Inhalt überspringen
Von   Arif Husain
PDF herunterladen

Der Abbau von Produktionskapazitäten in China könnte sich auf die globale Makro-Ökonomie auswirken

Die inflationsdämpfenden Effekte chinesischer Exporte scheinen nachzulassen.

Dezember 2025, Ahead of the Curve

Auf den Punkt gebracht
  • Die chinesische Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen zur Konsolidierung der Produktionskapazitäten angekündigt, um der Tatsache entgegenzuwirken, dass die Unternehmen in verschiedenen exportorientierten Sektoren Verluste schreiben.
  • Die von den chinesischen Exporten ausgehende inflationsdämpfende Wirkung hat den Zentralbanken weltweit geholfen, die Inflation einzudämmen. Nun scheinen die disinflationären Impulse jedoch nachzulassen.
  • Der Marktkonsens scheint zu unterschätzen, dass eine nachlassende Disinflation durch chinesische Exporte eine ganze Reihe an inflationären Impulsen nach sich ziehen kann.

China hat in den letzten Jahren die Produktionskapazitäten in den exportorientierten Sektoren erhöht, um der Verlangsamung der eigenen Wirtschaft entgegenzuwirken, und dadurch Disinflation exportiert. Diese hat die Zentralbanken auf der ganzen Welt bei ihrem Ziel unterstützt, den Anstieg der Inflation zu begrenzen.

Mittlerweile hat die chinesische Regierung jedoch im Rahmen ihrer „Anti-Involution“-Strategie eine Reihe von Maßnahmen zur Konsolidierung von Produktionskapazitäten angekündigt, um den Verlusten von Unternehmen in verschiedenen Sektoren entgegenzuwirken. In den letzten Fixed Income Policy Week-Sitzungen äußerte sich Portfoliomanager Adam Marten noch energischer als sonst zu diesem Thema. Er glaubt, dass die Reduzierung der chinesischen Exportlieferkapazitäten möglicherweise zu den wichtigsten Makrofaktoren zählt, die die Märkte in den kommenden Jahren beeinflussen werden.

Kürzlich hat er auf einige wichtige Aspekte der wegweisenden wirtschaftspolitischen Wende Chinas und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die globalen Finanzmärkte hingewiesen.

Welches Ziel verfolgt die chinesische Regierung?
Seit dem Zusammenbruch der chinesischen Immobilienpreise versucht Peking, das Wachstum in anderen Bereichen anzukurbeln. Einige exportorientierte Segmente der chinesischen Wirtschaft leiden unter Produktionsüberkapazitäten, die einen harten Preiskampf zur Folge haben und die Gewinne der Unternehmen nach unten drücken. Besonders spürbar ist dies in der petrochemischen Industrie und bei verschiedenen Industriemetallen. Zur Eindämmung der Überproduktion fördert die chinesische Regierung die Konsolidierung konkurrierender Unternehmen, um das Angebot zu verringern und die Rentabilität in den betroffenen Segmenten zu verbessern.

China hatte 2015 eine ähnliche Kampagne zur Eindämmung des Überangebots in Sektoren wie Kohle und Stahl gestartet. Damals hatte Peking jedoch in den Jahren 2015 und 2016 gleichzeitig umfassende nachfrageseitige Stimulierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, was bei der aktuellen Kampagne nicht der Fall ist.

Was sind die umfassenderen globalen Auswirkungen?
Die Bemühungen, das Angebot zu verringern, werden die Rentabilität jener Unternehmen steigern, die in ihrem Sektor eine relativ starke Preissetzungsmacht haben. Allerdings werden die Auswirkungen viel weitreichender sein, da sie auch auf die globale Wirtschaft durchschlagen werden. Warum? Die durch die chinesischen Exporte verursachten disinflationären Effekte kamen den meisten Zentralbanken mehr als gelegen, da sie ihnen dabei halfen, die Inflation nach der Pandemie in Schach zu halten. Doch diese inflationsdämpfenden Impulse scheinen jetzt nachzulassen.

Wo wird sich die Angebotsverknappung bemerkbar machen?
Aktien von Unternehmen, die direkt von den Kapazitätskürzungen profitieren, dürften zulegen – gefolgt von den Preisen verschiedener Rohstoffe, wenn die Deflation in den exportintensiven Segmenten der chinesischen Wirtschaft nachlässt. Höhere Rohstoffpreise dürften wiederum den chinesischen Erzeugerpreisindex (EPI) nach oben drücken.   

