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Oktober 2020 / VIDEO

Schwellenländer als Vorreiter einer Fintech-Revolution

Fintech findet eine natürliche Heimat in aufstrebenden Märkten

Fintech und die Schwellenländer sind offenbar ein ideales Gespann. Digitale Innovationen beflügeln in der Finanzbranche einen Prozess der Disruption und Erneuerung. Stichworte sind insbesondere Onlinebanking und mobiles Bezahlen.

Fintech-Unternehmen füllen Lücken in einem Markt, der bisher primär auf die Ansprüche der Wohlhabenden ausgerichtet war, während die Bedürfnisse der weniger Begüterten übersehen wurden. Es überrascht insofern nicht, dass die Schwellenländer, in denen Finanzdienstleistungen traditionell nur sehr begrenzt verfügbar waren, von den neuen Technologien im Finanzsektor besonders stark profitieren.

„Fintech findet in den Schwellenländern mit ihrer typischerweise niedrigen Marktdurchdringung bei Bank- und Versicherungsdienstleistungen eine natürliche Heimat“, sagt Gonzalo Pángaro, Portfoliomanager der Emerging Markets Equity Strategy bei T. Rowe Price. Die Einbeziehung von Personen ins Finanzsystem, denen der Zugang bisher weitgehend verwehrt war, ist eine beachtliche Leistung.

Pángaro zufolge machen die rapide Verbreitung von Mobiltelefonen und bessere Internetverbindungen die Schwellenländer zu einem fruchtbaren Boden für alternative Banking-Lösungen.

Wachstum im Fintech-Bereich beschleunigt sich rasant

In den Schwellenländern herrscht eine große Aufgeschlossenheit für neue Technologien. Darin liegt eine entscheidende Voraussetzung, die erfüllt sein muss, um das Potenzial von Fintech-Tools erfolgreich nutzen zu können. Laut einem Report von Ernst & Young liegen China und Indien mit einer Verbreitungsquote von 87% in Führung, dicht gefolgt von Russland und Südafrika mit jeweils 82%.

Unternehmen, die in dem Bereich eine zentrale Rolle spielen, sind unter anderem die großen E-Finance-Innovatoren wie Ant Financial und WeBank. Ant Financial, eine Tochtergesellschaft des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba, bietet verschiedene Finanzdienstleistungen an, darunter Geldtransfers und Vermögensverwaltung.

In den Schwellenländern herrscht eine große Aufgeschlossenheit für neue Technologien.

Das Unternehmen hat überdies Pläne für Cloud-basierte Dienste, Big-Data-Analytik und Kreditvergabe. Ähnliche Ambitionen hat auch Tencents Tochtergesellschaft WeBank. Das Unternehmen zählte zu den ersten in diesem Kreis, denen eine Banklizenz verliehen wurde. WeBank ist zudem Chinas erste reine Onlinebank.

Sowohl Ant Financial als auch WeBank illustrieren, wie sich das Fehlen einer klassischen Finanzinfrastruktur, basierend auf herkömmlichen Filialbanken und Zahlungsmethoden, im Fintech-Bereich als Segen erweisen kann. Die Integration der neuesten technologischen Errungenschaften in ein Finanzsystem ist wesentlich einfacher, wenn nicht erst bestehende Strukturen beseitigt werden müssen.

So kann eine geringe Verbreitung von Kredit- und Debitkarten digitalen Innovationen den Weg ebnen. Digitale Geldbörsen haben es dadurch leichter, sich in den Schwellenländern zu etablieren.

Als Nutznießer dieser Entwicklung verzeichnen Unternehmen wie Alibaba und Tencent zurzeit ein ungewöhnlich starkes Wachstum. Für jedermann sichtbar wird dies neuerdings während des chinesischen Neujahrsfests. Dann wird eine wachsende Zahl von „hongbaos“ – roten Umschlägen mit Geldscheinen, die bei besonderen Anlässen verteilt werden – über mobile Apps ausgetauscht. Allein 2019 nutzten 823 Millionen Menschen, also mehr als doppelt so viele, wie die USA Einwohner haben, in der Neujahrswoche die Hongbao-Funktion von WeChat.

„Historisch waren Kreditkarten in den Schwellenländern nicht sehr stark verbreitet. Viele Verbraucher überspringen jetzt die Zwischenschritte und wechseln direkt in die Welt des mobilen Bezahlens“, erläutert Pángaro. In China entfallen rund 75% aller Online-Zahlungen auf mobile Transaktionen. In den USA sind es nur 20%.“

Die Spielregeln werden neu geschrieben

Cloud- und mobile Technologien können zur Lösung von Problemen beitragen, die sich für manche Unternehmen bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter stellen. Firmen wie M-Pesa, ein Geldtransferdienst auf Handybasis mit Sitz in Kenia, sind in dieser Hinsicht Vorreiter: Arbeitgeber haben jetzt die Möglichkeit, Löhne auf elektronischem Wege zu zahlen, selbst wenn ihre Mitarbeiter nicht über ein Bankkonto verfügen.

