INVESTMENT INSIGHTS

Breiterer Ansatz für Investment-Grade-Anleihen

Steven Boothe , Portfolio Manager
Lauren Wagandt , Portfolio Manager

Überblick

  • Bei der Entwicklung unserer Portfoliopositionierung in unseren Unternehmensanleihen-Strategien blicken wir verstärkt nach rechts und links, um zu diversifizieren und unabhängiger vom US-Kreditzyklus zu werden.
  • Wir haben größere Positionen in Unternehmensanleihen von hochwertigen internationalen Emittenten vor allem aus Asien eröffnet.
  • Die Strategien investieren außerdem in Asset‑Backed Securities, die viel weniger empfindlich auf Abschwünge im US-Kreditsektor reagieren als Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating.

Der US-Kreditzyklus ist weit fortgeschritten und die eskalierenden US-Handelskonflikte versetzen dem Geschäftsklima und den Unternehmensausgaben einen Dämpfer. Bei der Portfoliopositionierung in unseren Unternehmensanleihen-Strategien verfolgen wir daher einen breiter gefassten Ansatz. Wir haben größere Positionen in Unternehmensanleihen von hochwertigen internationalen Emittenten vor allem aus Asien eröffnet, um zu diversifizieren und unabhängiger vom US-Kreditzyklus zu werden. Aus ähnlichen Gründen investieren die Strategien auch in Asset‑Backed Securities (ABS), die viel weniger empfindlich auf einen Abschwung im US-Kreditsektor reagieren als Investment-Grade-Unternehmensanleihen.
 

Wir bevorzugen Anleihen mit kürzer Laufzeit. Der Grund: Bei dieser Positionierung ist im Falle eines spürbaren US-Konjunkturabschwungs das Kreditrisiko begrenzt. Aktuell rechnen wir auf Sicht der nächsten zwölf Monate zwar nicht mit einer Rezession, betrachten diese Positionierung aber als passable Absicherung gegen Verluste im Kreditbereich.


Internationales Engagement zur Diversifizierung

Diversifizierung durch Engagements in globalen statt in US-Emittenten ist ein wesentliches Element unserer Positionierung. Wir glauben, diese internationale Allokation kann ein wertvolles Engagement in Kreditzyklen ermöglichen, die mit dem US-Zyklus nicht so synchronisiert sind und noch Spielraum für eine Outperformance besitzen könnten. Die Zahl der Nicht-US-Unternehmen, die Anleihen mit Investment-Grade-Rating in US-Dollar ausgeben, ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Das Universum der Unternehmenstitel, die unsere Analysten untersuchen können, um attraktive Relative-Value-Möglichkeiten ausfindig zu machen, ist dadurch auch gewachsen.
 

Wir halten eine bedeutende Allokation in asiatischen Investment-Grade-Unternehmensanleihen, die eine geringe Korrelation mit dem entsprechenden US-Markt sowie ein sehr gutes Risiko-Rendite-Profil aufweisen. Dieses Engagement in asiatischen Emittenten ist mit Blick auf die Diversifizierung defensiv und spiegelt als mögliche Quelle für höhere risikobereinigte Erträge einen opportunistischen, also chancenorientierten Ansatz wider. Innerhalb der Region Asien bevorzugen wir qualitativ hochwertige Emittenten aus den Sektoren Technologie und Telekommunikation. Wie in allen anderen Segmenten des Markts für Investment-Grade-Unternehmensanleihen setzen wir bei der Auswahl der einzelnen Titel auch hier auf die Fundamentalanalysen des globalen Netzwerks von Kreditanalysten von T. Rowe Price. Wir haben Analysten in Asien, direkt vor Ort ein gründliches Kreditresearch durchführen können.


