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August 2022 / GLOBAL ASSET ALLOCATION

Globale Asset-Allokation: Unser Ausblick für August

Lesen Sie, was an den globalen Märkten heute wichtig ist.

1. Marktausblick

  • Zentralbanken und Anleger haben noch immer mit der höheren Inflation zu kämpfen. Gleichzeitig verliert das globale Wachstum infolge der anhaltenden Lieferunterbrechungen, der geopolitischen Herausforderungen und der Verringerung der Liquidität an Dynamik. Dadurch könnte ein schwieriges zweites Halbjahr drohen. 
  • Die US-Notenbank (Fed) hält entschlossen an der Straffung der Geldpolitik fest. Sie hat die Zinsen in diesem Jahr bereits um 225 Basispunkte (Bp.) erhöht und ließ durchblicken, dass sie ihren aggressiven Kurs zur Bekämpfung der Inflation fortsetzen will. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen trotz des labilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds erstmals seit mehr als zehn Jahren erhöht. Die Bank of Japan (BOJ) hält indes standhaft an ihrer Politik der Renditekurvensteuerung fest.
  • Während die Zentralbanken der meisten Schwellenländer (EM) ihre Geldpolitik infolge der hohen Inflation und der schwachen Währungen weiter straffen, bleibt China bei seiner freundlichen Geldpolitik, um das Wachstum zu unterstützen, bemüht sich aber weiterhin, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.
  • Bedeutende Risiken für die globalen Märkte gehen unter anderem von politischen Fehlern der Zentralbanken, der beharrlichen Inflation, den Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine, einer möglichen massiven Verschlechterung des globalen Wachstums und Chinas Balanceakt aus, nicht nur Covid-19 einzudämmen, sondern zugleich auch Wachstum zu erzielen.

2. Positionierung des Portfolios

Stand: 31. Juli 2022

  • Die Aktienbewertungen sind nach den Rückgängen im Jahr 2022 zwar attraktiver, doch bei den Gewinnaussichten bleiben wir vorsichtig. Zudem stützt die Wirkung der Inflation auf die Margen ebenfalls unsere leichte Untergewichtung von Aktien. Im festverzinslichen Bereich haben wir das Engagement in Anleihen erhöht und die Barmittelbestände verringert.
  • Unsere Übergewichtung in Substanzaktien aus aller Welt haben wir in den letzten Monaten reduziert, um unsere Allokation in Aktien angesichts des nachlassenden Wirtschaftswachstums etwas weniger zyklisch auszurichten. 
  • Im festverzinslichen Bereich haben wir unsere Allokation in Staatsanleihen erhöht und wegen der immer noch großen wirtschaftlichen Unsicherheit die defensive Ausrichtung verstärkt.
  • Europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen sind nun noch stärker untergewichtet, weil wir das Kreditrisiko in Erwartung eines nachlassenden Wachstums in der Region verringern wollten.

3. Marktthemen

Alles, was nötig ist 2.0

Den aktuellen Berichten zufolge ist die Wirtschaft in der Region im 2. Quartal zwar stärker gewachsen als erwartet, jedoch drohen Europa Belastungen durch immer mehr Faktoren. In diesem Monat hob die EZB die Zinsen bei ihrer letzten Sitzung erstmals seit mehr als zehn Jahren unerwartet stark um einen halben Prozentpunkt an, um die höchste Inflation seit Jahrzehnten zu bekämpfen. Das nachlassende Wachstum, das Risiko, dass Russland die Gaslieferungen in die Region kürzt, und die wachsende politische Instabilität bereiten zwar Sorgen, jedoch signalisierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass weitere Zinserhöhungen nötig sein würden, um die Inflation einzudämmen. Gleichzeitig stellte die EZB das neue „Transmissionsschutz-Instrument“ (Transmission Protection Instrument, TPI) vor, über das Staatsanleihen angeschlagener Mitgliedstaaten flexibel gekauft werden können, um eine potenzielle Kreditkrise abzuwenden. Das TPI könnte schon bald genutzt werden, denn die politische Unsicherheit nach dem Rücktritt von Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat die Kreditrisikoprämien italienischer Anleihen stark steigen lassen. Der Herbst steht vor der Tür und bringt kühleres Wetter mit sich. Infolge von Energielieferengpässen könnte eine noch höhere Inflation drohen. Deshalb und wegen der Unsicherheit rund um die italienischen Wahlen im September könnte Lagarde den Ansatz „Alles, was nötig ist“ neu erfinden, um auch diesmal wieder die Region zu retten. 

Immer lächeln

Kaum etwas scheint den Anstieg des US-Dollar stoppen zu können. Er notiert auf den höchsten Ständen seit Anfang der 2000er Jahre und fordert auf breiter Front Opfer, von auf US-Dollar lautenden Schuldpapieren der Schwellenländer bis zu US-Unternehmen, die infolge des unaufhaltsamen Anstiegs der US-Währung schwächere Exporte und niedrigere Umsätze melden. Gründe für den Aufwärtstrend des US-Dollar sind unter anderem die relative Stärke der US-Wirtschaft im Vergleich zu anderen Regionen, die verglichen mit anderen führenden Zentralbanken aggressive Zinsstraffung der Fed und die großen geopolitischen Herausforderungen, die immer mehr Anleger aufgrund der relativen Sicherheit in den US-Dollar treiben. Gemäß der Theorie vom „Dollar-Smile“ entwickelt sich der US-Dollar an beiden Enden des ganzen Spektrums des globalen Wachstums gut. Das heißt, er profitiert, wenn das relative US-Wachstum und die US-Zinsen höher sind, wegen seines Status als „sicherer Hafen“ aber auch dann, wenn sich das globale Wachstum abschwächt – und beides ist aktuell zu beobachten. Das einzige, was den US-Dollar bremsen könnte, scheint aktuell eine Kehrtwende der Fed sein, zu der es vermutlich aber nur bei Anzeichen für ein viel schwächeres Wachstum in den USA oder klareren Belegen für eine nachlassende Inflation kommen würde. Vorerst dürfte das „Dollar-Smile“ aber anhalten.
 

Eine Übersicht über die einzelnen Regionen finden Sie im vollständigen Bericht (als PDF auf Englisch >

 

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