Afrika steht beim mobilen Bezahlen weltweit an der Spitze – in der Finanzdienstleistungslandschaft des Kontinents spielt diese Technologie mittlerweile eine bedeutende Rolle. Im zurückliegenden Jahrzehnt waren es in Afrika die Betreiber der Mobilfunknetze, die bei handybasierten Bezahldiensten eine dominierende Stellung besaßen. In den letzten Jahren haben jedoch Fintech-Unternehmen eine solide Präsenz in dem Markt aufgebaut, und eine Reihe von Banken beginnen gerade aggressiv um Mobile-Banking-Kunden zu konkurrieren.

B2B ist ein Multi-Billionen-Dollar-Geschäft und hat somit eine ähnliche Größenordnung wie der auf die Konsumenten ausgerichtete Teil des Markts.

Während einige Geldinstitute den Alleingang gewählt haben, schließen sich andere in der Hoffnung zusammen, auf diese Weise schneller am Markt Fuß fassen zu können. Abgedeckt wird die gesamte Bandbreite der Finanzdienstleistungsbranche, von der Zahlungsabwicklung über Girokonten, Sparbüchern und Krediten bis hin zu Kapitalanlagen und Versicherungen. Etwas über die Hälfte der 282 mobilen Bezahldienste auf der Welt sind im subsaharischen Afrika zu Hause, wie der Branchenverband GSMA, Interessenvertreter der weltweiten Betreiber von Mobilfunknetzen, wissen lässt.

McKinsey geht von 100 Millionen aktiven Mobile-Money-Benutzerkonten in Afrika aus. Das sind weit mehr als in Südasien, der mit 40 Millionen aktiven Nutzerkonten zweitgrößten Region in puncto mobiles Bezahlen (nach Marktanteil).

„Bis vor kurzem war es für Wanderarbeiter in Nairobi unglaublich schwer, ihren Familien auf dem Land einen Teil ihres Lohns zu schicken. Jetzt funktioniert das mit ein paar Klicks“, sagt Ernest Yeung, Portfoliomanager der Emerging Markets Discovery Equity Strategy bei T. Rowe Price.

Und er fügt hinzu: „Die Weltwirtschaft hat beim Übergang von der Barzahlung zum digitalen Bezahlen noch eine lange Wegstrecke vor sich. Wie bei so vielem in der Fintech-Revolution bieten sich hier große Potenziale für disruptive Unternehmen, die über neue Technologien und innovative Produkte verfügen.“

Generell sind die Möglichkeiten für Bezahlsysteme auf Softwarebasis riesengroß, und neue Technologien könnten in der Zahlungsverkehrsbranche beträchtliche Turbulenzen auslösen. Bisher bestand die erste Aufgabe, die eine junge Firma zu meistern hatte, im Gang zur Bank, um dort eine Finanzierung zu ergattern. Ein Zahlungsabwicklungsprodukt war für die Banken deshalb eine natürliche Erweiterung ihres Angebots.

Heute beginnt die Reise für Jungunternehmer bei der Wahl einer Software, die sie beim Managen der neuen Firma unterstützen kann. Diese Veränderung hat auch Einfluss darauf, wie der Kuchen bei den Zahlungsdienstleistungen aufgeteilt wird: Der Anteil der Banken wird kleiner und der von softwarebasierten Zahlungsdienstleistern größer.

Die Branche hat jedoch noch Raum für weiteres Wachstum. Neben softwarebasierten Zahlungsdienstleistungen werden auch B2B-Transaktionen (Business-To-Business) im Fintech-Sektor für Wirbel sorgen.

B2B ist ein Multi-Billionen-Dollar-Geschäft und hat somit eine ähnliche Größenordnung wie der auf die Konsumenten ausgerichtete Teil des Markts. Yeung zufolge beginnt dort erst allmählich die Ablösung manueller Prozesse durch modernere Zahlungstechnologien. Für die Zahlungsverkehrsbranche könnte daraus ein Wachstumstreiber werden, von dem sie viele Jahre profitieren kann. Yeung ist überzeugt: „Die Fintech-Revolution wird uns noch lange begleiten.“

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Anteilsklasse I USD
ISIN LU0133084979
Diversifiziertes Portfolio von ca. 90-120 Schwellenländeraktien, das keinen Beschränkungen bei der Gewichtung von Ländern, Branchen und Marktkapitalisierungssegmenten unterliegt. Wir suchen nach erstklassigen Unternehmen, die ihre Gewinne dauerhaft stärker steigern können als die meisten anderen Unternehmen, ohne dass sich dieser Umstand im Kurs voll widerspiegelt.
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3 Jahres-Rendite
(Annualisiert)
3.61%
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(USD)
$2.6Mrd.
zugehörige Fonds
SICAV
Anteilsklasse I USD
ISIN LU1244138340
Konzentriertes und doch gut diversifiziertes Portfolio von typischerweise 50-80 Schwellenländeraktien aus allen Marktkapitalisierungssegmenten. Unsere Suche richtet sich auf „vergessene“ Werte, die in den Anlageportfolios der meisten Investoren nur wenig vertreten sind und die vom Gros der Analysten nicht beachtet werden, denen wir jedoch eine Höherbewertung auf Grund fundamentaler Fakten zutrauen.
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Gonzalo Pángaro

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