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Vor Ort sein und sich ein eigenes Bild machen

Nick Samouilhan , Solutions Strategist, EMEA

Ob bei Wahlkampfveranstaltungen in den USA, einem Treffen mit ausländischen Regierungschefs in Europa oder einer Runde Golf in Schottland – den „Atomkoffer“ hat US-Präsident Trump immer griffbereit.

Der „Atomkoffer“ ist ein großer Metallkoffer mit allem, was Trump braucht, um US-Atomraketen zu starten. Egal, wo er gerade in der Welt unterwegs ist, kann er also auf Knopfdruck einen Atomschlag autorisieren, der Millionen (wenn nicht Milliarden) von Menschen töten könnte.
 

Warum dies problematisch ist, liegt auf der Hand: Der Entscheidungsprozess (in einem Koffer auf ein paar Tasten drücken) ist völlig losgelöst von den Folgen dieser Entscheidung (das wahrscheinliche Ende der Welt, wie wir sie kennen). Im Jahr 1981 präsentierte der Gelehrte Roger Fisher eine elegante Lösung für die atomare Abschreckung, bei der die Schwere und die Wirkung der Entscheidung sehr viel besser miteinander im Einklang stehen. Er schlug vor, einem Freiwilligen die Raketencodes ganz nah am Herzen zu implantieren. Falls der amtierende US-Präsident die Atomraketen starten müsse, müsse daher zunächst der Freiwillige getötet werden, um an die Codes zu gelangen.

Fishers Theorie: Einen Unschuldigen mit bloßen Händen zu töten – und „den Fußboden im Weißen Haus mit Blut zu beflecken“ – würde dem Präsidenten die Tragweite seiner Entscheidung bewusst machen. Und wahrscheinlich würde dadurch die Gefahr eines Atomkriegs gebannt werden.

Die Diskrepanz zwischen einer Entscheidung und ihrer Wirkung ist überall sichtbar und wurde durch moderne Technologien sogar noch verstärkt. Da wir mühelos Informationen nutzen können, ohne sie zuvor selbst zusammentragen zu müssen, ist uns die Unvollkommenheit dieser Daten häufig nicht bewusst. So können wir auf Knopfdruck zum Beispiel statistische Analysen abrufen, ohne selbst etwas berechnen zu müssen. Das bedeutet, dass uns möglicherweise gar nicht klar ist, auf welchen Annahmen die Analyse beruht.
 

In der Anlageverwaltung drohen hier gefährliche Fallstricke.

Detaillierte Informationen über ein Unternehmen sind mühelos zugänglich, ohne dass man irgendjemanden aus diesem Unternehmen treffen muss. Ausgehend von diesen Informationen können wir ganz bequem vom Schreibtisch aus entscheiden, ob wir eine Anlage kaufen oder verkaufen wollen.


Wir können das – aber sollten wir es auch? Auch hierbei steht die Schwere der Entscheidung (das Geld unserer Kunden in ein Unternehmen investieren, das diese Gelder nach Belieben verwenden kann) in einem krassen Gegensatz zu der relativen Leichtigkeit, mit der wir diese Entscheidung treffen können. Nehmen wir ein extremeres Beispiel: Ein Kunde möchte in einen passiven High-Yield-Indexfonds investieren. Dabei überlässt er sein Geld Unternehmen, die es unter Umständen nicht zurückzahlen. Kennt der Kunde jedes einzelne Unternehmen im Index? Hat er sich jedes Unternehmen angesehen, sich mit der Unternehmensleitung getroffen, die Bücher geprüft und sich dann entschieden, sein Geld einem Unternehmen zu überlassen – und das aufgrund des Versprechens, dass das Geld zurückgezahlt wird? Natürlich nicht. Wie bei der Eingabe der Raketencodes handelt es sich auch hier um eine Entscheidung, die getroffen werden kann, ohne sich über deren Tragweite vollkommen im Klaren zu sein – auch wenn die Folgen natürlich weniger dramatisch sind.

Wir bei T. Rowe Price tun unser Möglichstes, um zu gewährleisten, dass unser Entscheidungsprozess der Folgenschwere unserer Anlageentscheidungen gerecht wird. Unsere globalen Ressourcen stellen uns die gleichen Informationen zur Verfügung, die auch anderen Anlegern zugänglich sind. Wir sind uns jedoch unserer Rolle als Bewahrer der Vermögen unserer Kunden bewusst. Daher wenden wir außerordentlich viel Zeit dafür auf, Unternehmen in aller Welt zu besuchen und sicherzustellen, dass wir genau wissen, was mit dem Geld unserer Kunden geschieht.

Allein im Jahr 2017 hatten wir mehr als 5000 einzelne Meetings mit Vertretern von Unternehmensleitungen. Hätten wir dieselben Informationen über Umsätze, Einnahmen, Kosten und Bewertungen auch vom Schreibtisch aus sammeln können? Wahrscheinlich. Hätten wir viel Geld und Zeit sparen können, wenn wir auf diese Reisen verzichtet hätten? Definitiv. Hätten wir die Einsichten und das Vertrauen gewonnen, die wir unserer Meinung nach brauchen, um das Geld unserer Kunden zu investieren? Nein.

Geld für andere anzulegen ist eine heikle Angelegenheit. Wir wollen ganz sicher sein, dass unser Prozess dem vollauf gerecht wird. 

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