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Mai 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Konsenserwartungen könnten das Tempo der Erholung überschätzen

Rückkehr zu einem „wieder normalen“ Umfeld könnte länger dauern, als viele vermuten

Die wichtigsten Punkte

  • Es besteht noch immer große Unsicherheit rund um die Coronavirus-Pandemie, die Maßnahmen wie die soziale Distanzierung weiterhin notwendig macht. Daher ist kaum abschätzbar, wie lange diese akute Beeinträchtigung der Wirtschaft noch andauern könnte.
  • Wir glauben, dass die aktuellen Konsenserwartungen möglicherweise von einer zu raschen Verbesserung der Situation ausgehen und die Rückkehr zur Normalität länger auf sich warten lassen könnte als erwartet.
  • Es ist schwierig, genau zu bestimmen, wann die aktuelle Krise überstanden sein könnte, denn es gibt mehrere Best-Case-, Worst-Case- und Basisszenarien, die eintreten könnten. Wie schnell dies geschieht und wann wir wieder zu einem normalen Rezessionsumfeld gelangen, ist unserer Ansicht nach aber überaus bedeutsam.


Die ernste Gefahr, die von dem neuartigen Coronavirus für die öffentliche Gesundheit ausgeht, und die staatlich verordneten drastischen Maßnahmen zu seiner Eindämmung haben in der US- und der globalen Wirtschaft deutliche Spuren hinterlassen. Nach wie vor herrscht große Unsicherheit rund um die Pandemie, die Maßnahmen wie die soziale Distanzierung weiterhin notwendig macht. Daher ist kaum abschätzbar, wie lange diese akute Beeinträchtigung der Wirtschaft noch andauern könnte. Dementsprechend glauben wir, dass die aktuellen Konsenserwartungen möglicherweise von einer zu raschen Verbesserung der Situation ausgehen und die Rückkehr zur Normalität länger auf sich warten lassen könnte, als derzeit erwartet wird.

Soziale Distanzierung für kurzfristige Aussichten von zentraler Bedeutung

Versucht man zu bestimmen, wann die Krise den möglichen Höhepunkt erreichen und wie lange es dauern könnte, bis wir zu so etwas wie Normalität zurückkehren, kommt es ganz besonders auch darauf an, wie lange die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung in den USA und weltweit noch aufrechterhalten werden. Diese Maßnahmen haben in einigen Städten wie New York ganz klar zur Eindämmung des Virus beigetragen, für den Rest des Landes kann aber nicht zwangsläufig von ähnlichen Erfolgen ausgegangen werden. Jeder Bundesstaat verfolgt einen eigenen Ansatz bei der sozialen Distanzierung. Die Maßnahmen wurden jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgesetzt und werden von der Öffentlichkeit unterschiedlich stark mitgetragen und eingehalten. Daher ist es schwierig, eine genauere Vorstellung davon zu gewinnen, wie wirksam alle diese Maßnahmen auf landesweiter Ebene sein werden.
 

Angesichts dieser unsicheren Lage erscheinen uns die kurzfristigen Konsenserwartungen zu optimistisch.


Das Best-Case-Szenario – Höhepunkt wird Mitte Mai erreicht

Angesichts dieser unsicheren Lage erscheinen uns die kurzfristigen Konsenserwartungen zu optimistisch. Aktuell geht der Markt davon aus, dass der Höchststand der neuen Coronavirus-Infektionen etwa Mitte Mai 2020 erreicht wird. Danach, so erwartet man, soll die Zahl der neuen Fälle rapide sinken und das Marktumfeld sich etwa Anfang Juni 2020 wieder „normalisieren“.

Die Coronavirus-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen

Entscheidend ist, wie schnell wir zur Normalität zurückkehren können.

Die Coronavirus-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen

Dieses Best-Case-Szenario halten wir für durchaus möglich, die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir bei etwa 15% bis 20%. Unsere größte Sorge ist, dass der Markt anscheinend nach China, Korea und Singapur blickt, betrachtet, wie effektiv die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung dort waren, und automatisch davon ausgeht, dass dieser Erfolg in den USA einfach so wiederholbar ist. Hinsichtlich der kurzfristigen Wirksamkeit der sozialen Distanzierung sind wir weniger optimistisch – ebenso in der Frage, wie lange es bis zur Rückkehr zu einem normaleren Umfeld noch dauern könnte.
 

