Auch 2019 haben japanische Aktien noch viel zu bieten

Archibald Ciganer , Portfolio Manager

Wichtigste Punkte

  • Die Fundamentaldaten japanischer Aktien sind nach wie vor intakt. Attraktive relative Bewertungen, solides Wachstum der Gewinne sowie verbesserte Corporate Governance: Gründe für eine positive Einschätzung der Aussichten.

  • Japanische Unternehmen setzen ihren Cashflow deutlich effizienter ein. Dies könnte in 2019 aufgrund verbesserter Eigenkapitalrenditen ein positives Re-Rating der Aktien rechtfertigen.

  • Da die Rentabilität der japanischen Unternehmen die aller anderen wichtigen Märkte übertrifft, bietet Japan qualitätsorientierten, aktiven Investoren zahlreiche Anlagechancen.

Mehrere Faktoren, darunter der Anstieg der US-Zinsen, die Konjunkturverlangsamung in China und eine Unterbrechung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, stellten die Risikobereitschaft globaler Investoren im Verlauf des Jahres 2018 auf harte Probe. Vor diesem Hintergrund schlossen japanische Aktien wie die anderen wichtigsten Märkte das Jahr im negativen Bereich. In diesem Pullback spiegelt sich ebenfalls eine engere Marktführerschaft wider, da aufgrund der Tatsache, dass die im Jahr 2017 nahezu perfekten Aktienmarktbedingungen nunmehr abklingen, weniger Aktien mit positiven Renditen aufwarten konnten.
 

Wir gehen allerdings davon aus, dass japanische Aktien die Eigenschaften beibehalten werden, die durchaus, unterstützt von einer stabilen Wirtschaft und einem positiven, wenn auch sich verlangsamenden globalen Wachstum, auch 2019 gut wirken können. Die Bewertungen der japanischen Aktien liegen unter dem langfristigen Durchschnitt, die Unternehmen legen positive Gewinnwachstumszahlen vor und auch die strukturellen Marktreformen dürften den Unternehmensgewinnen Unterstützung bieten.

Nach wie vor günstiges, jedoch sich verlangsamendes stabiles Wachstum

Die allgemeinen Aussichten sind zwar unverändert günstig, doch ziehen zunehmend dunkle Wolken auf. Wir rechnen für 2019 mit einer Abschwächung der globalen Wachstumsdynamik. Japan ist zwar mehr als eine zyklische Investment-Story, doch wird die Weltwirtschaftsentwicklung den Aktienmarkt weiterhin wesentlich beeinflussen. Der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China erweist sich dabei als der wichtigste Risikofaktor für die Weltwirtschaft. Der Fertigungs- und Technologiesektor Japans wird im Falle einer erheblichen Störung der asiatischen Versorgungsketten viel zu verlieren haben.
 

In Japan könnte der Beschluss, die Verbrauchssteuer im Jahr 2019 zu erhöhen, durchaus - obwohl er in Bezug auf die langfristige Stabilität begrüßenswert ist - die kurzfristige Wachstumsdynamik gefährden. Wir rechnen damit, dass es im kommenden Jahr zu weiteren Konjunkturförderungsmaßnahmen kommt, da die Regierung versuchen wird, die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung abzufedern.
 

Generell wird die Bank of Japan (BoJ) unverändert an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Die Inflationszahlen stiegen zwar in letzter Zeit, doch liegen das aktuelle Inflationsniveau und das Lohnwachstum unverändert unter den Zielvorgaben der BoJ.
 

Günstige Fundamentaldaten für Aktien

Im Jahr 2019 ist zwar durchaus eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums möglich, doch bleibt die fundamentale Equity-Story in Japan intakt. Attraktive relative Bewertungen, ein solides Wachstum der Gewinne sowie eine verbesserte Corporate Governance sind für uns Grund genug, um den Ausblick für japanische Aktien im Jahr 2019 positiv zu beurteilen.
 

