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Industrie-Comeback erschwert den Kampf gegen die Inflation

Die Märkte könnten die längerfristigen Inflationsrisiken unterschätzen.

Juni 2026, Am Horizont

Die weltweit steigende Inflation veranlasst Zentralbanken, den Zinssenkungszyklus früher als erwartet zu beenden oder in einigen Fällen sogar wieder Zinserhöhungen ins Auge zu fassen. Die Fiskalpolitik wirkt hingegen in die entgegengesetzte Richtung, da Regierungen mit Treibstoffsubventionen und anderen Unterstützungsmaßnahmen die Wachstumsbelastungen infolge des Iran-Kriegs abfedern. Die Wiederbelebung der globalen Industrieproduktion dürfte diesen Druck zusätzlich verstärken und die Inflation breiter angelegt und hartnäckiger machen, als die Märkte derzeit erwarten.

Länder wie das Vereinigte Königreich, Neuseeland und Australien müssen sich mit den Wachstumsfolgen einer potenziell länger anhaltenden Knappheit raffinierter Ölprodukte wie Kerosin und Diesel auseinandersetzen. Für die Zentralbanken erhöht dies das Risiko stagflationärer Entwicklungen und erschwert die geldpolitische Entscheidungsfindung erheblich.

Zusätzlich wird dieses Umfeld durch klare Anzeichen einer nachhaltigen Erholung der globalen Einkaufsmanagerindizes (PMI) im verarbeitenden Gewerbe nach einem dreijährigen Abschwung im Industriezyklus geprägt (Abbildung 1). Darüber hinaus kündigte die chinesische Regierung im vergangenen Jahr ihre „Anti-Involution“-Initiative an, um Überinvestitionen einzudämmen und die Gewinnmargen in verschiedenen Industriesektoren zu stützen. Auch wenn die tatsächliche Wirkung dieser Maßnahmen umstritten ist, fielen ihre Auswirkungen zeitlich mit dem Tiefpunkt des globalen Industriezyklus zusammen, der anschließend wieder in eine Aufwärtsphase überging.

Industrie-PMIs erholen sich

(Abb. 1) Die Auftragseingänge verbessern sich, während der Lagerabbauzyklus ausläuft
Stand: 30. April 2026.
Quellen: S&P Global Business Surveys – Manufacturing PMI (saisonbereinigte Indexdaten). Werte über 50 signalisieren eine Expansion, Werte unter 50 eine Kontraktion.

Die Veränderung des chinesischen Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vorjahr drehte im März ins Plus. Gespräche mit Managementteams chinesischer Industrieunternehmen deuten darauf hin, dass nahezu alle Unternehmen ihre Preise anheben, um höhere Rohstoffkosten auszugleichen und auf eine robustere Nachfrage zu reagieren.

Die Märkte haben die kurzfristigen Auswirkungen des angebotsbedingten Anstiegs der Ölpreise weitgehend eingepreist, nicht jedoch die anhaltenderen Inflationsrisiken, die mit der Erholung des globalen Industriezyklus und steigenden Industriepreisen infolge höherer Rohstoffkosten verbunden sind. Dadurch entsteht ein Szenario, in dem die Märkte einen vorübergehenden Inflationsschub ausblenden – in der Annahme, dass die Straße von Hormus relativ rasch wieder geöffnet wird. Anleger könnten jedoch von einer strukturell höheren Inflation überrascht werden, die auch nach dem unmittelbaren Energieschock bestehen bleibt.

Die Auswirkungen gestörter Lieferketten

Mögliche Auswirkungen des Energieschocks auf Inflation, Wachstum und Zinsen

Stand: 31. Mai 2026. Analyse von T. Rowe Price. Nur zur Veranschaulichung.

Investmentimplikationen

  • Eine Positionierung auf eine Abflachung der US-Zinskurve könnte von einer geringeren disinflationären Wirkung chinesischer Importe und einer Beschleunigung des globalen Industriezyklus profitieren.
  • Long-Inflations-Breakeven1-Positionen können als Absicherung für Portfolios mit zugrunde liegenden Kreditrisiken in Betracht gezogen werden.

