INVESTMENT INSIGHTS

Europäische Small Caps sind für Volatilität gerüstet

Ben Griffiths , Portfoliomanager

Überblick

  • Die europäischen Aktienmärkte dürften sich auch 2019 volatil entwickeln.

  • Europa beheimatet zahlreiche innovative Wachstumsunternehmen, die mittelfristig gut abschneiden könnten.

  • Aufgrund der Unsicherheit über die Marktdynamik, die wirtschaftlichen Fundamentaldaten und verschiedene geopolitische Probleme liegt die Messlatte für erfolgreiche Unternehmen höher.

Wir gehen davon aus, dass sich die europäischen Aktienmärkte 2019 ähnlich entwickeln werden wie in der zweiten Jahreshälfte 2018, als der Abbau fiskalpolitischer Impulse durch die Zentralbanken, die gestiegene Besorgnis über den Handelsstreit und die Anzeichen für eine fortschreitende Konjunkturabkühlung in Europa einen drastischen Anstieg der Volatilität auslösten. Die Kombination dieser Effekte setzte in den letzten Monaten des Jahres 2018 dem anhaltenden Aufwärtstrend abrupt ein Ende, und die zuletzt stark gestiegenen Bewertungen gingen zurück.
 

Das Erstarken populistischer Strömungen auf dem gesamten Kontinent, die langwierigen Brexit-Verhandlungen und die Spannungen zwischen Italien und der Europäischen Union (EU) haben ein schwieriges geopolitisches Umfeld geschaffen, das wir weiter beobachten.

Der Strukturwandel der Wirtschaft, der von kleinen, innovativen Unternehmen getragen wird, hat eine starke Dynamik entwickelt und dürfte mehrere Jahre anhalten.
- Ben Griffiths Portfolio Manager, European Smaller Companies Equity Strategy

Mit Blick auf die externen Faktoren haben sich die Aussichten für das Wirtschaftswachstum jedoch eingetrübt, da die Besorgnis über den Handelskrieg die Konjunktur und die Investitionsabsichten beeinträchtigt. Zudem ist weiter unklar, inwieweit die US-Wirtschaft den Übergang zu steigenden Finanzierungskosten verkraften wird. In den Schwellenländern haben sich die Risiken ebenfalls erhöht, was die Exportmärkte zahlreicher europäischer Unternehmen belasten könnte. Auch die Wachstumsverlangsamung in Asien, insbesondere in China, und die geopolitischen Risiken in der Region dürfen nicht ignoriert werden.

Günstige EZB-Politik, doch der Brexit rückt näher

Die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt den Markterwartungen zugute. Nach einer langen Phase mit enttäuschenden Ergebnissen sind auch die Unternehmensgewinne in den letzten zwei Jahren wieder gestiegen. Die Konjunkturabkühlung hat die Analysten zwar veranlasst, die Gewinnerwartungen für 2019 zu reduzieren. Dennoch bleiben die Prognosen moderat positiv, wobei die Erwartungen für kleinere Unternehmen etwas günstigerer sind als für Large Caps.1


(Abb. 1) Small Caps mit robuster Performancebilanz

Kleinere Unternehmen können sich sowohl in Bären- als auch in Bullenmärkten überdurchschnittlich entwickeln

Stand: 31. Dezember 2018
 

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Quellen: T. Rowe Price und MSCI.


Die politische und wirtschaftliche Instabilität, die aus der anhaltenden Unsicherheit über den Brexit resultiert, hat das politische System Großbritanniens untergraben und die Aussichten für das restliche Europa eingetrübt. Unabhängig davon, welche Vereinbarungen letztlich getroffen werden, ist der Austritt eines der größten EU-Handelspartner aus dem europäischen Binnenmarkt ein komplexer Prozess, der erst nach Abschluss der Verhandlungen beginnt und beide Volkswirtschaften noch erheblich beeinträchtigen dürfte.

 

Seit dem britischen Referendum über die EU-Mitgliedschaft im Juni 2016 haben wir unser Engagement in Großbritannien genau überprüft. Dabei reduzierten wir unsere Positionen in britischen Unternehmen, die ausschließlich auf den inländischen Markt oder zyklische Sektoren ausgerichtet sind, da sie bei einem Wachstumsrückgang am stärksten gefährdet wären. Ebenso wie im restlichen Europa konzentrierten wir uns daher auf hochwertige Wachstumsunternehmen und verstärkten dabei unsere bevorzugten Engagements. Dadurch richten wir das Portfolio etwas defensiver aus, bis sich die konkreten Bedingungen für den Brexit abzeichnen.

