technologieunternehmen mit Schlüsseltechnologien, die in strukturellen Wachstumsmärkten innovativ sind, über sich verbessernde Fundamentaldaten verfügen und zu angemessenen Bewertungen gehandelt werden. Der aktuelle Ausverkauf verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Qualität der gehaltenen Geschäftsmodelle genau zu kennen. Der Markt differenziert derzeit nur unzureichend zwischen strukturell anfälligen Geschäftsmodellen und Unternehmen mit Skalenvorteilen, soliden Bilanzen und strategischer Flexibilität.
Michael Trivino, Associate Portfolio Manager, High Yield
Im Fixed-Income-Bereich bleibt die Sorge, dass KI traditionelle Software verdrängen könnte, insbesondere im Kreditmarkt ein dominantes Thema. Technologiekredite haben seit Jahresbeginn deutlich unterdurchschnittlich abgeschnitten. Während Bedenken bei einzelnen anfälligen Emittenten nachvollziehbar sind, hat sich die Schwäche auch auf Unternehmen ausgeweitet, die wir als qualitativ hochwertiger und potenziell widerstandsfähiger gegenüber KI-Disruption einschätzen.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass Software tief in betriebliche Abläufe integriert ist, hohe Austauschkosten verursacht und kontinuierliche Wartung sowie Updates erfordert. Es geht nicht allein um den zugrunde liegenden Code. Angesichts mehrjähriger Verträge, regulatorischer Anforderungen und notwendiger Schulungen dürfte eine strukturelle Verdrängung länger dauern, als es die Märkte derzeit einpreisen. Zwar haben sich die Marktstimmung und die Bewertungsniveaus im Sektor deutlich eingetrübt, doch ist kurzfristig kaum mit wesentlichen Veränderungen bei Erträgen und Cashflows zu rechnen.
Wir beobachten den Sektor sehr genau und haben ein Rahmenwerk entwickelt, um das Disruptionsrisiko durch KI systematisch zu bewerten und Wertpapiere entsprechend zu kategorisieren. Dies hilft uns, potenzielle Abwärtsrisiken einzuschätzen und Opportunitäten in dieser volatilen Phase zu nutzen.
David DiPietro, Head of Private Equity
Im Private-Equity-Bereich erscheinen vor allem Unternehmen gut positioniert, die die Kerntechnologien hinter künstlicher Intelligenz bereitstellen. Dazu zählen Anbieter von Daten- und Recheninfrastruktur sowie Entwickler fortschrittlicher KI-Modelle. Diese Unternehmen profitieren breit vom wachsenden KI-Einsatz – unabhängig davon, welche spezifischen Produkte oder Anwendungsfälle sich letztlich durchsetzen.
Bei KI-gestützten Softwareanwendungen ist hingegen eine besonders selektive Vorgehensweise erforderlich. Bei einem typischen Investmenthorizont von drei bis fünf Jahren ist die langfristige Tragfähigkeit vieler Geschäftsmodelle nur eingeschränkt beurteilbar. Da sich die zugrunde liegende KI-Technologie kontinuierlich weiterentwickelt, könnten Differenzierungsmerkmale eigenständiger Anwendungen künftig breit verfügbar sein oder direkt in größere Plattformen integriert werden – mit potenziell negativen Auswirkungen auf ihre nachhaltige Wertschöpfung.
Alan Schrager, Senior Partner und Portfolio Manager, Oak Hill Advisors
In den vergangenen fünf bis zehn Jahren ist der Anteil von Technologie- und Softwareunternehmen an den Aktivitäten im Private-Credit- und syndizierten Bankkreditmarkt auf rund 15 % bis 20 % gestiegen.⁴ Wiederkehrende Umsätze und planbare Cashflows haben den Sektor besonders attraktiv für Private-Equity-Sponsoren im Rahmen fremdfinanzierter Übernahmen (LBOs) gemacht, finanziert über Bankdarlehen/CLO-Strukturen sowie Private-Credit-Kanäle.
Zwar bestehen Disruptionsrisiken, doch sind viele besser positionierte Softwareunternehmen tief in die Geschäftsprozesse ihrer Kunden integriert. Hohe Wechselkosten machen eine Verdrängung innerhalb der typischen Kreditlaufzeit eher unwahrscheinlich.
Im aktuellen Umfeld agieren Investoren deutlich selektiver in Bezug auf Geschäftsmodell-, Produkt- und Kreditqualität. Dies unterstreicht die Bedeutung eines fundamentalen Bottom-up-Research-Ansatzes. Entscheidend ist zunehmend, relevante Signale von kurzfristigem Marktrauschen zu trennen und Gewinner klar von Verlierern zu unterscheiden. Kurzfristig beobachten wir insbesondere Kundenabwanderungsraten und Margendruck, sehen jedoch weiterhin selektive Opportunitäten bei aus unserer Sicht überverkauften Bewertungen.
¹ Quelle: Thomson Reuters, Stand 4. Februar 2026
² Morningstar LSTA US Leveraged Loan Index. Bitte beachten Sie die zusätzlichen Hinweise („Additional Disclosures“).
³ Underwriting-Horizont bezeichnet den angenommenen Anlagezeitraum, der bei der Bewertung erwarteter Renditen und Risiken zugrunde gelegt wird.
⁴ Quelle: PitchBook, Barclays Research, Stand Dezember 2025
Investitionen in Technologieaktien sind mit spezifischen Risiken verbunden, darunter teils erhebliche Performanceunterschiede sowie in der Regel ausgeprägte Kursschwankungen – sowohl nach oben als auch nach unten.
Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kredit-, Liquiditäts-, Kündigungs- und Zinsänderungsrisiken. Steigende Zinsen führen in der Regel zu fallenden Anleihekursen. Anlagen in Hochzinsanleihen sind mit höheren Risiken in Bezug auf Kursvolatilität, Illiquidität und Ausfall verbunden als höher geratete Schuldverschreibungen. Investitionen in Bankdarlehen können zeitweise schwer bewertbar und hochgradig illiquide sein; sie unterliegen Kreditrisiken wie dem Ausfall von Zins- oder Tilgungszahlungen sowie Insolvenz- und Konkursrisiken.
Anleger in CLO-Strukturen (Collateralized Loan Obligations) können einen Teil oder ihr gesamtes investiertes Kapital verlieren; zudem kann es Phasen ohne laufende Ausschüttungen geben. Wertpapiere und Kredite solcher Emittenten bergen ein erhöhtes Ausfallrisiko und sind als spekulativ einzustufen.
Alternative Anlagen, einschließlich Private Equity und Private Credit, sind in der Regel spekulativ und gehen häufig mit offensiveren Anlagestrategien einher. Darüber hinaus können alternative Anlagen illiquide und schwer bewertbar sein und unterliegen meist nicht denselben regulatorischen Anforderungen wie traditionelle Investments. Diese Faktoren können das Liquiditäts- und Verlustrisiko einer Anlage erhöhen.
Oak Hill Advisors, L.P. (OHA), ein auf alternative Kreditstrategien spezialisierter Asset Manager, ist ein Unternehmen der T. Rowe Price Gruppe. T. Rowe Price Associates, Inc. und Oak Hill Advisors sind verbundene Unternehmen.
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