Auch die Daten zu den Investitionsausgaben verdeutlichen, dass die japanischen Unternehmen ihren Cashflow nunlehr deutlich effizienter einsetzen. Deshalb besteht Aussicht darauf, dass japanische Aktien in 2019 aufgrund verbesserter Eigenkapitalrenditen weiter Wertpotenzial bieten werden. Desgleichen ist damit zu rechnen, dass Aktienrückkaufmaßnahmen und höhere Dividendenzahlungen weiterhin ein wichtiges Merkmal des Marktes bleiben und die Aktienmärkte auf kurze Sicht stützen werden.

Abenomics und die Auswirkung der  Reformen

Bereits sechs Jahre sind seit der Einführung der Markt- und Wirtschaftsreformstrategie „Abenomics“ vergangen, mit beachtlichen Erfolgen. Zu den bisherigen wichtigsten Errungenschaften gehören:
 

  • Die Arbeitslosigkeit bewegt sich auf einem 25-Jahres-Tiefpunkt, mit einer kräftigen Ausweitung der Erwerbsbeteiligung der Frauen1.
  • Halbierung des Haushaltsdefizits
  • Reduzierung der Deflationsrisiken
  • Cash-Generierung der Unternehmen auf einem Allzeit-Hoch
  • Verbesserung der Corporate-Governance-Praxis


Dabei sind insbesondere die deutlich höheren Governance-Standards nennenswert. Die Umsetzung der neuen Corporate Governance- und Stewardship-Kodexe erfolgte schnell und entschlossen und förderten ein robusteres und global wettbewerbsfähigeres Geschäftsumfeld.

Die Veränderung ist in den japanischen Vorstandsetagen deutlich sichtbar  (Abbildung 1)

Die Anzahl der unabhängigen, externen Verwaltungsratsmitglieder wächst
Stand Dezember 2017

Quellen: Geschäftsberichte, Japan Exchange Group, Analysen von Empirical Research Partners.
 

Verpflichtungen wie die Generierung einer verbesserten Rendite für Aktionäre und die zunehmende Präsenz von externen Verwaltungsratsmitgliedern sorgen dafür, dass sich die Investoren erneut für den japanischen Aktienmarkt interessieren und ihm wieder vertrauen. Unternehmen stellen sich der Herausforderung. So besaß beispielsweise die Mehrheit der japanischen Unternehmen im Jahr 2004 keine unabhängigen externen Verwaltungsratsmitglieder. Heute nimmt an jeder Verwaltungsratssitzung eines japanischen Unternehmens mindestens ein externes Verwaltungsratsmitglied teil - ein Trend, der sich aus unserer Sicht bis ins Jahr 2019 und darüber hinaus fortsetzen wird.
 

Die Rentabilität der japanischen Unternehmen ist auffallend hoch  (Abb. 2)

Die japanischen Unternehmensgewinne übersteigen die aller anderen großen Märkte
Stand per 30. Juni 2018

 

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.
Quelle: FactSet Research Systems Inc. Alle Rechte vorbehalten.
 

Entscheidend ist, dass japanische Unternehmen  diese erheblichen Cashflows effizienter als in der Vergangenheit nutzen. In der Vergangenheit horteten die Unternehmen in der Regel ihre liquiden Mittel im Überfluss in ihren Bilanzen und erzielten damit nur sehr geringe Renditen. Reforminitiativen zusammen mit dem Druck ausländischer Investoren veranlassen die japanischen Unternehmen, ihre liquiden Mittel besser zu verwenden, einschließlich dadurch, dass sie den Aktionären in Form von höheren Dividenden und Aktienrückkäufen höhere Renditen bieten. Wir rechnen damit, dass diese Effizienzdynamik auch 2019 anhalten wird und einen positiven Impuls bietet, der sowohl der Wirtschaft als auch den Aktienanlegern zugute kommt.
 