ABS für mehr Stabilität und höhere Renditen

Als weiteres Instrument für eine qualitativ hochwertige Diversifizierung halten wir in unseren Portfolios für Investment-Grade-Unternehmensanleihen auch eine Allokation in Asset-Backed Securities (ABS). ABS sind im Allgemeinen von hoher Qualität und relativ stabil – wichtige defensive Merkmale – und bieten zudem höhere Renditen im Vergleich zu US-Treasuries. Weil darüber hinaus Verbraucherkredite als Sicherheiten für die meisten ABS dienen, sind diese Instrumente dem US-Kreditzyklus weniger stark ausgesetzt als Investment-Grade-Unternehmensanleihen.
 

Ein Segment des ABS-Markts, das uns aktuell gefällt, sind sogenannte „Whole‑Business Securitizations“ (WBS), die Merkmale sowohl von ABS als auch von Unternehmensanleihen aufweisen. Wie bei Unternehmensanleihen wird auch bei WBS der Kapitalbetrag nicht abbezahlt. Die Sicherheiten, mit denen WBS hinterlegt sind, stellen allgemein eine erstrangige Beteiligung an den primären ertragsgenerierenden Vermögenswerten eines Unternehmens dar – daher das „Whole-Business“ in der Bezeichnung. Unternehmen aus dem Bereich Schnellrestaurants sind typische Emittenten von WBS. Die Sicherheiten, die bei solchen Transaktionen gestellt werden, bestehen zum größten Teil aus Franchise- und Lizenzgebühren. Die Cashflows aus diesen Sicherheiten sind gewöhnlich sehr stabil, was der Bonität der Papiere zugutekommt. Wir halten Positionen in einigen WBS, von denen unsere Analysten für verbriefte Kredite in hohem Maße überzeugt sind. Engagements in WBS mit BBB-Rating können Renditen bieten, die über denen von Unternehmensanleihen mit ähnlichem Rating liegen.


Konjunkturbelebung bedeutet Aufwärtsrisiken

Wir glauben, dass das größte Risiko für unsere im Großen und Ganzen defensive Positionierung von einer unerwarteten Belebung der US-Konjunktur ausgeht. Da jedoch die Handelsspannungen zunehmen und die Wirkung der Steuersenkungen von 2018 nachlässt, erscheint so ein Szenario unwahrscheinlich. Bei einem plötzlich anziehenden Wirtschaftswachstum könnte sich der Kreditzyklus aber verlängern und risikoreichere Unternehmensanleihen mit längerer Laufzeit könnten besser abschneiden als eher konservative Kreditpapiere. Die überdurchschnittliche Wertpapierauswahl unseres Teams für globale Kreditanalysen dürfte unserer Ansicht nach dazu beitragen, dieses Risiko zu mindern.


Was uns in der nächsten Zeit beschäftigen wird

Die Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China – und die Reaktion der US-Notenbank auf den Druck, den die Unsicherheit rund um diese Situation auf die Wirtschaft ausübt – beobachten wir sehr genau, um frühzeitig beurteilen zu können, ob sich ein längerer Abschwung der US-Wirtschaft verhindern lässt. Die Fed führte die Belastung durch den Handelskonflikt als einen Grund für ihre Entscheidung vom Juli an, die Zinssätze – erstmals seit 2008 – zu senken.


(Abb. 1) Gutes Risiko-Rendite-Verhältnis bei asiatischen Unternehmensanleihen 
Sharpe-Ratio* gegenüber Überschussrendite** für verschiedene Sektoren
Stand: 30. Juni 2019

Sharpe-Ratio* gegenüber Überschussrendite** für verschiedene Sektoren Stand: 30. Juni 2019



Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Quelle: Analysen von T. Rowe Price auf Basis von Indexdaten von Bloomberg Barclays, Bloomberg Barclays U.S. Corporate Investment Grade Index und Global Corporate Investment Grade Index: Bloomberg Index Services Ltd. Copyright 2019. Die Verwendung wurde genehmigt.

* Die Sharpe-Ratio ist ein Maß für die Rendite eines Sektors oberhalb des risikofreien Zinssatzes, geteilt durch die Standardabweichung der Überschussrendite.

** Die Überschussrendite ist die Rendite, die jene einer US-Treasury mit vergleichbarer Laufzeit übersteigt.

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