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Serbien Die Bedeutung einer Präsenz vor Ort

Ken Orchard , Portfolio Manager

Gründliche Kenntnisse können bei der Anlage in lokalen Rentenmärkten, besonders denjenigen kleinerer und weniger entwickelter Länder, von großer Bedeutung sein. Wenn man sich die Mühe macht, die wirtschaftlichen Perspektiven, die Politik und politischen Strategien eines Landes gut zu verstehen, kann das Zugang zu attraktiven Anlagechancen bieten, die anderen entgehen oder die sie meiden, weil sie nicht über die richtigen Ressourcen verfügen, um den Markt entsprechend zu analysieren.

 

So halten wir beispielsweise seit 2014 eine Long-Position in serbischen Kommunalanleihen. Serbien zählt zu den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) mit kleinen, gut diversifizierten Volkswirtschaften, die sich durch eine hohe Korrelation mit den Geschäfts- und geldpolitischen Zyklen der Europäischen Union auszeichnen. Manche dieser Länder befinden sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium - in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Slowenien liegen Einkommen und Inflation beispielsweise nahe an den westeuropäischen Niveaus, so dass sie Staatsanleihen mit entsprechend niedrigen Zinsen bieten.

 

Andere MOEL, einschließlich Serbien, sind weniger gut entwickelt und die Inflationsraten waren in der Vergangenheit höher. Sie wandeln sich jedoch allmählich, und ihre Institutionen nehmen nach und nach eine westeuropäische Prägung an. Als wir 2014 begannen, serbische Staatsanleihen zu kaufen, betrug die Rendite kurzfristiger Anleihen ca. 12 % und war damit wesentlich höher als in allen anderen Ländern der Region. In der jüngsten Zeit ist die Inflation von ihren zweistelligen Werten zurückgegangen. Zweifel daran, wie lange niedrigere Inflationsraten bestehen bleiben, verhinderten allerdings einen entsprechenden Rückgang der Renditen. Weiterer Aufwärtsdruck auf die Renditen war auf das hohe Haushaltsdefizit Serbiens und die Unsicherheit im Hinblick auf das Engagement für politische Reformen zurückzuführen.

 

Nach umfassendem Research vor Ort einschließlich zahlreicher Treffen mit Mitgliedern der serbischen Regierung, der örtlichen Geschäftswelt, der EU und dem Internationalen Währungsfonds, kamen wir jedoch zu dem Schluss, dass das Land über gute Wachstumsperspektiven verfügte. Darüber hinaus waren wir davon überzeugt, dass die finanzpolitische Anpassung in Serbien möglicherweise eine Umkehrung der negativen Schuldendynamik und geringeren Finanzierungsbedarf zur Folge haben würde, was die Inflation niedrig halten würde. Aufgrund all dieser Aspekte kamen wir zu dem Schluss, dass die Renditen der Staatsanleihen viel zu hoch waren und beschlossen, in sie zu investieren.

 

Das war nicht das erste Mal, das wir eine derartige Entscheidung trafen. 2012 legten wir in rumänischen Anleihen an. Die Inflation in Rumänien war damals relativ hoch und die Staatsanleihen wurden mit vergleichsweise hohen Zinsen (ca. 6,5 % für zehnjährige Anleihen gegenüber 3,5 % in Polen) gehandelt, da sich das Land noch von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise von 2008-2009 und der Eurozonen-Staatsanleihenkrise von 2011 erholte. Wir waren jedoch davon überzeugt, dass die Volkswirtschaft Rumäniens in Wirklichkeit insgesamt stabil war und sich der Inflationsabstand verringern würde, so dass die Notenbank ihre Zinsen senken könnte. Daher boten uns die Anleihen eine gute Anlagemöglichkeit, so dass wir sie kauften.

 

Seit unseren Anlagen in Rumänien und Serbien sind die Zinsen der Anleihen beider Länder stark zurückgegangen, und wir erwirtschafteten mit beiden Positionen hohe Erträge. Unsere Position in Rumänien haben wir weitgehend geschlossen, halten jedoch weiterhin unsere Anlage in Serbien, dessen zehnjährige Staatsanleihen auf Relative-Value-Basis mit ca. 5 % nach wie vor interessant sind, während die Inflation im bisherigen Jahresverlauf unter 2 % lag. Wir sind davon überzeugt, dass bei den serbischen Anleihen innerhalb des nächsten Jahres durchaus eine Straffung um weitere 50-70 Basispunkte möglich ist.

 

Es könnten sich noch weitere Chancen bieten, einige davon möglicherweise in Ländern mit ziemlich großen Rentenmärkten, aber gleichzeitig relativ hohem Risiko, wie z. B. Kasachstan und die Ukraine, andere in Ländern mit geringerem Risiko und wesentlich kleineren Rentenmärkten, auf denen Anlagen daher schwierig sind, u. a. Georgien und Armenien. Diese und andere Länder beobachten wir aufmerksam durch regelmäßige Treffen mit Regierungen, Notenbanken, internationalen Organisationen und Unternehmen. Wie unsere Allokationen in Rumänien und Serbien gezeigt haben, ist eine gründliche Kenntnis der lokalen Rahmenbedingungen bei Anlagen an Rentenmärkten kleiner, weniger entwickelter Länder äußerst wertvoll.

 

Wichtige Risiken—Die folgenden Risiken sind wichtig für die in diesen Dokumenten behandelten Strategien.

Transaktionen mit Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten, sind Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die sich auf den Wert einer Anlage auswirken können. Die Erträge können aufgrund von Veränderungen der marktbezogenen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen stärker schwanken als an anderen, besser entwickelten Märkten. Schuldtitel können durch eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen infolge von Ratingherabstufungen oder Ausfällen belastet werden, die sich auf den Wert einer Anlage negativ auswirken können. Anlagen in High Yield-Wertpapieren sind mit einem höheren Risiko verbunden.

 

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Wichtige Informationen

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k.A.
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Fondsvolumen
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Durchschnittliche Laufzeit
4.88 J.
Durchschnittliche Duration
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