Positionierung des Portfolios

Bei unserer Portfoliostrategie konzentrieren wir uns zu Beginn des Jahres 2019 unverändert auf einige zentrale Anlagethemen. So interessieren wir uns für Unternehmen, die direkt von dem grundlegenden gesellschaftlichen Umbruch in Japan, einschließlich der Umstellung auf den elektronischen Zahlungsverkehr, des sich wandelnden Verbraucherverhaltens, der alternden Bevölkerung und der zunehmenden Anspannungen auf dem Arbeitsmarkt profitieren.
 

Wir halten nach wie vor an einer Übergewichtung des Industriesektors fest und stützen uns dabei auf unsere Beteiligungen an Personaldienstleistern, die in einem von Arbeitskräftemangel geprägten Umfeld Arbeitskräfte bereitstellen, sowie auf Positionen in Aktien von automationsorientierten Herstellern hochwertiger Maschinen. Außerdem interessieren wir uns für die Kennzahlen in Bezug auf die Bewertung und die Kapitalrendite von einigen Telekommunikationswerten, die gleichzeitig auch ein gewisses Widerstandsfähigkeitspotenzial gegenüber rückläufigen Marktentwicklungen bieten.
 

Wir gehen dagegen unverändert Bereichen aus dem Weg, die mit der Konkurrenz aus Niedriglohnländern konfrontiert sind. So bewegt sich China z.B. in der Wertschöpfungskette weiter nach oben und stellt das traditionelle japanische verarbeitende Gewerbe zunehmend vor Herausforderungen. Bereiche wie Stahl und Zement stehen bereits seit einiger Zeit unter Druck, und dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Schließlich sind wir nicht in Banken investiert, da wir diesen Sektor negativ einschätzen und davon überzeugt sind, dass es auf kurze Sicht zu keiner Straffung der Geldpolitik kommen wird.

Auf den Punkt gebracht

Mit Blick auf 2019 halten wir die Bewertungen in Japan nach wie vor für attraktiv. Die japanischen Unternehmen dürften im globalen Vergleich ein überdurchschnittliches Ertragswachstumspotenzial aufweisen, und die Reformmaßnahmen werden den japanischen Aktien unverändert auf kurze Sicht positive Impulse verleihen.
 

Die Weltwirtschaft bleibt dabei weiterhin ein wichtiger Faktor für die Wertentwicklung des japanischen Aktienmarktes. Wir erwarten zwar für 2019 eine Verlangsamung des globalen Wachstums, doch dürfte ein von schwächerem, aber stabilen Wachstum geprägtes Umfeld es den besten japanischen Unternehmen auch weiterhin recht gute Wertentwicklungen ermöglichen.
 

Unsere größte Sorge ist eine potenzielle Eskalation des schwelenden Handelskrieges zwischen den weltgrößten Handelspartnern. Sollte dieses Szenario eintreten und das unterstützende Wachstumsumfeld gefährden, wird unsere Ausrichtung auf die Qualität der Positionen im Portfolio dafür sorgen, dass wir relativ gut positioniert sein werden, um uns auch in einem von zunehmender Volatilität geprägten Umfeld behaupten zu können.
 

Wichtigste Risiken — Folgende Risiken sind für die in diesen Informationen dargestellte Strategie von wesentlicher Bedeutung:

Transaktionen mit Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten, können Wechselkursschwankungen ausgesetzt sein, die sich auf den Wert einer Anlage auswirken können. Der Fonds unterliegt der für Anlagen in Aktien typischen Volatilität und sein Wert kann stärker schwanken als bei einem Fonds, der in ertragsorientierten Wertpapieren anlegt.

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zugehörige Fonds
SICAV
Anteilsklasse I EUR
ISIN LU0230817925
Diversifiziertes Portfolio, das typischerweise in 60-80 unserer besten Ideen bei japanischen Wachstumswerten investiert. Berücksichtigt werden alle Größenklassen („All-Cap“). Unser Interesse richtet sich auf robuste Unternehmen mit Potenzial für eine Steigerung des Shareholdervalue, meist infolge struktureller Veränderungen oder fundamentaler Transformationsprozesse.
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3 Jahres-Rendite
(Annualisiert)
10,65%
Fondsvolumen
(EUR)
€1,5Mrd.
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