Alpha-Generierung mit hochkapitalisierten US-Wachstumstiteln

Taymour Tamaddon , Portfolio Manager

WICHTIGSTE PUNKTE

  • Für rund ein Viertel der Gesamtrenditen im Russell 1000 Growth Index waren in den letzten fünf Jahren zwar die sog. „FAANG“-Aktien verantwortlich, doch im Technologie- und Nicht-Basiskonsumgütersektor bieten sich auch abseits der Schwergewichte gute Möglichkeiten, Alpha zu generieren.

  • Wenn die Wertpapierauswahl auf einer kompetenten Analyse, auch direkt vor Ort, basiert, kann dies die Aussichten des Portfolios auf eine langfristige Outperformance verbessern.

  • Neben aktienspezifischen Erkenntnissen können auch das Verständnis der Sektordynamik und angemessene Gewichtungen der Teilsektoren eines Sektors (um von diesen Erkenntnissen zu profitieren) zur Generierung von Alpha beitragen.

  • Bei der Analyse der Auswirkungen neuer Technologien betrachten wir unsere Fähigkeit, eine Anlagethese regelmäßig zu überprüfen, als wesentlich.

     

Die großen Unternehmen aus dem Technologie - und dem Nicht-Basiskonsumgütersektor, die unter der Abkürzung FAANG-Aktien bekannt sind, haben in den letzten Jahren am Aktienmarkt für hochkapitalisierte Wachstumswerte die Schlagzeilen beherrscht. Obschon sie im 2. Halbjahr 2018 eine höhere Volatilität verzeichnen, ist diese Aufmerksamkeit im Großen und Ganzen durchaus berechtigt, schließlich haben die Aktien von Facebook, Amazon.com, Apple, Netflix und der Google-Mutter Alphabet überdurchschnittliche langfristige Renditen erzielt.
 

Für rund ein Viertel der Gesamtrenditen im Russell 1000 Growth Index waren in den letzten fünf Jahren jedoch die sog. „FAANG“-Aktien verantwortlich, und wir glauben, dass sich auch abseits der Technologieriesen sehr gute Möglichkeiten bieten, Alpha zu generieren. Fundamentalanalysen können den Anlegern helfen, Unternehmen zu identifizieren, die die Diversifikation in ihrem Portfolio erhöhen können und zugleich Potenzial für eine Outperformance besitzen. In diesem Price Point heben wir einige Beispiele aus unterschiedlichsten Sektoren – Zahlungsdienstleister, Gesundheitswesen, Software as a Service (SaaS) und Cloud Computing – hervor, in denen eine gründliche Kenntnis eines Unternehmens oder Teilsektors attraktive Anlageideen hervorgebracht hat.
 

Verstehen, wie ein Unternehmen Geld verdient

In unseren Augen ist ein gründliches Verständnis, wie ein Unternehmen Geld verdient, ein Schlüssel zum Anlageerfolg. Unser Entschluss, in PayPal zu investieren, ging auf Erkenntnisse über die finanziellen Anreize zurück, die das Vorgehen mehrerer Anbieter für elektronische Zahlungssysteme bestimmten.
 

Visa und Kreditkarten ausstellende Banken wie JPMorgan Chase betrachteten PayPal von Anfang als Bedrohung. Doch nachdem wir viel Zeit in die Analyse des Geschäfts von Visa, JPMorgan und PayPal investiert hatten, stellten wir fest, dass es Raum für eine rentable Zusammenarbeit der Unternehmen gab. PayPal gestattete den eigenen Kunden anfangs nur, Zahlungen von einem Bankkonto aus vorzunehmen. Wir erkannten aber, dass das Unternehmen – ebenso wie Visa und JPMorgan – durchaus Vorteile davon haben könnte, wenn die Kunden für Zahlungen auch ihre Kreditkarte belasten dürften. Dies stimmte uns zuversichtlich, dass sich PayPal große Wachstumschancen bieten würden.
 

Als PayPal auch Zahlungen per Kreditkarte als Option anbot, legte die Zahl der Neukunden rasch zu. Die Gewinne litten anfangs zwar leicht unter den höheren Kosten für die Verarbeitung von Kreditkartentransaktionen, doch durch die wachsende Kundenbasis stieg das Kurs-Gewinn-Verhältnis von PayPal stärker, als wir erwartet hatten.
 

Auf Veränderungen innerhalb eines Sektors reagieren

Neben aktienspezifischen Erkenntnissen besteht eine sehr gute Möglichkeit zur Erhöhung des Alpha darin zu verstehen, was in einem Sektor vorgeht, und innerhalb eines Sektors die Teilsektoren richtig zu gewichten, um von diesen Erkenntnissen zu profitieren. Dieses Thema ist die Grundlage für unseren Ansatz in Bezug auf das Gesundheitswesen.
 

