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Drei gute Vorsätze für ein solides Portfolio

Nick Samouilhan , Solutions Strategist, EMEA

Im Januar kreisen viele unserer Gedanken um gute Vorsätze für das neue Jahr. Öfter eine Joggingrunde drehen, weniger Fleisch essen oder ein interessanteres Hobby beginnen: Jede dieser Entscheidungen basiert auf dem Gedanken, dass unsere eingefahrenen Verhaltensweisen Raum für Verbesserungen bieten – und der Hoffnung, dass sich unsere Ziele mit Motivation und ein wenig harter Arbeit auch erreichen lassen.
 

In diesem Jahr haben wir beschlossen, unsere Anlageprozesse auf dieselbe Weise zu hinterfragen wie unsere Ernährungs- und Trainingsgewohnheiten.
 

Wie die meisten Vorsätze beginnen auch unsere drei Ideen für ein neues Anlageverhalten im Jahr 2019 mit der Überlegung, was wir bisher getan haben, der Erkenntnis, dass wir bestimmte Dinge ändern müssen, und der Verpflichtung, unsere Ziele in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
 

Als erstes müssen wir dabei akzeptieren, dass wir mit unseren – mitunter recht verwegenen – Anleiheinvestments Glück hatten. Die Maßnahmen der Zentralbanken seit der globalen Finanzkrise haben die Zinsen an fast allen Anleihemärkten sinken lassen. In diesem Zeitraum galt in der Regel der Grundsatz: Je höher das Risiko (in Bezug auf Duration oder Bonität), desto höher die Erträge.
 

Doch jetzt ist es Zeit für Veränderungen, denn diese fantastischen Renditen gleichen inzwischen Jeans, die allmählich zu eng werden. Die Zinsen und Kreditspreads dürften kaum weiter sinken. Für Anleger, die immer höhere Kredit- und Durationsrisiken eingegangen sind, stellt sich daher die Frage, ob diese Positionen noch sinnvoll sind. Welche Funktionen sollte das Anleihesegment eines Portfolios haben? Es soll nicht dazu dienen, Erträge zu erwirtschaften, denn diese Aufgabe hat bereits die Aktienallokation. Was passiert, wenn bei Risikoanlagen eine Verkaufswelle einsetzt, und die Allokation am Anleihemarkt drastische Verluste erleidet, da sie aus risikoreichen – statt risikomindernden – Positionen besteht?

Unser erster guter Vorsatz lautet daher: Investoren sollten vorbehaltlos darüber nachdenken, was sie mit ihrer Anleiheallokation erreichen wollen, und diese Position entsprechend anpassen.
 

Bei unserer zweiten Überlegung gehen wir davon aus, dass wir zwar in einer viel stärker globalisierten Welt leben als noch vor zehn Jahren, aber dennoch investieren, als wäre jede Region eine Insel. Sollten wir in diesem Jahr beispielsweise Japan über- und die USA untergewichten? In der Vergangenheit konnten wir einfach analysieren, welche Aspekte der US-Wirtschaft am amerikanischen und welche Aspekte der japanischen Wirtschaft am japanischen Markt eingepreist waren, um uns anschließend für Japan oder die USA zu entscheiden.
 

Doch die Dinge haben sich geändert. So wie wir wohl akzeptieren müssen, dass wir uns nicht ausschließlich von Käse und Schokolade ernähren können, müssen wir auch anerkennen, dass ein regionaler Anlageansatz in einer Welt internationaler Unternehmen, globaler Lieferketten und weltweit unterschiedlicher Konzernstrukturen möglicherweise nicht mehr aktuell ist. Wenn ein Unternehmen seinen Sitz in New York hat, seine Waren in Brasilien herstellt, sie in Südafrika montiert und anschließend an chinesische Verbraucher verkauft – in welcher Region investieren Sie dann?
 

In der heutigen globalen Wirtschaft sind weltweite Anlagen einfach sinnvoller als regionale Investments. Diese Umstellung ist unser zweiter guter Vorsatz – auch wenn es einige Zeit dauern wird, bis sie sich in unseren Anlageprozessen widerspiegelt.
 

Unsere letzte Überlegung betrifft die Währungsabsicherung. Das globale Anlageumfeld war in den letzten Jahren von niedrigen und stabilen Zinsen geprägt. Die Anleger schenkten daher der Währungsentwicklung wenig Beachtung und konzentrierten sich stattdessen auf die Aktien- und Anleihemärkte der einzelnen Länder. Doch inzwischen erhöhen einige Zentralbanken die Zinsen, während andere noch abwarten und manche das Zinsniveau sogar senken.
 

In einer Welt mit uneinheitlicher Zinsentwicklung lautet unser dritter Vorsatz für Anleger daher, die Währungsabsicherung ernst zu nehmen. (Besonders wichtig ist dies für Anleger in Großbritannien, da das britische Pfund auf die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen sehr rasch reagiert.)
 

Das sind unsere drei Vorsätze für das Jahr 2019. Und wir hoffen, dass sie – im Gegensatz zu unseren halbherzigen Versprechen, 10-Kilometer-Läufe zu absolvieren und weniger Salamibrötchen zu essen – zu echten Veränderungen führen. Zumindest hoffen wir, dass sie einige Anleger dazu bewegen, über gängige Anlagepraktiken nachzudenken, die 2019 möglicherweise nicht mehr vertretbar sind und besseren Ansätzen weichen sollten.

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