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Tagebuch Asien – Dezember 2015

Zusammenfassung

Nick Beecroft informiert Sie in seiner monatlichen Kolumne über das aktuelle Geschehen vor Ort in Asien und bietet Ihnen Einblicke in die Beobachtungen des Teams während seiner Reisen in der Region.

 

Schlagzeilen in diesem Monat:

 

  • Asien ohne Japan bleibt das dritte Jahr in Folge hinter den globalen Märkten zurück
 
  • Wir glauben, dass die Region langfristig orientierten Anlegern jetzt attraktives Ertragspotenzial bietet

 

  • Bedenken hinsichtlich der chinesischen Entwicklung, Währung und der Marktinterventionen des Landes bleiben jedoch bestehen

Der MSCI AC Asia ex Japan Index schloss im Dezember im Wesentlichen unverändert (-0.4 %) und schnitt damit besser ab als der MSCI AC World Index (-1.8 %) und der MSCI Global Emerging Markets Index (-2.2 %). Trotz der Entscheidung der US-Notenbank (Fed), die Zinssätze um 25 Bp. anzuheben erzielten Märkte, die in der Vergangenheit sehr empfindlich auf Zinserhöhungen reagiert hatten, in diesem Monat positive Renditen. So legte Indien um 2.5 % zu, und Indonesien verzeichnete trotz eher gemischter Konjunkturdaten und der politischen Nachrichten an beiden Märkten ein Plus von 5.2 %. Thailand bildete mit -7.7 % das Schlusslicht in der Region. Hier drückte das schwache Exportumfeld auf die Marktstimmung, obwohl die Militärregierung erneut ihre Zusage bekräftigte, in die Infrastruktur zu investieren.

 

Der MSCI AC Asia ex Japan Index verzeichnete im Jahr 2015 ein Minus von 8.9 % (in USD). Damit blieben die asiatischen Aktienmärkte (ohne Japan) das dritte Jahr in Folge hinter der Entwicklung des MSCI AC World Index zurück. Wir werten dies als Beleg dafür, dass die Umschichtung in die Industrieländer zulasten Asiens schon weit vorangeschritten ist. Asien notierte Ende des Jahres 2015 zu einem Forward-Kurs-Buchwert-Verhältnis von weniger als 1.4 (verglichen mit 1.25 am Tiefpunkt der globalen Finanzkrise im Februar 2009)1 und viele asiatische Märkte werden mit massiven Abschlägen auf ihre langfristigen durchschnittlichen Kurs-Buchwert-Verhältnisse gehandelt. Wir sind deshalb der Ansicht, dass die Region für Anleger mit einem längeren Zeithorizont sehr viel Wertpotenzial bietet. Diese Ansicht hat sich durch das bisherige Marktgeschehen im Jahr 2016 noch weiter gefestigt.

 

Die nachstehende Abbildung zeigt die Aufschläge/Abschläge der einzelnen Länder der Region auf ihre durchschnittlichen Kurs-Buchwert-Verhältnisse über zehn Jahre an:

 

Quelle: FactSet

 

Da dies ein Tagebuch ist, also eine Rückschau, müssen die turbulenten Ereignisse zu Beginn des Jahres 2016 unbedingt erwähnt werden. Chinesische Aktien sind stark gefallen, was die weltweite Besorgnis über die Stärke der Konjunkturerholung in den USA, den fallenden Ölpreis und die anstehende Berichtssaison noch verstärkt hat.

 

Speziell auf dem chinesischen Markt herrscht nach wie vor Beunruhigung hinsichtlich des Wachstums, der Marktinterventionen und natürlich der Abwertung des Renminbi (RMB). Ein mögliches Basisszenario sieht so aus, dass wir in diesem Jahr eine Art gesteuerte Abwertung des Renminbi erleben, da China zu einem flexibleren Wechselkurssystem übergeht. Die People’s Bank of China (PBoC), die versucht unter Beibehaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf einen flexiblen Wechselkurs umzustellen, verwaltet die Währung jetzt gegenüber einem Korb der wichtigsten Handelswährungen und nicht mehr ausschliesslich gegenüber dem US-Dollar.

 

Längerfristig gesehen ist diese Marktliberalisierung vielversprechend. Kurzfristig könnte sie sich allerdings in Verbindung mit einer teilweise offenen Kapitalbilanz als problematisch erweisen. Durch die offene Kapitalbilanz haben Anleger die Möglichkeit, ihr Geld ausser Landes zu schaffen, in dem Wissen, dass das längerfristige Ziel der PBoC darin besteht, die Währung schrittweise abzuwerten. Dies könnte letztlich zu Rückgängen der Reserven führen, bis die Anleger etwas Vertrauen gewinnen und sehen, dass es sich bei der Währung nicht mehr um eine einseitige Wette handelt.

 

Die geldpolitischen Entscheidungen der PBoC, die chinesische Währung und die Kapitalabflüsse sind allesamt Themen, die wir in der nächsten Zeit sehr aufmerksam beobachten werden. Wie in China üblich, haben die politischen Entscheidungsträger dem Markt nicht genügend Informationen zur Verfügung gestellt, um rationale Entscheidungen treffen zu können, was noch mehr zur Verwirrung beiträgt. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass die Entwicklung des RMB wesentlich instabiler verläuft. Wir hoffen, dass in den kommenden Wochen mehr Informationen bekannt gegeben werden.

 

Der Dezember war ein eher ruhiger Reisemonat. Dennoch reisten wir nach Taiwan, Korea und sogar nach Japan, um uns Unternehmen anzuschauen, die von den Handels- und Tourismusbeziehungen zwischen Japan und China profitieren. Der Januar begann mit einer zeitlich gut abgepassten Reise nach China, und wir werden über die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Reise im kommenden Monat näher berichten.

 

 

1 Quelle: FactSet

 

2016-GL-3322

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