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März 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Globale Aktien: Anleger sollten sich der Unsicherheit stellen

Wir setzen unser Wissen, unsere Erfahrungen und unsere Ressourcen dafür ein, die beste Lösung für unsere Kunden zu finden.


Trotz der schwachen Unternehmensgewinne und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit, die vor allem durch den Handelskrieg zwischen den USA und China ausgelöst wurde, war 2019 ein sehr gutes Jahr für die Märkte. Anfang 2020 gingen wir von einem positiven und moderat besser werdenden Wachstum aus. Die Einkaufsmanagerindizes schienen die Talsohle zu erreichen, es war weiter reichlich Liquidität vorhanden und die Aussichten für die Unternehmensgewinne besserten sich allmählich. Nur wenige Monate später stehen die Finanzmärkte nun massiv unter Druck. Gründe sind die rasche Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie sowie der gewaltige Einbruch der Ölpreise.

Die Volatilität in jüngster Zeit ist sicher nachvollziehbar. Schließlich fürchten die Märkte kaum etwas so sehr wie das Unbekannte. Und dieses „Unbekannte“ sind nun das Ausmaß und die Dauer der Auswirkungen des Coronavirus. Zeiten wie diese sind zwar eine Herausforderung für Anleger; unserer Ansicht nach können sie aber auch helfen, den Glauben an die zugrunde liegenden Anlagen zu stärken, insbesondere an jene, die aus dieser Krise gefestigt hervorgehen dürften.


Weiterhin ruhig und besonnen reagieren

Seit der globalen Finanzkrise sind wir Zeugen sowohl von Phasen mit beispiellosen Schwankungen als auch von ebenso beispiellosen Renditechancen geworden. Dies ist das neueste Kapitel in einem außergewöhnlichen Aktienzyklus. Wir konzentrieren unsere Bemühungen aktuell zwar auf die Aktienauswahl und Risikokontrolle, betrachten unsere Entscheidungen aber vor dem Hintergrund von vier bedeutenden allgemeinen Faktoren:

  • Zinssätze
  • Öl
  • US-Präsidentschaftswahl
  • Coronavirus

… Zeiten wie diese sind eine Herausforderung für Anleger, doch unserer Ansicht nach können sie auch helfen, den Glauben an die zugrunde liegenden Anlagen zu stärken...

Maßnahmen wie die jüngsten Zinssenkungen und die geldpolitischen Impulse sind im Allgemeinen zwar gut für Aktien, aber auch nicht unbegrenzt wirksam. Zudem werden sie derzeit bereits im Kampf gegen die anderen oben aufgeführten Hauptprobleme eingesetzt, die echte und ungewisse Risikofaktoren darstellen.

Ein starker Anstieg des Ölangebots wäre normalerweise positiv für die weltweiten Aussichten, schließlich sind die meisten Volkswirtschaften Nettoimporteure. In den Jahren 2015 und 2016 zeigte sich aber, dass so starke und schnelle Preisrückgänge unter Umständen eher schädlich als nützlich sind. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Kreditmärkte, wenn Zweifel an der Solidität der Bilanzen im Sektor aufkommen.

…auf relativer Basis zahlte sich aus, dass wir qualitativ hochwertige und wachstumsorientierte Aktien hielten.

Durch das Coronavirus und den starken Rückgang der Ölpreise haben sich die Leitzinserwartungen und die Renditen langfristiger Anleihen sicherlich schneller angeglichen. Alle größeren Zentralbanken haben die Zinssätze fast bis auf 0% gesenkt, einige haben wieder Maßnahmen zur quantitativen Lockerung ergriffen, um der drohenden globalen Rezession etwas entgegenzusetzen. Die Geldpolitik stößt langsam an ihre Grenzen. Wir rechnen daher auch mit erneuten, koordinierten fiskalpolitischen Maßnahmen, die helfen sollen, die Wirtschaft zu stützen und die kurzfristigen Auswirkungen der Krise auf die wirtschaftliche Aktivität zu bewältigen.

Zudem gilt es, die US-Präsidentschaftswahl und ihren unkalkulierbaren Ausgang genau im Auge zu behalten; immerhin sind die USA der größte im Portfolio vertretene Markt.