... wir beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie schnell wir wohl zu einer normalen Rezession gelangen können.


Das Basis-Szenario – Höhepunkt wird Ende Mai / Anfang Juni erreicht

Ein näherliegendes Basisszenario, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit wir bei rund 60% sehen, ist unserer Ansicht nach, dass bei den Neuinfektionen der Zenit Ende Mai / Anfang Juni erreicht wird und etwa Mitte oder Ende Juli die Rückkehr zur Normalität einsetzt. Dieser Normalzustand dürfte bis etwa Mitte Dezember 2020 anhalten. Dann besteht auf der Nordhalbkugel, wo dann Winter herrscht, aber die Gefahr, dass das Coronavirus sich von der Südhalbkugel aus erneut ausbreitet. Das heißt, Maßnahmen zur sozialen Distanzierung könnten wieder erforderlich werden, vielleicht nicht landesweit, sondern nur wo und wann immer nötig, um eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen zu verhindern. Dieses Umfeld dürfte unseres Erachtens bis ungefähr Ende März 2021 Bestand haben.
 

Das Worst‑Case-Szenario— a Erholungsphase zieht sich länger hin

Wenn irgendwann der Höchststand der neuen Coronavirus-Fälle erreicht wird, ihre Zahl aber nicht tief genug sinkt, um die Menschen dazu zu bewegen, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren, wieder essen zu gehen, wieder zu reisen etc., dann wäre dies ein potenzielles Worst-Case-Szenario. Aktuell ist völlig unklar, welche Fallzahlen als akzeptabel angesehen werden könnten, damit die Menschen wieder in größerer Zahl an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Dies ist aus unserer Sicht das negativste Szenario; wir sehen die Eintrittswahrscheinlichkeit bei rund 15% bis 20%. Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, würde das Umfeld nicht so schlecht sein wie die derzeitige akute wirtschaftliche Krise. Feststehen würde dann jedoch, dass wir uns noch wenigstens in den nächsten neun Monaten in einer schweren Abschwungphase befinden werden.
 

Es kommt vor allem darauf an, die Krise zu überstehen

Da es kein Programm mit koordinierten, landesweiten Tests gibt, eine wirksame, allgemein verfügbare Behandlung noch lange nicht in Sicht ist und die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung weiterhin gelten, herrscht immer noch große Unsicherheit über die Coronavirus-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen.

Ein ganz wichtiger Aspekt, mit dem wir uns intensiv beschäftigen, ist die Frage, wie schnell wir wohl zu einer normalen Rezession gelangen können. Dies ist eine der wichtigsten Fragen, die es zu beantworten gilt – so seltsam dies auch klingen mag. Aktuell befinden wir uns in einem so akuten Abschwung der Konjunktur, dass die Form einer möglichen Erholung – ob „V“ oder „U“ oder irgendeine andere – hier und jetzt nicht das drängendste Problem ist.

Nach dem Ende der Krise steuern wir eindeutig auf eine Rezession zu. Wie schnell wir zu einem normaleren Umfeld gelangen und die aktuelle Phase mit extremen wirtschaftlichen Verzerrungen hinter uns lassen können, ist entscheidend.

Darauf achten wir in nächster Zeit

Wir verbringen viel Zeit damit, mit Managementteams über Unternehmensbudgets, vor allem Budgets für Investitionen in die Informationstechnologie (IT), zu sprechen. IT-Ausgaben werden in einer Abschwungphase in der Regel als erste gekürzt. Wenn wir einen Eindruck davon gewinnen, wie massiv die Kürzungen insgesamt und in bestimmten Schwerpunktbereichen innerhalb der IT sein werden, können wir sicherstellen, dass wir vor allem in Unternehmen investiert sind, die diese Budgetkürzungen weniger hart treffen, und jene meiden, die darunter anscheinend besonders stark leiden.

 

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