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Fünf Schlüsselaspekte für die Euro-Hochzinsmärkte im Jahr 2019

Mike Della Vedova , Portfolio Manager

Zu Beginn des neuen Jahres werfen wir einen Blick auf fünf Aspekte, die unserer Einschätzung nach an den europäischen Hochzinsmärkten 2019 eine zentrale Rolle spielen werden:

1. Die EZB sorgt auch nach Beendigung der quantitativen Lockerungsmaßnahmen für Unterstützung

Die Europäische Zentralbank (EZB) zählt nach wie vor zu den Zentralbanken mit der expansivsten Geldpolitik weltweit. Obwohl das quantitative Lockerungsprogramm Ende 2018 offiziell eingestellt wurde, reinvestiert die EZB weiterhin die Erlöse aus fälligen Anleihen. Dieser Aspekt ist von großer Bedeutung: Die Europäische Zentralbank strafft ihre Geldpolitik noch nicht, und ihre Bilanzsumme wird auf dem hohen aktuellen Niveau verharren. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die EZB den Weg zur geldpolitischen Normalisierung langsam und vorsichtig beschreiten wird – Zinserhöhungen erwarten wir erst ab 2020, es sei denn, die Konjunktur der Eurozone zieht spürbar an. Dabei ist ein weiterer Aspekt zu beachten: Selbst wenn die EZB die Zinsen erhöht, sind zwei Zinsschritte von je 20 Basispunkten erforderlich, damit der Leitzins von derzeit -0,4% überhaupt erst ein Niveau von null erreicht.

2. Die technische Perspektive ist uneinheitlich

Angesichts der Volatilität im Jahr 2018 wird es entscheidend sein, für neue Anleiheemissionen den richtigen Zeitpunkt zu wählen, insbesondere bei Anleihen zur Finanzierung von Fusionen und Übernahmen. Für den erfolgreichen Abschluss solcher Transaktionen werden längere Phasen der Marktstabilität erforderlich sein. Insgesamt rechnen wir mit einer Fortsetzung des aktuellen Trends, die Erlöse vorwiegend zur Refinanzierung zu verwenden. Mit Blick auf die Volumen war 2018 zu beobachten, dass einige traditionelle Emittenten von Hochzinsanleihen in Europa ihren Finanzierungsbedarf zunehmend am Kreditmarkt deckten. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter die Frage, ob die starke Nachfrage nach Krediten aus Collateralized Loan Obligations (CLOs) anhält. Flexibilität und Kosten sind ebenfalls wichtige Aspekte: Die Kreditnehmer werden höchstwahrscheinlich besonders flexible und kosteneffiziente Lösungen bevorzugen. Die Mittelflüsse sind dagegen schwieriger zu prognostizieren und werden voraussichtlich durch das externe Umfeld und die allgemeine Anlegerstimmung an den Risikomärkten bestimmt.
 

3. Europäische Hochzinsanleihen bieten günstigere Bewertungen als der US-Markt 

Nach einer markanten Verkaufswelle im zweiten Halbjahr 2018 haben sich die Bewertungen am europäischen Hochzinsmarkt verbessert. Mit Blick auf die absoluten Renditen halten wir Hochzinsanleihen aus Europa zudem für attraktiver als den US-Markt, der nach mehreren Jahren mit weiteren Spreads inzwischen engere Spreads aufweist als der europäische Markt. Europa kommen dabei die meist geringere Duration und die höhere Kreditqualität zugute: Aktuell gibt es in Europa im Hochzinsbereich mehr Emittenten mit einem Rating von BB und weniger mit einem Rating von CCC als in den USA. Zudem befindet sich Europa in einer früheren, für den Kreditmarkt günstigeren Zyklusphase als die USA, die sich dem Ende des Zyklus nähern. Dadurch sind das Gesamtrisiko und die Volatilität in Europa in der Regel geringer.
 

4. Solide Fundamentaldaten sorgen weiter für Unterstützung

Die Verschuldung der Unternehmen ist nach wie vor eher gering und die durchschnittliche Ausfallrate in der Anlageklasse dürfte auch künftig deutlich unter ihrem langfristigen Durchschnitt liegen. Nach einem äußerst positiven Jahr 2017 hat sich die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone im letzten Jahr abgeschwächt. Diese Tendenz könnte sich fortsetzen, wenngleich einige der Ursachen für die Konjunkturabkühlung allmählich an Wirkung verlieren dürften. Dazu zählen die Ölpreise, die gegenüber ihrem Höchststand vom Oktober deutlich gefallen sind – ein Faktor, der die Kaufkraft der Verbraucher und die Umsatzentwicklung im Einzelhandel begünstigen könnte.
 

5. Mögliche Negativfaktoren: Politische Risiken, Verlangsamung des globalen Wachstums

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich verlangsamt, und die politische Unsicherheit belastet nach wie vor eine Reihe von Industrieländern, darunter Großbritannien, da der Austritt aus der Europäischen Union bis Ende März abgeschlossen werden soll. Gleichzeitig geht die Liquidität weltweit weiter zurück. Jeder dieser Faktoren kann Volatilitätsschübe und einen breiten Abbau von Risikopositionen an den Finanzmärkten auslösen. Wegen ihrer Sensitivität gegenüber der allgemeinen Risikobereitschaft wären europäische Hochzinsanleihen in solchen Marktphasen anfällig. Gleichzeitig muss daran erinnert werden, dass die Risikobereitschaft auch positive Impulse erhalten kann, von denen europäische Hochzinsanleihen profitieren könnten. Beispielsweise könnte sich ein Zollabkommen zwischen China und den USA positiv auswirken, falls es tatsächlich abgeschlossen wird.

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