Es ist noch nicht lange her, dass Biotechunternehmen eine goldene Zeit erlebten, weil Fortschritte im Bereich der Genetik zu Erfolgen bei der Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten führten. Doch ab 2015 spürten Biotechunternehmen vermehrt Gegenwind, als ihre Produktpipelines schrumpften und sowohl der Preis- als auch der regulatorische Druck wuchsen. Zur gleichen Zeit beobachteten wir in den Segmenten Ausstattung und Produkte sowie Einrichtungen positive Entwicklungen. Unsere Positionen im Biotechsektor reduzierten wir von einer Über- auf eine Untergewichtung und erhöhten die Allokationen in aussichtsreicheren Teilsektoren des Gesundheitswesens. In den drei Jahren bis Juni 2018 war Ausstattung und Produkte mit einem Plus von 96% das stärkste Segment des Sektors Gesundheitswesen im Russell 1000 Growth Index, Biotechnologie hingegen mit einem Minus von 19% das schwächste Segment.
 

Erkenntnisse über ein Unternehmen im Wachstum gewinnen

Unsere Anlage in ServiceNow ist ein Beispiel dafür, wie unsere Fähigkeit, ein wachsendes Unternehmen zu begleiten, zur Generierung von Alpha führen kann. In unserem Mid-Cap-Portfolio war ServiceNow mehr als drei Jahre lang enthalten, bis das Unternehmen so stark wuchs, dass es für unser Large-Cap-Portfolio infrage kam.
 

Dank der Erkenntnisse, die wir in dieser Zeit gewonnen hatten, fühlten wir uns mit der Aufnahme des Titels in unser Portfolio sehr wohl, da wir die Vorzüge des „Software as a Service“-Geschäftsmodells erkannten (siehe Abbildung 1). Kunden jährlich eine Gebühr für eine Dienstleistung zu berechnen ist ein weniger volatiles Geschäftsmodell, als das alte Modell, ein Software-Produkt zu verkaufen. Der wahre Vorteil ist jedoch, dass diese Unternehmen Innovationen sehr viel schneller vorantreiben konnten als ihre traditionell arbeitenden Konkurrenten, die häufig ein großes Produkt auf den Markt brachten, sich danach aber schwertaten. Mit dem „Software as a Service“-Geschäftsmodell ist ServiceNow mittlerweile auch im zweiten und dritten Zyklus erfolgreich gewesen.
 

Abbildung 1: Wachstum am Markt für Software as a Service
Stand: 30. April 2018

Quelle: Gartner.
 

Anlagethese mit neuen Analysen verfeinern

Ein letztes Beispiel dafür, wie wir Alpha generieren, hat mit dem Cloud Computing zu tun und zeigt, wie wichtig es ist, eine Anlagethese bei Bedarf zu überprüfen. Im Jahr 2015 deuteten unsere internen Analysen darauf hin, dass Unternehmen zügig komplett auf das Cloud Computing umstellen und ihre eigene technologische Infrastruktur nicht länger beibehalten würden. Tatsächlich beobachteten wir in den folgenden Jahren eine deutliche Migration. Doch als wir mit den IT-Manager großer Unternehmen darüber sprachen, wie sie die Cloud nutzten, und die Unternehmen besuchten, um uns vor Ort ein genaues Bild zu machen, stellten wir fest, dass doch nicht alles so eindeutig war.
 

Die IT-Manager sagten uns, dass sie zwar an neuen Arbeitsabläufen arbeiteten, um von der öffentlichen Cloud zu profitieren, aber keinen finanziellen Vorteil darin sahen, alle ihre bisherigen Abläufe in die Cloud zu übertragen. Dieser Meinungswandel veranlasste uns, Unternehmen wie Red Hat und VMware noch einmal zu betrachten. Der Markt hatte sie wegen Prognosen, dass Amazon diesen Bereich komplett beherrschen würde, bereits tot geglaubt. Aus unseren Analysen folgerten wir, dass die Unternehmen vor einer glänzenden Zukunft standen, sodass wir sowohl Red Hat als auch VMware für unser Portfolio kauften. Gleichzeitig führten unsere Analysen dazu, dass wir Amazon weiterhin übergewichteten. Amazons Marktanteil in diesem Bereich würde zwar geringer ausfallen als vermutet, jedoch war der Gesamtmarkt größer, als wir erwartet hatten, was Amazon zugutekam.
 

Unsere Erkenntnisse zu den Entwicklungen im Bereich des Cloud Computing gewannen wir, weil wir Kunden befragen, an Konferenzen teilnehmen und mit zahlreichen Beratern und Experten in dem Bereich sprechen können. Diese Beispiele belegen, dass die Verfügbarkeit der nötigen Ressourcen für gründliche Analysen zur Generierung von Alpha beiträgt.
 

201810‑636785

 

Wichtigste Risiken – Folgende Risiken sind für die in diesen Informationen dargestellte Strategie von wesentlicher Bedeutung: Transaktionen mit Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten, können Wechselkursschwankungen ausgesetzt sein, die sich auf den Wert einer Anlage auswirken können. Das Portfolio unterliegt der für Anlagen in Aktien typischen Volatilität und sein Wert kann stärker schwanken als bei einem Fonds, der in ertragsorientierten Wertpapieren anlegt.
 

Wichtige Informationen

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