April 2026, Aus der Praxis
Das heutige Anlageumfeld – geprägt von steigenden Inflationsrisiken, erhöhten geopolitischen Spannungen und Sorgen um das Wirtschaftswachstum – unterscheidet sich deutlich von der Situation zu Jahresbeginn, als der globale Ausblick noch positiver war und die Volatilität niedrig blieb. Diese veränderten Rahmenbedingungen treiben die Marktschwankungen und verunsichern viele Anleger. Trotz dieses neuen Umfelds sind wir überzeugt, dass die Argumente für eine aktive Anleiheallokation als Teil eines diversifizierten Portfolios stärker sind denn je – aus drei zentralen Gründen: Ertrag, Risikomanagement und Flexibilität.
Da die Anleiherenditen im Vergleich zu weiten Teilen der Erholungsphase nach der globalen Finanzkrise deutlich höher liegen, bieten festverzinsliche Anlagen Anlegern eine überzeugende Ertragsquelle. Ein Beispiel ist die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen: Sie fiel 2020 unter 0,1% und liegt heute deutlich über 4,5%.1 Im Kreditsegment lag die durchschnittliche Rendite von US-Investment-Grade-Anleihen Ende März bei rund 5,14%, während globale Hochzinsanleihen etwa 7,3% boten.2
Diese Niveaus sind nicht nur aus Sicht der laufenden Ertragserzielung attraktiv, sondern auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen wettbewerbsfähig. Die Rendite von US-Anleihen unterhalb Investment Grade liegt derzeit beispielsweise mehr als zwei Prozentpunkte über der Gewinnrendite des S&P 500 Index.3 Diese Differenz unterstreicht die relative Attraktivität von Anleihen als Ertragsquelle.
Ein stetiger Ertragsstrom ist in den heute volatileren und unsicheren Märkten besonders wertvoll. Er kann Kursrückgänge abfedern und zum Gesamtertrag beitragen – und damit die Wertentwicklung des Gesamtportfolios unterstützen.
Anleihen weisen in der Regel eine geringere Volatilität auf als Aktien. Eine entsprechende Allokation kann daher dazu beitragen, Risiken auszubalancieren und die Gesamtvolatilität des Portfolios zu senken. Selbst einige der risikoreicheren Segmente des Anleihemarktes, etwa Hochzinsanleihen, verzeichnen typischerweise eine niedrigere Volatilität als Aktien.
Auch die Renditetreiber unterscheiden sich, was die Portfoliodiversifikation unterstützen kann.4 Aktien werden beispielsweise in der Regel vom Gewinnwachstum beeinflusst und entwickeln sich tendenziell besonders gut, wenn das Wirtschaftswachstum stark ist. Anleihen werden dagegen maßgeblich von Zinsen beeinflusst und schneiden typischerweise gut ab, wenn das Wachstum schwach ist – wobei dies von der jeweiligen Inflationsdynamik abhängen kann.
In den vergangenen Jahren wurden die Diversifikationsvorteile von Anleihen infrage gestellt, da sich Aktien und Anleihen häufig parallel zueinander bewegt haben, insbesondere in Phasen von Marktstress. Allerdings ist wichtig zu berücksichtigen, dass jüngste Ereignisse – etwa der Konflikt im Nahen Osten oder der Russland-Ukraine-Krieg im Jahr 2022 – inflationäre Schocks darstellten. Infolgedessen gerieten Anleihen unter Druck, da die Märkte das Risiko von Zinserhöhungen einpreisten.
Es gibt jedoch Fixed-Income-Instrumente, die dabei helfen können, mit Preisschocks umzugehen, etwa inflationsindexierte Anleihen. Auch Absolute-Return-Strategien, die unabhängig vom Marktumfeld positive Renditen anstreben, können Anleger als Bestandteil eines breiteren Portfolios in Betracht ziehen. Diese Ansätze verfügen typischerweise über größere Flexibilität, einschließlich der Möglichkeit, Short-Positionen einzugehen, was dazu beitragen kann, auch in fallenden Märkten positive Renditen zu erzielen.
Die Anleihemärkte umfassen eine breite Palette an Segmenten und Strategien. Das bedeutet, dass Anleihen neben der Ertragserzielung dazu beitragen können, bestimmte Anlageziele innerhalb der Asset-Allokation zu erreichen – darunter Stabilität, Wachstum oder Diversifikation.