Eine Long-Inflations-Breakeven-Strategie zielt darauf ab, von einer Ausweitung der Spanne zwischen nominalen Anleiherenditen und den Renditen inflationsgeschützter US-Staatsanleihen (TIPS) zu profitieren. Anlagen, die diese Strategie verfolgen, beinhalten häufig Leerverkäufe nominaler Anleihen oder den Einsatz von Derivaten wie Inflationsswaps.

Anhang

Finanzbegriffe: Anleger in den USA und Kanada finden ein Glossar der Finanzbegriffe unter troweprice.com/glossary.

Anlagerisiken:

Aktives Investieren kann mit höheren Kosten verbunden sein als passives Investieren und unter Umständen hinter der Entwicklung des breiten Marktes oder vergleichbarer passiver Strategien mit ähnlichen Anlagezielen zurückbleiben. Die individuelle Anlagesituation und die persönlichen Umstände unterscheiden sich von Anleger zu Anleger. Anleger sollten vor einer Investitionsentscheidung alle relevanten Aspekte sorgfältig berücksichtigen.

Internationale Anlagen können mit höheren Risiken verbunden sein als Anlagen in den USA, unter anderem aufgrund von Wechselkursschwankungen, Unterschieden in Marktstruktur und Liquidität sowie spezifischen länder-, regional- und konjunkturbezogenen Entwicklungen. Diese Risiken sind bei Investitionen in Schwellenländer und Frontier-Märkte in der Regel noch ausgeprägter. Schwellen- und Frontier-Märkte verfügen häufig über weniger diversifizierte und weniger entwickelte Wirtschaftsstrukturen sowie über vergleichsweise instabilere politische Systeme als entwickelte Märkte.

Rohstoffe unterliegen erhöhten Risiken, wie etwa einer höheren Preisvolatilität sowie geopolitischen und weiteren Risiken. Rohstoffpreise können starken Schwankungen unterliegen und sich sehr volatil entwickeln.

Inflationsgebundene Anleihen (Treasury Inflation-Protected Securities, TIPS, in den USA): In Phasen geringer oder ausbleibender Inflation können andere Anleihetypen, wie beispielsweise US-Staatsanleihen, eine bessere Wertentwicklung aufweisen als inflationsgeschützte Anleihen (TIPS).

Alle Anlagen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

Festverzinsliche Wertpapiere unterliegen insbesondere Kredit-, Liquiditäts-, Kündigungs- und Zinsrisiken. Steigende Zinsen gehen in der Regel mit fallenden Anleihekursen einher.

Derivate können mit erhöhten Risiken verbunden sein oder stärkeren Wertschwankungen unterliegen als andere Anlageformen, da sie in der Regel sensibler auf Veränderungen der Markt- oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren. Zu den Risiken zählen unter anderem Währungs-, Hebel-, Liquiditäts-, Index-, Bewertungs- und Gegenparteirisiken.

Anlagen, die Leerverkäufe beinhalten, nutzen in der Regel einen Hebeleffekt, der potenzielle Verluste entsprechend verstärken kann.

T. Rowe Price weist darauf hin, dass wirtschaftliche Schätzungen und zukunftsgerichtete Aussagen zahlreichen Annahmen, Risiken und Unsicherheiten unterliegen, die sich im Zeitverlauf ändern können. Die tatsächliche Entwicklung kann erheblich von den in solchen Aussagen getroffenen Erwartungen abweichen, und zukünftige Ergebnisse können deutlich von der historischen Wertentwicklung abweichen. Die hierin enthaltenen Informationen dienen ausschließlich illustrativen und informativen Zwecken. Etwaige historische Daten, die dieser Analyse zugrunde liegen, basieren auf von T. Rowe Price sowie von Dritten erhobenen Informationen und wurden nicht unabhängig überprüft. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten nur zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung; T. Rowe Price übernimmt keine Verpflichtung, diese zu aktualisieren.

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