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Juni 2021 / VIDEO

Unternehmensanleihen – ein kurzer Ausblick

Fundamentaldaten, Bewertungen und technisches Umfeld

Transkript

Zu Beginn würde ich gern kurz die Themen zusammenfassen, die wir im Dezember vorgestellt haben. Insgesamt waren wir optimistisch und sahen nach wie vor Spielraum für eine Verengung der Spreads und akzeptable Ertragschancen bei Unternehmensanleihen.

Die Schwellenländer wiesen stabile Fundamentaldaten auf, und auch die technischen Bedingungen sorgten in diesem Segment für Unterstützung, wodurch ein günstiges Umfeld entstand. Zudem ermöglichte die Anlageklasse eine Diversifizierung des Risikos und bot eine Spread-Prämie gegenüber anderen Anlageklassen. Asiatische Unternehmensanleihen erschienen angesichts ihres attraktiven risikobereinigten Renditeprofils besonders interessant.

Bei Investment-Grade-Anleihen war das Bild etwas weniger einheitlich: Bei stabilen Fundamentaldaten boten die technischen Bedingungen Unterstützung, doch die Bewertungen waren bestenfalls angemessen. Bei unserem bevorzugten Anlageansatz konzentrierten wir uns auf bestimmte Branchen oder Ratingkategorien, um titelspezifische Anlagechancen zu ermitteln.

Den Ausblick für die Anlageklasse der Hochzinsanleihen schätzten wir sehr optimistisch ein. Das größte Wertpotenzial boten zyklische oder wenig gefragte Branchen, die von der Wiederöffnung der Wirtschaft nach der Covid-Krise profitieren würden. Daneben konzentrierten wir uns auf Darlehen, die unserer Ansicht nach die beste risikobereinigte Anlagechance boten.

Wo stehen wir heute?

Die Bewertungen sind insgesamt sicherlich weniger attraktiv. Vereinzelt lassen sich noch Anlagechancen ausmachen, sie sind jedoch deutlich seltener geworden. 

Bei unseren Anlagen in Unternehmensanleihen bevorzugen wir sowohl Hochzinsanleihen als auch Titel aus Schwellenländern – in beiden Anlageklassen entwickeln sich die Fundamentaldaten weiter positiv.

Dagegen werden Investment-Grade-Papiere durch verschiedene Faktoren belastet. Die Bewertungen haben ein Allzeithoch erreicht. Berücksichtigt man zudem das zunehmende Angebot, die steigende Duration und die immer schwächeren Fundamentaldaten, ergibt sich eine schwierige Situation, und kurzfristig sind wir sicherlich nicht optimistisch.

Belastungsfaktoren für Investment-Grade-Anleihen

Was geschieht derzeit innerhalb der Anlageklasse der Investment-Grade-Anleihen? Zunächst einmal schwächt sich die Bonität – gemessen am Nettoverschuldungsgrad – weiter ab. Dadurch ist der Anteil des Ratingsegments BBB am Index in den letzten Jahren auf rund 50% angestiegen.

Unsere Analysten haben die Barbestände von über 300 Unternehmen untersucht. Nach ihren Erkenntnissen ist insgesamt zu erwarten, dass diese Barbestände zwischen Ende 2020 und Ende 2021 um etwa 80% sinken dürften. Diese Reduzierung könnte unseres Erachtens über verschiedene Kanäle erfolgen, etwa durch verstärkte Aktienrückkäufe oder eine Zunahme der Fusionen und Übernahmen. Diese Aktivitäten wären positiv zu beurteilen, falls die Anleger durch ein entsprechendes Bewertungsniveau entschädigt würden. Doch die Bewertungen sind ebenfalls überzogen, insbesondere beim Vergleich der Spreads der Ratingsegmente BBB und A.

Was sollten Sie in dieser Situation tun? Wir würden dazu raten, in Titel mit höherer Bonität und längerer Laufzeit umzuschichten. Sie könnten sich also auf Titel mit einem Rating von A konzentrieren und innerhalb dieses Segments zu etwas längeren Laufzeiten wechseln. Sie sollten ein Carry-Engagement in mittleren Laufzeiten beibehalten, die Durationsposition jedoch insgesamt untergewichten. Auf Sektorebene halten wir die Bereiche Banken, Telekommunikation, Medien und Technologie für interessant. Und dies sowohl aus fundamentaler als auch aus technischer Sicht, insbesondere mit Blick auf die Liquidität.

Positive Ratingentwicklung im Hochzinsbereich

Die Covid-19-Pandemie hat zu einer rekordhohen Zahl von „Fallen Angels“ und einem äußerst niedrigen Verhältnis von Herauf- und Herabstufungen geführt. Die weltweite Wiederbelebung der Wirtschaft bietet Hochzinsanlegern jedoch nicht nur ein besseres Chancenspektrum, sondern auch die Möglichkeit, mit künftigen „Rising Stars“ überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

Die Fallen Angels waren vor allem in Sektoren zu finden, die durch die Pandemie stark unter Druck gerieten. In den Bereichen Energie, Unterhaltung, Freizeit und Transport wurden im Jahr 2022 jeweils mehr als 75% der Emittenten herabgestuft. Doch da sich die Unternehmensgewinne in diesen Sektoren wieder erholen, dürfte sich die Ratingentwicklung verbessern.

Unsere Analysten konzentrieren sich darauf, Unternehmen zu identifizieren, die in den nächsten Jahren wieder den Investment-Grade-Status erreichen könnten, sei es aufgrund von langfristigen Trends oder durch konjunkturell bedingt bessere Ergebnisse, den Abbau von Schulden, verbesserte Kapitalstrukturen und/oder einen hohen freien Cashflow. Wir denken dabei an Unternehmen wie Netflix, T-Mobile, HCA und Ford, die mehrere dieser Merkmale aufweisen und deren Spreads sich deutlich verengen dürften, wenn sie sich von Fallen Angels zu Rising Stars entwickeln.

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