Die fragmentierte Struktur der Anlageklasse bedeutet, dass die Faktoren, die ein Marktsegment beeinflussen, sich von denen anderer Segmente unterscheiden. Dies gibt Anlegern die Flexibilität, Bereiche auszuwählen, die ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechen. Zum Beispiel:
Im aktuellen Marktumfeld eines Energiepreisschocks könnten Anleger bestrebt sein, ihre Portfolios auf steigende Inflation auszurichten. Eine Möglichkeit besteht darin, inflationsindexierte Anleihen beizumischen, etwa inflationsgeschützte US-Staatsanleihen, sogenannte Treasury Inflation Protected Securities (TIPS). Aus unserer Sicht bieten diese derzeit attraktive Bewertungen. Auch Bank Loans können in einem Umfeld höherer Inflation interessant sein, erfordern jedoch eine disziplinierte Kreditauswahl, da steigende Inflation die Gewinnmargen von Unternehmen belasten könnte. Darüber hinaus können sich in ausgewählten Märkten für kurzlaufende Staatsanleihen Chancen ergeben, wenn die Einpreisung von Zinserhöhungen überzogen erscheint.
Die aktuellen Herausforderungen an den Finanzmärkten, einschließlich erhöhter geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit, verunsichern viele Anleger. Da die Anleiherenditen jedoch weiterhin erhöht sind, bieten festverzinsliche Anlagen einen attraktiven laufenden Ertrag. Dieser Ertrag bildet zusammen mit der im Allgemeinen geringeren Volatilität gegenüber Aktien eine überzeugende Kombination. Die Vielfalt der Anlageklasse bedeutet zudem, dass Anleger ein Segment oder einen Ansatz wählen können, der auf ihre spezifischen Ziele abgestimmt ist. Um dieses Potenzial zu erschließen, ist die Auswahl eines globalen Managers wichtig, der Research in den Mittelpunkt stellt. Dies sollte Anlegern nicht nur helfen, potenzielle Chancen zu identifizieren, sondern auch Risiken zu steuern.
März 2026
Ahead of the Curve
Jan. 2026
Ahead of the Curve
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
1 Stand: 31. März 2026. Quelle: Bloomberg Finance L.P.
2 Stand: 31. März 2026. Yield to Worst, d. h. die niedrigstmögliche Rendite einer Anleihe mit vorzeitiger Rückzahlungsoption, des Bloomberg U.S. Corporate Investment Grade Bond Index. Quelle: Bloomberg Finance L.P. Yield to Worst des ICE BofA Global High Yield Index. Quelle: ICE BofA. Siehe Zusätzliche Angaben. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
3 Stand: 31. März 2026. Yield to Worst des Bloomberg U.S. Corporate High Yield Bond Index. Die Gewinnrendite entspricht den erwarteten Konsensgewinnen der nächsten zwölf Monate dividiert durch den Kurs. Quelle: Bloomberg Finance L.P.
4 Diversifikation kann weder einen Gewinn garantieren noch vor Verlusten in einem rückläufigen Markt schützen.
T. Rowe Price weist darauf hin, dass wirtschaftliche Schätzungen und zukunftsgerichtete Aussagen zahlreichen Annahmen, Risiken und Unsicherheiten unterliegen, die sich im Zeitverlauf ändern. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den in Schätzungen und zukunftsgerichteten Aussagen erwarteten Ergebnissen abweichen, und künftige Ergebnisse können wesentlich von der historischen Wertentwicklung abweichen. Die hierin enthaltenen Informationen dienen ausschließlich illustrativen Zwecken und Informationszwecken. Historische Daten, die als Grundlage für Analysen herangezogen werden, beruhen auf Informationen, die von T. Rowe Price sowie aus Drittquellen zusammengetragen wurden, und wurden nicht überprüft. Prognosen basieren auf subjektiven Einschätzungen zu Marktumfeldern, die möglicherweise niemals eintreten. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten ausschließlich zu dem Zeitpunkt, zu dem sie gemacht werden. T. Rowe Price übernimmt keine Verpflichtung und verpflichtet sich nicht, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.
Anlagerisiken
Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken, Kündigungsrisiken und Zinsänderungsrisiken. Steigen die Zinsen, fallen die Anleihekurse in der Regel. Anlagen in Hochzinsanleihen sind mit höheren Risiken in Bezug auf Kursschwankungen, Illiquidität und Ausfall verbunden als höher bewertete Schuldtitel. Anlagen in Bank Loans können zeitweise schwer zu bewerten und hochgradig illiquide sein; sie unterliegen Kreditrisiken wie der Nichtzahlung von Kapital oder Zinsen sowie Insolvenz- und Konkursrisiken.
In Phasen ohne oder mit niedriger Inflation können sich andere Arten von Anleihen, etwa US-Staatsanleihen, besser entwickeln als inflationsgeschützte US-Staatsanleihen.
Absolute-Return-Anleiheansätze können anspruchsvolle Anlagestrategien einsetzen, die spekulativer Natur sind, und nicht alle Anlagevehikel stehen allen Anlegergruppen zur Verfügung.
Zusätzliche Angaben
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