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Februar 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Nordamerikanischer Handelspakt: Mehr Sicherheit, geringe Auswirkungen

Mit USMCA punkten sowohl die Republikaner als auch die Demokraten

Schon seit Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte US-Präsident Donald Trump versprochen, Handelsabkommen aufzukündigen, die seiner Meinung nach der US-Wirtschaft schaden. Mit der Abschaffung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) und der Unterzeichnung des neuen Vertrags zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) kann er nun darauf verweisen, dass er sein Versprechen, aus dem «schlimmsten Handelsabkommen aller Zeiten» auszusteigen, gehalten hat – ganz im Sinne seiner Kampagne «Promises Made, Promises Kept».

Wenngleich das neue Abkommen für die Wirtschaft voraussichtlich lediglich moderate Folgen haben wird, so bietet es doch jede Menge Gesprächsstoff für den Wahlkampf – und zwar beider Parteien.

Im Handel ist – wie in der Politik – das Timing entscheidend

Angesichts der näher rückenden US-Präsidentschaftswahl 2020 sahen offensichtlich sowohl die Demokraten als auch die Republikaner in USMCA eine gute Gelegenheit, um bei ihren Wählern zu punkten.

Was Donald Trump betrifft, so kann dieser – neben dem Verweis darauf, dass er seine Wahlversprechen gehalten hat – für sich reklamieren, dass er für die Unternehmen, die Landwirtschaftsbetriebe und die Arbeiter des Landes bessere Handelsbedingungen durchgesetzt hat. Sein Handelsbeauftragter, Robert Lighthizer, verweist wiederum darauf, dass die parteiübergreifende Unterstützung für USMCA zeigt, «dass man eine stabile Handelspolitik betreiben kann, wenn man die richtige Balance findet».

Aber auch die Demokraten hatten großes Interesse daran, bei USMCA mit im Boot zu sein. Sie halten seit 2018 die Mehrheit im Repräsentantenhaus, nachdem sie in bestimmten vorstädtischen und moderateren «Swing-Bezirken» Wahlsiege errungen hatten. Mit der Verabschiedung des USMCA-Abkommens konnte die Partei beweisen, dass sie selbst in einer Legislaturperiode, in der ein Impeachment-Verfahren läuft, parteiübergreifend handeln – und verhandeln – kann.

So schreiben sich die Demokraten die im USMCA vorgesehenen strengeren Arbeitsbedingungen auf die Fahne, und sie wollen im Wahlkampf damit punkten, dass sie etwas für die wirtschaftliche Besserstellung der US-Arbeiter getan haben. Bemerkenswert ist allerdings, dass die AFL-CIO, der größte Gewerkschafts-Dachverband des Landes, den Pakt nur widerwillig unterzeichnet hat. Außerdem haben die Demokraten einen verlängerten Patentschutz für Biopharmazeutika verhindert – und damit den Weg für günstigere Generika frei gemacht.

Mitte Januar wurde USMCA von beiden Kammern des US-Kongresses und von der mexikanischen Regierung genehmigt. Für die vollständige Ratifizierung des Abkommens ist nun noch die Verabschiedung durch Kanada erforderlich.

The USMCA’s Incremental Impact

Sowohl Republikaner als auch Demokraten können auf Erfolge bei der Aushandlung des neuen nordamerikanischen Handelsabkommens  verweisen.

The USMCA’s Incremental Impact

Source: T. Rowe Price.

Moderate Änderungen

Wenngleich USMCA an der Handelsfront für mehr Sicherheit sorgt, wird das neue Abkommen zwischen den USA und ihren beiden größten Handelspartnern den Status Quo nur schrittweise verändern. Einer Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird sich USMCA  unerheblich auf das jetzige Bruttoinlandsprodukt der USA niederschlagen. Dennoch geht der IWF davon aus, dass bestimmte Branchen stark davon profitieren werden, vor allem durch einen «erleichterten Marktzugang».

Die wichtigsten Neuerungen: 75% der Autoteile müssen künftig in den USA produziert werden, um zollfrei zu bleiben (NAFTA: 62,5%); 40% des Autowertes (bzw. 45% bei Kleinlastwagen) müssen von Arbeitern montiert werden, die mindestens 16 US-Dollar pro Stunde verdienen. (Wenngleich dies für US-Hersteller steigende Kosten zur Folge hat, glaubt Joel Grant, Analyst bei T. Rowe Price für den Automobilsektor, dass sich die Autobauer darauf einstellen können.)

Ferner sieht das Abkommen eine Abschaffung der US-Strafzölle auf kanadische und mexikanische Stahl- und Aluminiumimporte vor. Zudem wird der Zugang der US-Landwirte zum kanadischen Milchmarkt, der diesen lange verschlossen war, erleichtert. Nicht zuletzt ermöglicht der Deal die Übertragung und Speicherung von Daten durch US-Technologieunternehmen über die nordamerikanischen Grenzen hinweg.

USMCA könnte das Vertrauen stärken

Trotz der geringfügigen Neuerungen, die USMCA gegenüber NAFTA aufweist, dürfte das neue Abkommen den nordamerikanischen Handel deutlich stabilisieren, da die US-Unternehmen wieder größere Sicherheit für Investitionen haben – auch wenn dieser Effekt letztlich daraus resultiert, dass die anfängliche Drohung des US-Präsidenten, NAFTA ersatzlos aufzukündigen, endlich vom Tisch ist.

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