INVESTMENT VIEWPOINT

Faktoren, die Frontier-Märkten Auftrieb geben dürften

Oliver Bell , Portfolio Manager

Überblick

  • Die Marktbedingungen dürften sich im Rest des Jahres 2019 verbessern, da die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die im vergangenen Jahr die Preise von Vermögenswerten belasteten, abflauen.

  • Die Preise von Vermögenswerten waren ein Spiegel der Probleme des letzten Jahres; ein Stimmungsumschwung könnte daher für Aufwärtspotenzial sorgen.

  • Zu den wesentlichen Faktoren, die diesen Preisen Auftrieb geben könnten, zählen: Wahlen, Neueinstufungen in den MSCI-Indizes sowie geo- und handelspolitische Entwicklungen.

Für die Frontier-Märkte war 2018 ein schwieriges Jahr. Wir haben jedoch drei mögliche Faktoren identifiziert, die 2019 potenziell eine Performance-Wende auslösen könnten. Die Weltwirtschaft hat im letzten Jahr Gegenwind gespürt, doch angesichts der geringen Korrelation der Anlageklasse mit dem globalen Zyklus waren es häufig politische und wirtschaftliche Entwicklungen auf Ebene der einzelnen Länder, die die Frontier-Märkte am schwersten belasteten.
 

Argentinien steckte 2018 in einer Krise, Saudi-Arabien hatte damit zu kämpfen, wie es von ausländischen Anlegern wahrgenommen wurde, in Sri Lanka herrschte ein Führungsvakuum, und in Kenia und Rumänien belasteten schädliche steuerpolitische Maßnahmen den Finanzsektor des jeweiligen Landes. Da diese Probleme entweder angegangen werden oder mehr oder weniger von selbst verschwinden, könnte 2019 für einen Silberstreif am Horizont sorgen.
 

Faktoren, die den Märkten Auftrieb geben dürften

Aus einer breiten, überspannenden Perspektive heraus haben wir drei Faktoren identifiziert, die das Potenzial besitzen, im Jahr 2019 für eine bessere Performance der Frontier-Märkte zu sorgen: Wahlen, Neueinstufungen in den MSCI-Indizes sowie geo- und handelspolitische Entwicklungen.
 

Bedeutende Wahlen stehen an

Argentinien steht vor der wichtigen Parlamentswahl im Oktober 2019, bei der sich Präsident Mauricio Macri wahrscheinlich zur Wiederwahl stellen wird. Falls Macri gewinnt und die Mehrheit im Unterhaus erringt, könnte sich das Reformtempo deutlich erhöhen. Die Krise hat seiner Popularität zwar geschadet, doch es ist möglich, dass der Wahltermin zeitlich mit einem wiedererstarkenden Wachstum zusammenfällt.
 

Unsicher ist, wer bei der Wahl gegen Macri antreten wird. Allerdings wird über eine mögliche Kandidatur der früheren Präsidenten Cristina Kirchner spekuliert (20% Wahrscheinlichkeit) – ein Wahlsieg Kirchners wäre überaus marktunfreundlich, da eine Wiedereinführung von Kapitalkontrollen drohen könnte. Eine Wiederwahl Macris würde der Anlageklasse positive Impulse geben, weil er die umfassenden Bemühungen um eine Haushaltsanpassung sehr wahrscheinlich fortsetzen würde.
 

In Nigeria standen im Februar Wahlen an. Bei der Wahl trat Präsident Muhammadu Buhari vom All Progressives Congress gegen den ehemaligen Vizepräsidenten Atiku Abubakar von der Demokratischen Volkspartei (PDP) an. Das Land ist gerade dabei, die Rezession hinter sich zu lassen, und die wirtschaftliche Führungsposition steht auf dem Spiel. Unter der amtierenden Regierung hat der Naira ein angemesseneres Niveau erreicht, der Mindestlohn ist gestiegen und sowohl der Ölsektor als auch die Sektoren abseits des Öls legen zu. In nächster Zeit werden wir im Auge behalten, ob die Regierung den Fokus stärker auf die Wirtschaft und die Konvergenz hin zu einem einzigen Wechselkurs legt. Die Wahl wird ein wichtiger Test für die Demokratie in Nigeria sein.
 

(Abb. 1) Wichtige Entwicklungen in Frontier-Märkten

Die Märkte haben Erholungspotenzial.
Stand: 31. Januar 2019

Neueinstufungen in den MSCI-Indizes

Länder, die aus dem Kreis der Frontier-Märkte in das Universum der Schwellenländer aufsteigen, ziehen vor der Aufnahme in einen Index wahrscheinlich Mittelflüsse an, wie in der Vergangenheit beispielsweise Länder wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan gezeigt haben.
 

