INVESTMENT INSIGHTS

Es gibt nur einen Ausweg

Ken Orchard , Portfolio Manager

Die Situation der Weltwirtschaft ist ein wenig heikel. Die beiden größten Volkswirtschaften, nämlich die USA und China, stecken in ihrem Handelskrieg fest. Die Spannungen nehmen ständig zu und ab und dämpfen das Wachstum in beiden Ländern, wozu auch die Straffung der Geldpolitik in der Vergangenheit beiträgt. Kein Zweifel, die Daten zum US-Einkaufsmanagerindex waren zuletzt so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr (aufgrund der schwachen Daten zum Vertrauen und zum Auftragseingang). Zudem ist das Wachstum in der Eurozone bereits seit 18 Monaten schwach. Das geringere Wachstum und das schwächere Vertrauen verstärken sich dabei gegenseitig.


Im Juli senkte die US-Notenbank (Fed) erstmals seit zehn Jahren die Zinssätze. Seitdem hat sich die US-Renditekurve verflacht (und zum Beispiel zwischen den Renditen 3-monatiger und 7-jähriger US-Treasuries ist der Spread nun deutlich negativ), derweil sich die Spreads von Hochzinsanleihen ausgeweitet und Aktien schwach abgeschnitten haben. Die Märkte machen der Fed damit eindringlich klar, dass ein kurzer, begrenzter Zinssenkungszyklus einfach nicht genug ist, um eine Wachstumswende zu bewirken. So viel zu frischen Impulsen für den Konjunkturzyklus.


Das Problem dabei: Wenn es darum geht, das globale Wachstum anzukurbeln, führen alle Wege wieder zur Fed. Platt gesagt, ist keine andere Institution sowohl willens als auch fähig, der Weltwirtschaft positive Impulse zu geben. Sicher, China setzt ein Konjunkturmaßnahmen um. Die sollen aber das Wachstum im eigenen Land stabilisieren – Peking hat kein Interesse an einem neuen Kreditboom, der die finanzielle Stabilität gefährden würde. Die Bank of Japan ist vor drei Jahren in die Vollen gegangen. Die Europäische Zentralbank hat nur sehr wenig Spielraum für weitere Impulse. Irgendwann könnte es in Europa Konjunkturmaßnahmen geben, aber nicht sehr bald: Die Regierungen der größten Länder der Eurozone sind alles andere als begeistert von der Idee, mehr Schulden zu machen.

Das Problem dabei: Wenn es darum geht, das globale Wachstum anzukurbeln, führen alle Wege wieder zur Fed.

Die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit lassen vermuten, dass die großen Volkswirtschaften nur dann in einem angemessenen Tempo wachsen, wenn irgendwer positive Impulse gibt. Dass da – abgesehen von der Fed – niemand ist, der sich dafür anbietet, ist ein Problem. Wahrscheinlich werden das Wachstum und die Inflation weiter sinken, bis die Politik reagiert. Ein starker Abschwung oder eine leichte Rezession scheint unvermeidbar zu sein. Eine lange und / oder schwere Rezession ist allerdings unwahrscheinlich, weil die dafür nötigen wirtschaftlichen Ungleichgewichte einfach nicht bestehen.

Ein starker Abschwung oder eine leichte Rezession scheint unvermeidbar zu sein.

Was geschieht als nächstes? Die Geldmärkte preisen aktuell zwei mögliche Szenarios mit zwei sehr unterschiedlichen Ausgängen ein: Zum einen wird die Wahrscheinlichkeit als hoch angesehen, dass es zu einer leichten Lockerung der Fed mit aller Voraussicht nach zwei weiteren Zinssenkungen kommt. Das würde nicht genügen, um das globale Wachstum kräftig anzuschieben. Zum anderen wird die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer deutlichen Lockerung der Fed kommt, bei der die Zinsen fast auf null sinken, indes als gering angesehen. Dies würde – in Verbindung mit einigen begrenzten Konjunkturmaßnahmen in Europa und China – genügen, um dem globalen Wachstum neues Leben einzuhauchen.


Wird die Fed die Botschaft verstehen? Und falls ja, wann? Zuvor wird sich die Lage wahrscheinlich erst noch verschlechtern müssen. In hochwertigen Durationspositionen „long“ zu bleiben und an Risikoabsicherungen festzuhalten ist daher sinnvoll. Doch die Geschichte lehrt, dass die Fed letzten Endes tun wird, was sie tun muss – und wenn das geschieht, werden sich sehr gute Gelegenheiten zum Kauf von Unternehmensanleihen ergeben.

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