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Tagebuch Asien – Januar 2016

Zusammenfassung

In Nick Beecrofts monatlicher Kolumne lesen Sie unsere aktuellsten Einschätzungen des Geschehens vor Ort in Asien und werden über die Beobachtungen des Teams bei seinen Reisen in der Region informiert.

 

Schlagzeilen in diesem Monat:

 

  • Notbremse in China vermag Abverkauf unter Anlegern nicht aufzuhalten; Aktienkurse brechen im Januar ein
 
  • In Chinas Industriesektor machen sich allmählich Anzeichen von Kapazitätssenkungen bemerkbar
 
  • Bei unserem Besuch in Taiwan wird deutlich, dass sich der Ausblick für Zulieferer von Smartphone-Herstellern verbessert

Kung Hei Fat Choi! Hoffentlich lässt sich das Jahr des Affen, das am 8. Februar beginnt, besser an, als das Jahr der Ziege endete. Das Jahr des Affen verheisst Energie und Aufregendes, allerdings gilt es, nach den Bananenschalen Ausschau zu halten, die am Boden liegen bleiben.

 

Der MSCI AC Asia ex Japan Index büsste im Januar 7.6 % ein. Dem standen Rückgänge von 6 % beim MSCI AC World Index und 6.5 % beim MSCI Emerging Markets Index gegenüber. Die Ergebnisse hätten ohne die Rally zum Monatsende noch viel schlechter ausfallen können.

 

 

 

Das Jahr begann mit Kursverlusten von 7 % an Chinas Onshore-Aktienmarkt, die dazu führten, dass bereits am ersten Handelstag des Jahres die Notbremse gezogen werden musste. Die Anleger übten weiter Druck auf diese Schutzvorkehrung aus, bis sie schliesslich abgeschafft wurde. Das Augenmerk der besorgten Anleger richtete sich alsbald auf die Richtung des Renminbi; die Ängste über das Ausmass der Kapitalabflüsse aus China nahmen zu. Durch die Erwartungen des Markts, dass der Renminbi abwerten wird, bleibt der Druck in Bezug auf Kapitalabflüsse hoch. Chinas Regierung hat neue Kapitalkontrollen eingeführt, um dem entgegenzuwirken. Ohne eindeutigere politische Verlautbarungen aus Peking dürfte die Volatilität an Chinas Aktienmarkt jedoch vorerst anhalten. Der MSCI China beendete den Monat bei -12.7 % und Onshore A-Aktien verloren bis zu -25 %.

 

Eine interessante Entwicklung im Januar war das Ausmass der Renditestreuung an den Märkten Asiens. Während China schwach tendierte, erzielten einige Märkte Südostasiens, nämlich Indonesien, Malaysia und Thailand, mit 1.7 %, 2.5 % bzw. 4.1 %, positive Renditen. Ihnen kam zugute, dass ihre Währungen gegenüber dem US-Dollar zulegten.

 

Im Verlauf des Monats waren die Mitglieder unseres Teams viel unterwegs: China, Taiwan, Vietnam, die Philippinen und Indonesien standen auf dem Reiseplan. In diesem Bericht konzentrieren wir uns auf die ersten beiden Länder.

 

In Peking und Shanghai hatten wir Anfang Januar Gelegenheit, mehrere Unternehmen aus verschiedenen Sektoren in China zu besuchen. Zu den interessantesten Rückmeldungen gehörte, dass es erste Anzeichen dafür gibt, dass in Chinas Industriesektor mit den Kapazitätssenkungen begonnen wurde. China verfügt über einen immensen Kapazitätsüberschuss, vor allem bei bestimmten staatlichen Unternehmen der Schwerindustrie. Diese abzubauen und die Arbeitskräfte in produktiveren Bereichen einzusetzen ist eine der Massnahmen, die China ergreifen muss, um sein BIP-Wachstum in den kommenden Jahren anzukurbeln. Von Kohleunternehmen war zu vernehmen, dass die Investitionsausgaben deutlich zurückgeschraubt werden. Und auch im Stahlsektor gab es erste Hinweise auf einen Kapazitätsabbau: 2015 wurden rund 5 % der Stahlkapazität (der erste Rückgang seit vielen Jahren) geschlossen. Dieser Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, aber wenn gering bezahlte Arbeitsstellen im Fertigungssektor auf den Dienstleistungssektor verlagert werden können, wo die Löhne schneller steigen, würde das mit der Zeit dem Konsum in China zugutekommen (auch wenn kurzfristig von Problemen aufgrund von Arbeitsplatzverlusten auszugehen ist).

 

 

 

Unterdessen stattete unser Technologieanalyst zusammen mit unseren Schwellenmarkt-Portfoliomanagern Gonzalo Pángaro und Ernest Yeung Taiwan einen Besuch ab, um sich mit einigen Zulieferern für Smartphones zu treffen. Unseres Erachtens wirtschaften Taiwans Unternehmen relativ aktionärsfreundlich, was anhand der sehr attraktiven Dividendenrenditen ersichtlich wird (derzeit mit 4.5 %1 eine der höchsten unter den Schwellenländern).

 

In den letzten Monaten schnitten die Aktien von Zulieferern im Smartphone-Segment aufgrund von Bestandskorrekturen im Zuge des erfolgreichen Zyklus rund um das Apple iPhone 6 schwach ab. Unsere Besuche veranlassen uns zu der Einschätzung, dass sich die Aussichten für diese Unternehmen im weiteren Verlauf des Jahres 2016 aufhellen werden, da mit der Einführung neuer Produkte wichtiger Marken (z. B. das iPhone 7 oder die Apple Watch Version 2) immer komplexere Komponenten erforderlich sind, ob nun bei den Chips, Kameraobjektiven, Metallgehäusen oder anderweitig. Die jüngsten Kursverluste haben indes zu attraktiveren Bewertungen geführt.

 

Trotz der schlagzeilenträchtigen Negativmeldungen, durch die sich das Jahr 2016 bisher auszeichnete, schätzen wir den Ausblick für die Region auf mittlere bis lange Sicht optimistisch ein. Eine Lösung in Bezug auf den Renminbi würde diese Prognose noch weiter verbessern. Obschon kurzfristig noch keine Talsohle auszumachen ist, bleiben die positiven strukturellen Wachstumsfaktoren für Asien intakt. Da sich die Bewertungen gemessen an einigen Kennzahlen derzeit ausserdem nahe an historischen Tiefs befinden, gibt es viel Spielraum für positive Überraschungen.

 

1 Quelle: FactSet

 

2016-GL-3422

 

 

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