Argentinien und Saudi-Arabien werden voraussichtlich im Mai 2019 in die Indizes aufgenommen. Kuwait, das vom Indexanbieter FTSE bereits heraufgestuft wurde, wird zur Jahresmitte von MSCI einer Überprüfung (für eine Aufnahme im Jahr 2020) unterzogen und dürfte die Aufnahmekriterien erfüllen.
 

Märkte, die heraufgestuft werden, verzeichnen vor der Aufnahme in einen Index normalerweise erhebliche Mittelzuflüsse, da passive Fondsanleger versuchen, die neuen Indexgewichtungen nachzubilden. Davon profitieren in der Regel jene Anleger, die bereits investiert sind, und unser Ansatz sieht vor, uns auf diesen Trend einzustellen und unsere Positionen nach der Aufnahme in den Index schrittweise zu reduzieren, wenn die Bewertungen dabei zu hohe Niveaus erreicht haben.
 

(Abb. 2) Neueinstufungs-Rally nicht verpassen

Die Märkte haben vor einer Indexaufnahme in der Regel kräftig zugelegt.
Stand: 31. Januar 2019

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Quellen: MSCI, Finanzdaten und Analysen von FactSet. Copyright 2019 FactSet. Alle Rechte vorbehalten. Stand: 31. Januar 2019. Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden im Mai 2014 neu eingestuft. Pakistan wurde im Mai 2017 neu eingestuft. Die Daten sind zur besseren Vergleichbarkeit auf 100 umbasiert und dienen nur zur Veranschaulichung. MSCI übernimmt keine ausdrücklichen oder impliziten Garantien oder Zusicherungen und haftet in keiner Weise für in diesem Dokument enthaltene Daten von MSCI. Die Daten von MSCI dürfen nicht weitergegeben oder als Grundlage für andere Indizes oder Wertpapiere bzw. Finanzprodukte verwendet werden. Dieser Bericht wurde nicht von MSCI genehmigt, überprüft oder erstellt.

Geo- und handelspolitische Entwicklungen

Die Anleger beobachten sehr genau, wie sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China entwickelt, und warten ab, ob die Handelszölle weiter erhöht werden. Sollte sich die Lage entspannen, dürften sich die Anleger risikobereiter zeigen, wovon die Frontier-Märkte profitieren würden.
 

Dagegen dürften Länder wie Vietnam und Bangladesch aufgrund ihrer Rolle in der globalen Lieferkette auf der Gewinnerseite stehen, wenn die Spannungen andauern, da Unternehmen ihre Produktion aus China verlagern und von den billigen Arbeitskräften angezogen werden. Aufgrund seines großen Exportmarkts spricht Vietnam gemessen an seiner Größe unverhältnismäßig stark auf den globalen Konjunkturzyklus an.
 

Titelauswahl orientiert sich an Impulsgebern

Diese Impulsgeber haben maßgeblichen Einfluss auf unsere bottom-up-orientierte Titelauswahl, und wir sind in einigen Schlüsselbereichen gut positioniert, sollten sich diese Impulsgeber letztlich bemerkbar machen. Ein diversifiziertes Portfolio beizubehalten ist in diesem Zusammenhang von Nutzen.

(Abb. 3) Hierauf sollten Anleger in den Frontier-Märkten in 2019 achten

Anlegerfokus auf den Impulsgebern.
Stand: 31. Januar 2019

Argentiniens Finanzbedarf ist bis Ende 2019 gedeckt, die Reaktion der Behörden ist vielversprechend.
- Oliver Bell, Portfolio Manager, Frontier Markets Equity Strategy

Schlussfolgerung

Unserer Ansicht nach werden sich die Aussichten für die Frontier‑Märkte weiter verbessern, da mehrere länderspezifische Probleme, die die Märkte belasten, allmählich gelöst werden oder sich von selbst lösen. Da diese Belastungsfaktoren weitgehend eingepreist sind, sollten die Märkte unseres Erachtens von einem bevorstehenden Stimmungsumschwung profitieren, wenn Wahlen, Neueinstufungen in den MSCI-Indizes sowie handels- und geopolitische Entwicklungen im Jahresverlauf für positive Impulse sorgen.
 

Darauf achten wir in nächster Zeit

Vor diesem Hintergrund sind wir für Saudi-Arabien (nicht im Referenzindex enthalten), Nigeria, Vietnam, Argentinien und Kuwait nun optimistischer. Auf der Sektorebene erkennen wir attraktive Anlagemöglichkeiten bei günstig bewerteten Banken und konsumorientierten Aktien, die von der günstigen Bevölkerungsdynamik in den Frontier-Märkten profitieren.

201902-739623

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