INVESTMENT INSIGHTS

Bleibt uns das Thema Reflation auch 2020 erhalten?

Arif Husain , Portfolio Manager

Überblick

  • Die Konjunkturerholung ist noch etwas instabil, denn die harten Daten fallen nach wie vor eher schwach aus.
  • Die Kreditmärkte dürften sich weiterhin recht unterschiedlich entwickeln.
  • Das Umfeld für die Schwellenländer ist freundlich, doch das Risiko negativer Meldungen besteht nach wie vor.

Was hält das Jahr 2020 für die Anleihemärkte bereit? Wenn man dem Marktkonsens glauben kann, dann wird uns das Thema Reflation erhalten bleiben. Dies war einer der Hauptdiskussionspunkte bei unseren letzten Sitzungen zur Anlagepolitik, wo das Anlageteam das makroökonomische Umfeld eingehend betrachtete, um zu beurteilen, ob Risikoanlagen auch in diesem Jahr wieder von den Bedingungen profitieren werden – oder ob die Anleger besser vorsichtig sein sollten.
 

Noch nicht von der Erholung mitreißen lassen

Dass sich das globale Wachstum in den letzten Monaten beschleunigt hat, ist den Zentralbanken nicht entgangen – einige von ihnen, darunter die US-Notenbank (Fed), haben bestätigt, dass sich die Konjunkturbedingungen stabilisiert haben. Risikoanlagen, etwa an den Aktien- und Kreditmärkten, haben dadurch Zugewinne verzeichnet, während Kernanleihen zu kämpfen hatten.
 

„Was die Wachstumsaussichten angeht, sind die Märkte überaus optimistisch – in die Kurse ist bereits einiges eingerechnet“, erklärt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income. Er fügt allerdings hinzu: „Sicher, die Weltwirtschaft steht heute sehr viel solider da, doch noch sind nicht alle Kennzahlen positiv, und die harten Daten fallen noch immer etwas schwach aus.“
 

(Abb. 1) Senden CCC-Hochzinstitel Warnsignale aus?
Optionsbereinigte Spreads (in %) für das CCC-Segment des US-Markts für Hochzinsanleihen und den US-Markt für Hochzinsanleihen insgesamt.
Stand: 31. Dezember 2019

(Abb. 1) Senden CCC-Hochzinstitel Warnsignale aus?

 

Bloomberg Barclays U.S. Corporate High Yield Bond Index.

Datenquelle für den Bloomberg Barclays Index: Bloomberg Index Services Ltd. Copyright© 2020. Bloomberg Index Services Ltd. Die Verwendung wurde genehmigt.

 

Das Anlageteam merkt an, dass das Schlimmste zwar vorüber sein könnte, die Erholung aber nach wie vor recht verhalten ist. In der Eurozone zum Beispiel ist das Wachstum in den meisten Ländern weiterhin schwach. „Es mag sich großartig anfühlen zu sehen, dass die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone wieder steigen. Doch bislang haben sie nur moderat zugelegt. Die Anleger sollten daher nichts überstürzen“, meint Arif Husain.  
 

Das geopolitische Umfeld birgt auch Risiken. In den letzten Monaten hat es sich zwar gebessert, so dass die Risikobereitschaft der Anleger gestiegen ist; doch die Gegebenheiten können sich rasch ändern. „Im Jahr 2020 könnten zahlreiche Ereignisse dazu führen, dass das Pendel auf geopolitischer Ebene in die andere Richtung ausschlägt“, erklärt Arif Husain. Er verweist auf die jüngste Eskalation der Spannungen im Nahen Osten, die Umsetzung des Brexit, die US-Präsidentschaftswahl sowie die laufenden Zollverhandlungen der USA nicht nur mit China, sondern potenziell auch mit Europa.
 

Es mag sich großartig anfühlen zu sehen, dass die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für die Eurozone wieder steigen. Doch bislang haben sie nur moderat zugelegt. Die Anleger sollten daher nichts überstürzen.
- Arif Husain, Portfolio Manager and Head of International Fixed Income

Performance an den Kreditmärkten dürfte weiter eine breite Streuung aufweisen

Was nun die Kreditmärkte angeht, so waren in letzter Zeit einige uneinheitliche Signale zu erkennen. Während sich zum Beispiel Unternehmensanleihen in der zweiten Jahreshälfte gut entwickelten, stiegen die Kosten für kurzfristige Absicherungen bei US-Unternehmen mit Investment-Grade-Rating allmählich. Außerdem haben sich die Spreads von Hochzinstiteln insgesamt zwar verengt; bei Unternehmen aus dem Energiesektor sowie im risikoreicheren Marktsegment mit einem Rating von C sind die Spreads im Vergleich zu Nicht-Energieunternehmen und qualitativ höherwertigen Anleihen mit einem Rating von BB und B aber deutlich weniger stark geschrumpft. „Der Trend zur Zweiteilung am Markt für Hochzinsanleihen könnte sich im Jahr 2020 fortsetzen“, sagt Arif Husain. „Bei der Entscheidung, wie sie in dieser späten Phase des Zyklus Risiken eingehen wollen, sind die Anleger wählerischer geworden.“


In den Schwellenländern ist das Umfeld im Großen und Ganzen freundlich. Dennoch könnten sowohl Lokal- als auch Hartwährungsanleihen in diesem Jahr vor eine ganze Reihe von titelspezifischen Herausforderungen gestellt werden. Dazu Arif Husain: „Am Markt herrscht erhebliche Unsicherheit – und von den Nachrichten und Meldungen könnten im Jahr 2020 beachtliche Risiken ausgehen.“
 

In den Frontier-Märkten ist die Situation noch heikler, da der Zugang zu Liquidität häufig eingeschränkt sein kann. Wenn ein Risikoereignis eintritt, würde dies umgehend starke Auswirkungen auf die Kurse haben. Im vergangenen Jahr lieferte der Libanon das extremste Beispiel hierfür. Dort lösten Proteste massive Verkäufe von Staatsanleihen des Landes aus. „Für Länder wie Sri Lanka, Sambia und Ecuador wird es darum gehen, eine ähnliche Abwärtsspirale im Jahr 2020 unbedingt zu vermeiden“, warnt Arif Husain.
 

Wie gut Anleger das Risiko zu diversen Zeitpunkten im Laufe des Jahres verringern oder erhöhen können, wird darüber entscheiden, ob 2020 ein erfolgreiches Jahr für Anlagen in Anleihen wird.
- Arif Husain, Portfolio Manager and Head of International Fixed Income

Solides Wachstum nötig, damit Risikorally in Gang bleibt

Damit sich Risikoanlagen weiterhin so positiv entwickeln, muss sich das Reflationsszenario zu einem soliden Wachstumsszenario weiterentwickeln. Fest steht aber, dass zahlreiche Hürden überwunden werden müssen, bevor dies geschehen kann. Vor diesem Hintergrund sollten sich Anleger für eine vorsichtige Herangehensweise entscheiden, wenn sie darüber nachdenken, so spät im Konjunkturzyklus das Risiko in ihren Portfolios zu erhöhen. „Wie gut Anleger das Risiko zu diversen Zeitpunkten im Laufe des Jahres verringern oder erhöhen können, wird darüber entscheiden, ob 2020 ein erfolgreiches Jahr für Anlagen in Anleihen wird“, erklärt Arif Husain.
 

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Durchschnittliche Duration
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