Small Caps bei schwierigen Marktbedingungen robuster

Obwohl sich die Konjunktur derzeit abkühlt und die politischen Risiken zunehmen, ist Europa in einer deutlich besseren Verfassung als vor zehn Jahren. Seit der Finanzkrise hat sich die europäische Wirtschaft auf breiter Front erholt. Neue Branchen entstanden, und zahlreiche innovative Unternehmen nehmen bei der Umgestaltung ihrer Märkte eine Spitzenstellung ein. Die bahnbrechenden Entwicklungen in vielen Bereichen, wie der internetbasierte Wandel und die Innovationen in der Medizin, stimmen uns zuversichtlich, da sie Unternehmen mit strukturellem Wachstum stärker zugutekommen als traditionellen Branchen.

 

Der strukturelle Wandel der Wirtschaft hat eine starke Dynamik entwickelt und dürfte mehrere Jahre anhalten. Diese veränderte Dynamik ist aus unserer Sicht einer der Gründe dafür, dass europäische Small Caps in den letzten zehn Jahren deutlich besser abgeschnitten haben als Aktien größerer Unternehmen – obgleich sich das Tempo ihrer Outperformance zuletzt verringert hat.2 Zudem hat sich in diesem Zeitraum gezeigt, dass sich Small-Cap-Aktien sowohl in Bullen- als auch in Bärenmärkten überdurchschnittlich entwickeln können. Wie Analysen von T. Rowe Price zeigen, übertrafen Aktien kleinerer Unternehmen in den vergangenen Jahren während 66% der Zeiträume mit steigenden Kursen den aus Large Caps bestehenden MSCI Europe Index und erzielten auch in 55% aller Zeiträume mit sinkenden Kursen eine Outperformance.

Günstigere Bewertungen bieten Einstiegschancen

Die Bewertungen des europäischen Small-Cap-Universums entsprechen nun weitgehend dem langjährigen Durchschnitt. Darüber hinaus sind die Bewertungen erstklassiger Unternehmen mit hohem Wachstum während der jüngsten Kursrückgänge besonders stark gesunken. Da diese wachstumsstarken Aktien jetzt bei relativer Betrachtung attraktiver sind als der Gesamtmarkt, bietet sich Anlegern eine attraktive Anlagegelegenheit.

 

Bei unserem Research im europäischen Small-Cap-Universum wollen wir die besten und innovativsten Anlagechancen ermitteln – Qualitätsunternehmen mit beständig hohen Wachstumsraten. In den Sektoren IT, Gesundheitswesen, zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienste, die innerhalb der Strategie am stärksten gewichtet sind, finden wir dabei besonders häufig Unternehmen mit dem Potenzial, weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.

Keine Änderung der Portfolioausrichtung

Wir sind daher weiterhin auf ein diversifiziertes Portfolio ausgerichtet, mit einem Schwerpunkt auf innovationsstarken Wachstumsunternehmen, die unserer Ansicht nach in den kommenden fünf bis zehn Jahren unabhängig von den makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen beträchtliche Geschäftspotenziale bieten.


Obwohl die Märkte auf kurze Sicht vor Herausforderungen stehen, sind wir davon überzeugt, dass erstklassige kleinere Unternehmen mit hohen Wachstumsraten auch im kommenden Jahr gut abschneiden können. Wir beurteilen die längerfristigen Aussichten für europäische Aktien weiter optimistisch, insbesondere mit Blick auf die Unternehmen innerhalb unserer European Smaller Companies Equity Strategy. 

Darauf achten wir in nächster Zeit

Zu den Abwärtsrisiken, die wir auch in Zukunft beobachten, zählen die hohe Unsicherheit rund um den Brexit, der wachsende Einfluss populistischer Strömungen, die Spannungen im internationalen Handel und die Möglichkeit einer unerwartet starken Konjunkturabkühlung in den USA, China und Europa.

 

Wichtigste Risiken – Folgende Risiken sind für die hierin dargestellte Strategien von wesentlicher Bedeutung:

Transaktionen mit Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten, können Wechselkursschwankungen ausgesetzt sein, die sich auf den Wert einer Anlage auswirken können. Die Risiken bei Anlagen in kleinen Unternehmen sind größer als die Risiken, die gewöhnlich mit Anlagen in großen Unternehmen verbunden sind, da die Produktlinien, Märkte und finanziellen Mittel von kleinen Unternehmen häufig begrenzt sind.

1IBES. Stand: 31. Dezember 2018

 

2Der MSCI Europe Small Cap Index stieg zwischen Dezember 2008 und Dezember 2018 in Euro mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14%, während der aus Large Caps bestehende MSCI Europe Index in diesem Zeitraum nur um 8% zulegte. Quellen: T. Rowe Price und MSCI.

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