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Oktober 2020 / VIDEO

Schwellenländern bieten Silicon Valley die Stirn

Aufgrund der schnellen Verbreitung von Mobiltelefonen und des Sieges des Internets erfinden sich die Schwellenländer in Asien neu

Die Schwellenländer in Asien erfinden sich gerade neu. Seit dem Siegeszug von Handys und Internet sind weitreichende Veränderungen zu beobachten.

Heute sind diese Länder Brutstätten von Zukunftstechnologien – das Spektrum reicht von künstlicher Intelligenz über digitale Währungen bis hin zu Mobile-Banking und Gesundheitsapps. Technologische Innovationen haben ihren Ursprung nicht mehr allein in den Industriestaaten. Die digitale Transformation, die weltweit im Gange ist, wird auch von den Schwellenländern aus befeuert.

Mobile Gesundheitsapps sind ein Beispiel für einen Bereich, in dem Anbieter aus den Emerging Markets große Erfolge feiern. Laut einer Studie von PwC haben sich diese Anwendungen in den Schwellenländern schon viel stärker durchgesetzt – 59% der Patienten nutzen bereits mindestens eine entsprechende App. In den Industrieländern liegt die Quote erst bei 35%. Deshalb ist auch die Bereitschaft der Ärzte, mobile Apps bei der täglichen Arbeit einzusetzen, in den Schwellenländern größer als in den wohlhabenderen Staaten (35% versus 23%). Die Nutzung erfolgt beispielsweise durch die Analyse von Gesundheitsdaten, die von den Handys der Patienten gesammelt werden.

Der Boom der Technologiebranche kann als Erfolgsstory für die Schwellenländer bezeichnet werden.

Der Boom der Technologiebranche kann als Erfolgsstory für die Schwellenländer bezeichnet werden. Nach jahrelangem Wandeln in den Fußstapfen der etablierten Anbieter aus westlichen Staaten ist der Sprung vom Nachahmer zum Vorreiter gelungen.

Firmen in Asien, insbesondere aus China, Südkorea und Taiwan, stehen bei dieser Entwicklung an vorderster Front. Das hohe Wachstum im dortigen Technologiesektor hat zum Teil damit zu tun, dass ein klassischer Einzelhandelssektor nicht existiert. Herkömmliche Geschäfte hatten in diesen Ländern nie die gleiche Bedeutung wie in anderen Teilen der Welt. Dadurch bot sich ein idealer Nährboden für E-Commerce-Unternehmen, die bereitwillig in die Lücke gestoßen sind.

In Südkorea ist der größte FuE-Investor der Welt zu Hause

Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (FuE) profitieren überdies von starken Geldzuflüssen. Beispielsweise investieren chinesische Konzerne mehr in die Forschung und Entwicklung als ihre europäische Konkurrenz, worin einer der Gründe für ihre weiter zunehmende Dominanz am Markt liegt.

Das Unternehmen mit den weltweit höchsten FuE-Ausgaben sitzt jedoch in Südkorea. Samsung stellte 2017/18 eine Summe von 14,61 Mrd. USD für FuE-Zwecke zur Verfügung – 50 Mio. USD mehr als der Zweitplatzierte, das US-Firmenkonglomerat Alphabet. Diese Zahlen stammen aus einem Bericht der EU-Kommission, in dem die Finanzdaten von 2.500 Unternehmen weltweit analysiert wurden.

Die Glücksspiel-Branche ist ein weiterer rasant wachsender Teilbereich des chinesischen Technologiesektors. China zählt heute bei Online-Glücksspielen zu den größten Märkten der Welt. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass in dem Land einige der größten Anbieter von Videospielen ihren Sitz haben, darunter Tencent, NetEase und Shanda.

China ist auch ein sehr ernst zu nehmender Kandidat im Rennen um die Vormachtstellung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz (KI). Innerhalb eines Jahrzehnts soll das Land nach dem Wunsch Pekings eine dominante Rolle in dem Bereich erlangen. Laut einer Erklärung des Staatsrats der Volksrepublik will China bis 2030 zu einem „globalen Innovationszentrum“ auf dem Feld der KI werden.

