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Entdeckung verborgener Welten in den Schwellenländern

Ernest Yeung , Portfolio Manager

Das ungebrochene Anlegerinteresse an den Branchen der so genannten „New Economy“ – wie Technologie und Gesundheit – hat die Bewertungen vieler wachstumsstarker Unternehmen aus Schwellenländern auf historische Höchststände klettern lassen. Traditionelle „Value“-Sektoren – wie Banken, Versicherer und Industrie – bleiben dagegen trotz einer rapiden Verbesserung der freien Cashflows unbeachtet. Der Bewertungsabstand zwischen Titeln der „Old Economy“ und der „New Economy“ ist inzwischen so groß wie seit 20 Jahren nicht mehr.
 

In gewisser Hinsicht überrascht die starke Nachfrage nicht, da mit den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) in der Regel die Vorstellung von hohem Wachstum verbunden ist. Aus Sicht von „Value“-Anlegern sind dadurch viele Bereiche entstanden, die vom Markt übersehen oder vergessen werden.


In den Schwellenländern lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung, und seit der globalen Finanzkrise von 2008 haben diese Staaten mehr als die Hälfte zum weltweiten Wirtschaftswachstum beigetragen. Die Anleger sind gegenüber den Emerging Markets indessen überwiegend skeptisch eingestellt und konzentrieren ihr Engagement in den meisten Fällen auf eine kleinere Zahl hochkarätiger Wachstumsunternehmen.  Das hat dazu geführt, dass ein großer Teil der Chancen, die sich im EM-Universum bieten, keine Beachtung findet. Dabei erzielen dort viele Unternehmen ein passables Wachstum, und ihre Bewertungen sind weiterhin vergleichsweise niedrig. Vor diesem Hintergrund sollte meines Erachtens mit einem disziplinierten Bottom-Up-Ansatz nach Aktien gefahndet werden, die vom Markt „vergessen“ beziehungsweise übersehen worden sind, die jedoch mit soliden Fundamentaldaten aufwarten und bei denen Katalysatoren für eine mögliche Höherbewertung erkennbar sind.


Ich beurteile die Aussichten für die Schwellenländer weiter zuversichtlich. Ihre Volkswirtschaften befinden sich noch in der frühen bis mittleren Phase der Erholung, nachdem 2016 die Talsohle des Zyklus erreicht war. Freundlichere gesamtwirtschaftliche Bedingungen und bessere Fundamentaldaten der Unternehmen dürften den Börsen dieser Länder in Kombination mit angemesseneren Bewertungen Auftrieb verleihen. Die verbesserte Kapitaldisziplin von Regierungen und Unternehmen in den Emerging Markets bestärkt mich in dieser Einschätzung. Nachdem EM-Unternehmen jahrelang zügellos Geld ausgegeben haben, üben sie nun Zurückhaltung und bemühen sich um einen zweckmäßigeren Kapitaleinsatz und die Erwirtschaftung von Cashflows.

Andere Regeln für Schwellenländer

Einfach nur billige Aktien zu kaufen und dann auf die so genannte „Mean Reversion“ zu warten, die Rückkehr zum langfristigen Mittel, ist in Schwellenländern der falsche Ansatz. EM-Aktien können über längere Zeit billig bleiben. Ohne die Erfolgsbilanz eines Unternehmens bei der Umsetzung seiner Pläne genau zu kennen und ohne über die nötigen Ressourcen zu verfügen, um Faktoren zu ermitteln, die zu einer positiven Neubewertung einer Aktie führen könnten, erliegt man leicht vorschnell den Verlockungen dieser Titel. In den Schwellenländern sind undurchsichtige Eigentümerstrukturen, eine weniger effiziente Unternehmensführung und die Dominanz von Familienunternehmen oder Staatsbetrieben Faktoren, die zusammen dazu führen können, dass billige Aktien allzu lange billig bleiben.
 

Liquidität ist ebenfalls ein wichtiger Parameter bei der Auswahl „vergessener“ Unternehmen, die vor grundlegenden Veränderungen stehen. Deshalb konzentrieren wir uns stärker auf liquide Titel aus dem Mid-Cap-Segment und meiden Unternehmen mit sehr geringer Marktkapitalisierung, bei denen mangelnde Liquidität ein Problem und ein potenzielles Risiko darstellen kann.

Positiver Ausblick für China

In Asien bleibt Chinas wirtschaftliche Transformation ein wesentlicher positiver Faktor Peking hat konkrete Reformen umgesetzt, und eine anhaltende Glaubwürdigkeit seiner Politik wird in naher Zukunft positiv für das Land sein. China wird die Reformen vorantreiben und zugleich versuchen, ein nachhaltigeres Wachstum zu erreichen. Anleger neigen zu einem negativen Urteil über Staatsbetriebe, doch diese Unternehmen bieten durchaus Chancen, vor allem wenn Reformen mit Erfolg umgesetzt wurden.
 

Der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA, der Anstieg der US-Zinsen und der starke US-Dollar haben zwar die Stimmung getrübt, doch die meisten Schwellenländer sind dadurch nicht von ihrem Kurs der wirtschaftlichen Erholung abgekommen.
 

Da ein Großteil der Anleger den Blick weiter vor allem auf wachstumsstarke Aktien richtet und den vielen verkannten und unterbewerteten Unternehmen wenig Beachtung schenkt, eröffnen sich in den Schwellenländern meiner Ansicht nach außerordentlich interessante Chancen.



Hauptrisiken –
Die folgenden Risiken sind für die Strategien, um die es hierin geht, von erheblicher Bedeutung.
 

Transaktionen mit Wertpapieren, die in Fremdwährungen denominiert sind, unterliegen Wechselkursschwankungen, die den Wert einer Anlage beeinflussen können. Die Erträge können volatiler sein als die an anderen, etablierteren Märkten, bedingt durch Veränderungen des Marktumfelds oder der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Die Strategie unterliegt einem erhöhten Risiko, da sie beim Streben nach langfristigem Wertzuwachs sowohl wachstums- als auch wertorientierte Ansätze verwenden kann.


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