INVESTMENT VIEWPOINT

Globale Asset-Allokation: Einblicke für August

Yoram Lustig , Head of Multi-Asset Solutions, EMEA

MARKTEINBLICKE

Stand: 31. Juli 2019

Der erste Schnitt ist (nicht) der tiefste

Erwartungsgemäß hat die US-Notenbank „zum Schutz vor Abwärtsrisiken“ erstmals seit 2008 einen Zinsschnitt vorgenommen und die Reduzierung der Bilanzsumme zwei Monate früher als geplant beendet. Die Zinssenkung um 25 Basispunkte (Bp.) fiel geringer aus, als einige Marktexperten gehofft hatten, und wurde nach dem Kommentar von Jerome Powell, dass es sich dabei eher um eine „Anpassung zur Zyklusmitte“ als um den Beginn eines Lockerungszyklus handele, allgemein als Maßnahme mit restriktivem Charakter beurteilt. Doch die Geschichte lehrt, dass „Sicherheitssenkungen“ wie diese häufig den Auftakt zu einer Reihe weiterer Zinssenkungen bilden. Wenn US-Präsident Trump künftig fast alle Importe aus China mit Zöllen belegt und dadurch den Handelskrieg anheizt, könnten weitere Lockerungen notwendig werden. Da die Renditen 10-jähriger US-Treasuries daraufhin auf den tiefsten Stand seit 2016 gesunken sind, könnte die nächste Zinssenkung bereits unmittelbar bevorstehen.

Brexit – wird sich Europa Johnsons harter Linie beugen?

Am 23. Juli gewann Boris Johnson die Abstimmung über den Vorsitz der Konservativen Partei und wurde zum neuen britischen Premierminister ernannt. Seitdem wirbt Johnson um mehr Unterstützung für den Brexit und hat mit seinem Versprechen, das von Theresa May erzielte Austrittsabkommen nachzuverhandeln, den Druck auf die Verhandlungsführer erhöht. Außerdem hat er den Backstop für Nordirland gestrichen und bekräftigt, dass Großbritannien am 31. Oktober – mit oder ohne ein Abkommen – aus der EU austreten wird. Die Fronten sind verhärtet und bis zum Austrittstermin sind es nur noch drei Monate; die Wahrscheinlichkeit eines Brexit ohne Abkommen ist daher mittlerweile beunruhigend hoch. Die Unsicherheit hat das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gedrückt. Es besteht zudem noch weiteres Abwärtspotenzial, falls es tatsächlich zu einem „No-Deal-Brexit“ kommen sollte. Johnson hat nur eine hauchdünne Mehrheit, sodass jederzeit ein Misstrauensvotum drohen könnte. Doch selbst wenn Neuwahlen ausgerufen werden, ist unklar, ob eine Partei allein genügend Unterstützung erhalten würde, um das allem Anschein nach Unvermeidliche abzuwenden.

Gewinne – US-Verbraucher sind (vorläufig) der Retter

Die US-Berichtssaison für das 2. Quartal neigt sich dem Ende zu. Die Gewinnschätzungen wurden nicht selten übertroffen, sodass die Ergebnisse für das Quartal leicht im Plus lagen und die Angst vor einer Gewinnrezession etwas geschwunden ist. Das schwache globale Wachstum, der starke US-Dollar und die Handelsspannungen gehen an multinationalen Unternehmen aber auch nicht spurlos vorüber. Das gilt vor allem für jene, die mehr als 50% ihrer Umsätze außerhalb der USA generieren. Diese Unternehmen erlitten im Berichtsquartal zweistellige Gewinnrückgänge. Auf die Binnenkonjunktur ausgerichtete Unternehmen melden dagegen auch dank des robusten US-Konsums ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Im Zuge der Anhebung der Zölle auf Waren wie Spielzeug, Bekleidung und Smartphones könnten die US-Konsumausgaben sinken. Dann würden auch die binnenkonjunkturorientierten Unternehmen die Folgen zu spüren bekommen.


Eine Übersicht über die einzelnen Regionen finden Sie in dieser PDF-Datei.


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