Wie wird der schwächere Disinflationsimpuls mit anderen Makrotrends interagieren?
Die Auswirkungen werden über die chinesischen Exportpreise nach und nach auf die Volkswirtschaften rund um den Globus überschwappen. Da die US-Zollpolitik gegenüber China erheblich fluktuiert, ist kaum zu sagen, wie sich die chinesischen Exportströme entwickeln werden. Doch dies wird eine wesentliche Rolle bei der Frage spielen, wie stark sich die höheren Preise aus China im Rest der Welt bemerkbar machen.

Natürlich gibt es noch andere Makrofaktoren, die die Inflation beeinflussen. So könnten beispielsweise starke Produktivitätssteigerungen durch künstliche Intelligenz (KI) inflationsdämpfend auf die globale Wirtschaft wirken (auch wenn es schwierig ist, genau zu sagen, wie stark). Ein solcher Produktivitätsschub könnte den durch die chinesische Anti-Involution-Kampagne ausgelösten Preisdruck ausgleichen.

“… es gibt es (...) eine Vielzahl an lang-und kurzfristigen Inflationsrisiken, die letztlich die Renditen von Staatsanleihen der Industrieländer in die Höhe treiben dürften.”

Adam Marten weist darauf hin, dass verschiedene Makrofaktoren Querströmungen erzeugen, die die inflationären oder disinflationären Impulse weltweit beeinflussen. So wird sich eine Abschwächung der disinflationären Kräfte aus China nicht unbedingt direkt in einer höheren Inflation anderswo niederschlagen.  

Insgesamt gibt es jedoch eine Vielzahl an lang-und kurzfristigen Inflationsrisiken, die letztlich die Renditen von Staatsanleihen der Industrieländer in die Höhe treiben dürften. Auch wenn die Handelspolitik derzeit sehr stark schwankt, haben die US-Zölle Handelskriege ausgelöst, die die Inflation tatsächlich anheizen. Die demografische Entwicklung in vielen Industrieländern hat zudem eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung zur Folge, was die Arbeitskosten in die Höhe treiben dürfte. Diese Faktoren sind in den USA besonders spürbar, wo die Einwanderungsbeschränkungen das Arbeitskräfteangebot zusätzlich reduzieren.

Mit dem neuen Fed-Vorsitzenden, der im Mai sein Amt antritt, könnte die Zentralbank anfälliger für den politischen Druck werden, die Zinsen zu senken, obwohl die Inflation konstant über dem 2%-Ziel der Fed liegt. Vor diesem Hintergrund dürfte die Abschwächung der disinflationären Effekte durch chinesische Exporte eine ganze Reihe an inflationären Impulsen beschleunigen – eine Entwicklung, die der Marktkonsens weiterhin unterschätzt.

Arif Husain Head of Global Fixed Income and CIO
Jan. 2026 Ahead of the Curve Artikel

Der anhaltende globale Wettbewerb um Kapital dürfte für steigende Renditen sorgen

Erfahren Sie, warum steigende Renditen, ein robustes US-Wachstum und Volatilität...
Von   Arif Husain
Jan. 2026 Aus der Praxis Artikel

Zwischen Marktüberraschungen und KI-Boom: Wo Investoren jetzt genau hinschauen sollten

Erfahren Sie von unserem Experten David Eiswert, welche Faktoren im Jahr 2025 die...
Von   David J. Eiswert

T. Rowe Price warnt, dass Schätzungen zur Konjunktur und zukunftsgerichtete Aussagen zahlreichen Annahmen, Risiken und Unsicherheiten unterliegen, die sich im Laufe der Zeit verändern. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten wesentlich von den in den Schätzungen und zukunftsgerichteten Aussagen erwarteten Ergebnissen abweichen, und die zukünftigen Ergebnisse könnten erheblich von der Entwicklung in der Vergangenheit abweichen. Die hierin enthaltenen Angaben sind nur zur Veranschaulichung und Information bestimmt. Alle historischen Daten, die der Analyse zugrunde liegen, beruhen auf Informationen von T. Rowe Price und aus externen Quellen und wurden nicht überprüft. Prognosen basieren auf subjektiven Schätzungen in Bezug auf das Marktumfeld, die möglicherweise nie eintreten. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten nur an dem Tag, an dem sie getätigt werden. T. Rowe Price ist nicht verpflichtet und sichert nicht zu, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Risiken: Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kredit-, Liquiditäts- und Zinsrisiken sowie dem Risiko einer vorzeitigen Kündigung. Wenn die Zinsen steigen, sinken im Allgemeinen die Anleihekurse.

Zusätzliche Angaben

US-Anleger finden unter troweprice.com/glossary eine Definition der Finanzbegriffe.

Wichtige Hinweise

Außerhalb der USA ist dieses Dokument nur für die Verwendung durch Anlageexperten bestimmt. Nicht zur Weitergabe.

