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Euro-Hochzinsanleihen: günstiges Umfeld in Sicht

Mike Della Vedova , Portfolio Manager

Durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren dürften Anlagen im Sektor der europäischen Hochzinsanleihen interessanter werden. Sehr gute Kreditfundamentaldaten, ein freundliches makroökonomisches Umfeld und eine Flut von Neuemissionen bieten Anlegern in dieser Anlageklasse zahlreiche attraktiv anmutende Anlagemöglichkeiten. Viele dieser neuen Möglichkeiten werden langfristig gute Ergebnisse erbringen, einige allerdings nicht – daher wird es überaus wichtig sein, Gewinner und Verlierer voneinander unterscheiden zu können.  

 

GERINGSTES AUSFALLRISIKO SEIT ZEHN JAHREN

Die Qualität des Markts für europäische Hochzinsanleihen ist besser denn je. Die Ratingagentur Moody’s prognostiziert, dass die Ausfallrate unter europäischen Emittenten von Hochzinsanleihen am Jahresende bei 1,1% liegen wird – der niedrigste Wert seit zehn Jahren und weniger als die Hälfte der für US-Emittenten erwarteten Ausfallrate von 2,4%. Das liegt zum Teil an der aktuellen Zusammensetzung des Sektors der europäischen Hochzinsanleihen: zurzeit gibt es in Europa mehr Emittenten von Hochzinsanleihen mit Rating BB und weniger CCC-Emittenten als in den USA. Ein weiterer Grund ist, dass der Kreditzyklus in den USA bereits weiter fortgeschritten ist als in Europa und die Risiken daher größer sind.

 

NEUEMISSIONSTÄTIGKEIT DÜRFTE ZULEGEN

Der Umstand, dass der Kreditzyklus in Europa weniger weit fortgeschritten ist als in den USA dürfte die Emissionstätigkeit anregen. Während die US-Notenbank bereits begonnen hat, die Zinssätze zu erhöhen und geldpolitische Impulse wieder zurückzunehmen, wird die EZB die Zinsen wohl erst erhöhen, wenn ihr Anleihenkaufprogramm beendet ist, womit frühestens im Laufe dieses Jahres oder eventuell auch erst im nächsten Jahr zu rechnen ist. Wenn sich Zinserhöhungen abzeichnen, dürften die Unternehmen in Europa und anderen Regionen mehr auf Euro lautende Schuldtitel begeben, bevor dies zu teuer wird.


REVERSE YANKEES STEHEN VOR COMEBACK

Es könnte noch ein weiterer potenzieller Trend einsetzen. Und zwar könnten US-Emittenten Anleihen in Euro (sog. „Reverse Yankees“) platzieren und die Erlöse wieder in US-Dollar tauschen. Dies wäre günstiger, als Anleihen in US-Dollar zu begeben. US-Präsident Donald Trumps geplante Steuerreform wird den Steuerabzug für Zinsen, den US-Unternehmen geltend machen können, auf 30% des Gewinns pro Jahr begrenzen. In der Folge dürfte auch das Volumen an Anleihen, die die meisten Unternehmen begeben, nach oben beschränkt werden. Das wird aber nicht für US-Unternehmen gelten, die über ihre europäischen Tochtergesellschaften auf Euro lautende Schuldpapiere ausgeben. Dadurch wird es günstiger sein, „Reverse Yankees“ zu emittieren als auf US-Dollar lautende Papiere.

 

AKTIVE WERTPAPIERAUSWAHL IN ÜBERLAUFENEM MARKT ENTSCHEIDEND

Wir glauben, dass sich durch diesen erwarteten Anstieg der Emissionstätigkeit im Sektor der europäischen Hochzinsanleihen mehr und bessere Möglichkeiten ergeben werden. Das bedeutet aber nicht, dass die Anleger einfach ihre Allokationen in der Anlageklasse aufstocken sollten. Unter den neuen Anleihen, die begeben werden, wird es zweifellos einige sehr hochwertige Papiere geben, aber auch Titel, die Anleger besser meiden sollten. Ausschau halten sollten die Anleger nach Anleihen von Unternehmen, deren Kreditmerkmale sich aufgrund solider, von fähigen Managementteams umgesetzter Geschäftsmodelle bessern.

 

 

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