Was die Aussichten für Aktien auf risikobereinigter Basis angeht, ist die Welt für uns seit geraumer Zeit nicht schwarz oder weiß, sondern eher grau. Wie wir in der Ausgabe von T. Rowe Price – Einblicke: Warum ich die Schwellenmärkte weiter optimistisch einschätze anmerkten, hatten wir das Risiko im Portfolio Anfang 2020 etwas gesenkt, um ein ausgewogenes Portfolio sicherzustellen und alle unterschiedlichen Risiken und Renditechancen zu berücksichtigen.

Die Volatilität ist enorm hoch und wir konnten uns der letzten Verkaufswelle an den Aktienmärkten nicht ganz entziehen. Auf relativer Basis zahlte sich jedoch aus, dass wir qualitativ hochwertige und wachstumsorientierte Aktien hielten. Unser Beta1 war zu Beginn dieser instabilen Phase neutral und wir profitierten außerdem davon, dass die Berichtssaison für viele Aktien, die wir halten, erfreulich verlaufen war. Der Markt hat Unternehmen belohnt, die gute Gewinne auswiesen, während weniger solide Unternehmen unter Druck gerieten. Dies hatte eine breite Streuung der Renditen zur Folge.

Da wir mit der Beständigkeit und den mittelfristigen Wachstumsaussichten vieler unserer Positionen ganz zufrieden sind, haben wir nach dem jüngsten Anstieg der Marktvolatilität keine umfassenden oder strategischen Änderungen am Portfolio vorgenommen. Die meisten unserer Transaktionen in letzter Zeit dienten dazu, das Portfolio leicht umzuschichten und etwas mehr auf hochqualitative Unternehmen auszurichten, die viel angemessener bewertet waren.

 

Bewährt

Die Anlagegrundsätze unserer Strategie, bei denen es im Kern um die Titelauswahl und einen durchdachten Ansatz zur Portfoliokonstruktion geht, haben sich in dieser volatilen Phase wie schon in anderen Krisenzeiten bewährt. Der Umstand, dass wir in den mehr als zehn Jahren, in denen wir die Strategie verwalten, sowohl in steigenden als auch in sinkenden Märkten stets Alpha2 erzielen konnten, stärkt unseren Glauben an unseren Ansatz.

Vor allem geben uns unser umfassendes Research und unsere große globale Research-Plattform die Sicherheit, dass wir die Unternehmen, in die wir investieren, genau untersucht haben und sehr gut kennen.

Unser Schwerpunkt liegt dabei weiter auf beständigen, wachsenden Unternehmen aus vielversprechenden Branchen, die zudem attraktive Bewertungen und ein überzeugendes Aufwärtspotenzial besitzen. Wir konzentrieren uns daher weiter auf das, was wir gut können – Aktien aufspüren, die nachhaltige Cashflows und beständiges Gewinnwachstum erwarten lassen und vom Markt bislang übersehen oder unterschätzt wurden.

 

Wie geht es weiter?

Natürlich wollen wir die kurzfristigen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs nicht unterschätzen oder gar kleinreden. Die Geschichte zeigt aber, dass Ereignisse wie dieses langfristig orientierten Anlegern nicht selten interessante Möglichkeiten bieten. Die kommenden Wochen und Monaten dürften volatil bleiben, bis wir mehr Gewissheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ausbruchs haben. An den langfristigen fundamentalen Argumenten, die für viele der von uns gehaltenen Unternehmen sprechen, dürfte sich allerdings nichts ändern.

Unabhängig davon, wie lang diese schwierige Zeit noch andauert, treffen wir unsere Entscheidungen auf Basis unserer Analysen und unseres Research, anstatt uns von der Psychologie der Angst leiten zu lassen.

Unabhängig davon, wie lang diese schwierige Zeit noch andauert, treffen wir unsere Entscheidungen auf Basis unserer Analysen und unseres Research, anstatt uns von der Psychologie der Angst leiten zu lassen.

Wenn die aktuelle Volatilität irgendetwas Gutes hat, dann wohl, dass von „extremen Bewertungen“, die Anleger als Hindernis für Investments vorbrachten, keine Rede mehr sein kann. Bei einem längerfristig orientierten Anlageansatz dürften sich für uns aus der Angst anderer attraktive Chancen ergeben, die sich vor zwei Monaten an den globalen Märkten einfach noch nicht boten.

Wichtige Informationen

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