Dieses Dokument wurde ausschließlich zu Informations- und/oder Werbezwecken erstellt und stellt kein Angebot, keine Empfehlung, keine Beratung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Interessierte Anleger sollten sich in rechtlichen, finanziellen und steuerlichen Belangen von unabhängiger Seite beraten lassen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Die T.nbsp;Rowenbsp;Price-Unternehmensgruppe, zu der auch T.nbsp;Rowenbsp;Price Associates, Inc. und/oder deren verbundene Unternehmen gehören, erzielen Einnahmen mit Anlageprodukten und -dienstleistungen von T.nbsp;Rowenbsp;Price.

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Anlagen sind immer mit einem Risiko verbunden, einschließlich eines möglichen Kapitalverlusts.

Die dargestellten Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit wird von uns jedoch nicht garantiert. Die in diesem Dokument enthaltenen Ansichten sind die Ansichten des Verfassers/der Verfasser, entsprechen dem Stand vom Dezember 2025, können sich ändern und können von den Ansichten anderer Unternehmen und/oder Partner der T. Rowe Price-Gruppe abweichen. Das Dokument darf unter keinen Umständen ohne die Genehmigung von T. Rowe Price ganz oder auszugsweise kopiert oder weiterverteilt werden.

Die Diagramme und Tabellen dienen nur zur Veranschaulichung. Die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse können erheblich von den angegebenen Schätzungen oder zukunftsgerichteten Aussagen abweichen.

Die Dokumente sind nicht zur Verwendung durch Personen in Rechtsgebieten bestimmt, in denen die Verteilung der Dokumente untersagt oder eingeschränkt ist. In bestimmten Ländern sind die Dokumente auf Anfrage erhältlich.

Australien—Herausgegeben von T. Rowe Price Australia Limited (ABN: 13 620 668 895; AFSL: 503741), Level 28, Governor Phillip Tower, 1 Farrer Place, Sydney NSW 2000, Australien. Nur für Großanleger.

Kanada—Herausgegeben in Kanada von T. Rowe Price (Canada), Inc. Die Anlageverwaltungsdienstleistungen von T. Rowe Price (Canada), Inc. sind nur für institutionelle zugelassene Anleger und institutionelle zugelassene Kunden gemäß Definition im National Instrument 45-106 bzw. im National Instrument 31-103 verfügbar. T. Rowe Price (Canada), Inc. schließt mit verbundenen Unternehmen schriftliche Delegationsvereinbarungen über die Erbringung von Anlageverwaltungsdienstleistungen ab.

EEA—Sofern nicht anders angegeben, wird dieses Dokument herausgegeben und genehmigt von T. Rowe Price (Luxembourg) Management S.à r.l. 35 Boulevard du Prince Henri, L‑1724 Luxemburg, zugelassen und reguliert durch die Luxemburger Commission de Surveillance du Secteur Financier. Nur für professionelle Kunden.

Neuseeland—Herausgegeben von T. Rowe Price Australia Limited (ABN: 13 620 668 895; AFSL: 503741), Level 28, Governor Phillip Tower, 1 Farrer Place, Sydney NSW 2000, Australien. Es erfolgt kein öffentliches Angebot von Anteilen. Daher dürfen die Anteile weder direkt noch indirekt in Neuseeland angeboten, verkauft oder geliefert werden; zudem dürfen in Neuseeland weder Angebotsdokumente noch Werbeunterlagen im Zusammenhang mit einem Angebot der Anteile verteilt werden, es sei denn, es liegt kein Verstoß gegen den Financial Markets Conduct Act 2013 vor.

Schweiz—Herausgegeben in der Schweiz von T. Rowe Price (Switzerland) GmbH, Talstrasse 65, 6. Stock, 8001 Zürich, Schweiz. Nur für qualifizierte Anleger.

Großbritannien—Dieses Dokument wird herausgegeben und genehmigt von T. Rowe Price International Ltd, Warwick Court, 5 Paternoster Square, London EC4M 7DX, zugelassen und reguliert durch die britische Financial Conduct Authority. Nur für professionelle Anleger.

USA—Herausgegeben in den USA von T. Rowe Price Investment Services, Inc., Vertriebsstelle, und T. Rowe Price Associates, Inc., Anlageberater, 1307 Point Street, Baltimore, MD 21231, die reguliert werden durch die Financial Industry Regulatory Authority bzw. die U.S. Securities and Exchange Commission.

© 2025 T. Rowe Price. Alle Rechte vorbehalten. T. Rowe Price, INVEST WITH CONFIDENCE, das Dickhornschaf-Logo und die dazugehörigen Indikatoren (siehe troweprice.com/ip) sind Marken der T. Rowe Price Group, Inc. Alle anderen Marken sind das Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber.

202512-5023395