Unternehmen wie Alibaba, Baidu und Tencent, die in Bereichen wie Online-Glücksspiel, E-Commerce, soziale Medien und Internetsuche gut etabliert sind, bauen gerade ihre KI-Fähigkeiten aus. Als Nebeneffekt gewinnen auch Technologien des maschinellen Lernens, die die Qualität von Suchergebnissen verbessern und Bezahlvorgänge optimieren sollen, an Bedeutung.

Innovationstempo nimmt drastisch zu

„Wir erwarten, dass chinesische Unternehmen in den kommenden Jahren den Abstand zu ihren US-Konkurrenten im KI-Bereich deutlich verringern werden“, sagt Gonzalo Pángaro, Portfoliomanager für Schwellenländer bei T. Rowe Price und fügt hinzu:  „Diese Firmen können sich bei Regulierung und Forschungsfinanzierung auf Peking verlassen. Ihnen steht ein großes Reservoir an talentierten Ingenieuren und Technikern zur Verfügung, sie haben Zugang zu Riesensummen an privatem Anlagekapital und sie können große Bestände digitaler Daten nutzen, die es ermöglichen, Techniken des maschinellen Lernens auf bestehende Produkte anzuwenden“.

Für Anleger kommt es allerdings darauf an Unternehmen ausfindig zu machen, deren Innovationen auch im richtigen Tempo erfolgen, damit sie in den nächsten Jahren ein optimales Ertragswachstum erzielen können, sagt Pángaro.

Südkorea hat dagegen einen Vorsprung in der Halbleiterentwicklung. Um die Stellung des Landes in dem Bereich weiter zu festigen, plant Präsident Moon Jae-in Investitionen von 855,5 Mio. USD in die nationale Chipindustrie.

Über 900 Meilen weiter südlich befindet sich ein Zentrum der Fertigung von optischen Linsen und vor allem von Kameraobjektiven für Smartphones. Taiwan ist Sitz einiger der renommiertesten Hersteller von Objektiven, wie Largan Precision und Genius Electronic Optical. Das Land zählt auch zu den Spitzenreitern in der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Die Schwellenländer sind heute ein Sammelbecken für innovative Entwicklungen. Nirgendwo wird dies deutlicher als im Technologiesektor, wo die modernsten Lösungen direkt übernommen werden, statt den Umweg über bereits veraltete Produkte zu gehen. Nach unserer Einschätzung wird die Coronavirus-Pandemie diesen Prozess noch beschleunigen.

Für Anleger kommt es allerdings darauf an Unternehmen ausfindig zu machen, deren Innovationen auch im richtigen Tempo erfolgen, damit sie in den nächsten Jahren ein optimales Ertragswachstum erzielen können, sagt Pángaro.

Aus seiner Sicht symbolisieren der Aufstieg von Technologieunternehmen aus Schwellenländern und die Innovationen, die diese Firmen hervorbringen, einen bedeutenden Richtungswechsel, den der Markt vielleicht immer noch nicht wirklich erkannt hat. „Viele glauben, die Schwellenländer würden lediglich US-Unternehmen imitieren – Alibaba und Tencent wären dann so etwas wie das chinesische eBay und Facebook. Das entspricht aber nicht der Realität. Etliche Unternehmen in Schwellenländern haben ihre Erfolge eigenständig errungen, und viele von ihnen haben heute bei Innovationen die Nase vorn.“

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202005-1181634
zugehörige Fonds
SICAV
Anteilsklasse I USD
ISIN LU0133084979
Diversifiziertes Portfolio von ca. 90-120 Schwellenländeraktien, das keinen Beschränkungen bei der Gewichtung von Ländern, Branchen und Marktkapitalisierungssegmenten unterliegt. Wir suchen nach erstklassigen Unternehmen, die ihre Gewinne dauerhaft stärker steigern können als die meisten anderen Unternehmen, ohne dass sich dieser Umstand im Kurs voll widerspiegelt.
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(Annualisiert)
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