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März 2020 / INVESTMENT INSIGHTS

Welche Umschichtungen hat der Ausschuss für Assetallokation beschlossen?

Wichtig ist außerdem unser diszipliniertes Verfahren, an dem wir auch in volatilen Marktphasen festhalten.

Die wichtigsten Punkte

  • Da Leben und Handel in der ganzen Welt durch die Corona-Pandemie ins Stocken geraten sind, ist eine koordinierte Geld- und Finanzpolitik unerlässlich, um die Belastungen für die internationalen Volkswirtschaften zu mindern.
  • Einige europäische und asiatische Industrieländer dürften bis Mitte 2020 in die Rezession rutschen. Zugleich ist auch die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die US-Wirtschaft schrumpft.
  • Wir haben unser Engagement in Aktien zuletzt graduell aufgestockt, da die Bewertungen allmählich einen massiven Rückgang des Wirtschafts- und Gewinnwachstums widerspiegeln.

 

Frage: Wie beurteilen Sie das aktuelle Umfeld?

Wir glauben, dass die globalen Entscheidungsträger nun koordinierter reagieren, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Weltwirtschaft einzudämmen. Die Notenbanken in den USA und in anderen Ländern haben ihre Zinssätze schon stark gesenkt und eine aggressive quantitative Lockerung ihrer Geldpolitik zugesagt. Die USA und andere Länder setzen darüber hinaus fiskalpolitische Hilfsprogramme um, um ihrer Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Unserer Ansicht nach sind diese aggressiven Maßnahmen der politischen Entscheidungsträger wichtig, um an den volatilen Finanzmärkten für Stabilität und Liquidität zu sorgen.

Wie sich der Ausbruch des Coronavirus letztlich auf das Wirtschafts- und Gewinnwachstum auswirken wird, hängt weitgehend davon ab, wie lange die Krise dauert. Kurzfristig dürften mehrere europäische und asiatische Industrieländer im ersten Halbjahr 2020 in die Rezession rutschen. Zugleich ist es wahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen schrumpft.
 

Frage: Wie reagieren Sie auf das Umfeld?

Disziplinierte Neuausrichtung des Portfolios

Mit dem massiven Abverkauf von Risikoassets sind defensivere Anlagen, darunter US-Staatsanleihen, immer teurer geworden. In diesem Umfeld liegt unser Fokus weiter darauf, unsere Portfolios mit einem disziplinierten Ansatz neu auszurichten. Durch die zuletzt starke Performance unserer Engagements in Investment-Grade-Anleihen der Kernländer und in langfristigen US-Treasuries haben wir genug Liquidität, um unser Engagement in stark verbilligten Aktien anzuheben.

Schrittweise neu investieren

Obwohl es schwierig ist, abzuschätzen, wann die Talsohle beim derzeitigen Ausverkauf von Risikoassets erreicht sein wird, dürfte sich die Lage an den Finanzmärkten wieder normalisieren, sobald das Virus eingedämmt ist. Als langfristig ausgerichtete Anleger erhöhen wir schrittweise unser Engagement in attraktiv bewerteten Positionen.

So haben wir zuletzt selektiv das gesamte Aktienmarktspektrum genutzt, da in den Bewertungen mittlerweile ein beträchtlicher Rückgang des Wirtschafts- und Gewinnwachstums eingepreist ist. Finanziert haben wir unsere neuen Investments durch den Verkauf von Investment-Grade-Anleihen der Kernländer, die aufgrund der höheren Duration zunehmend teuer und risikoreicher geworden sind.

Am US-Markt sind wir weiterhin in Wachstumsaktien übergewichtet. Zugleich haben wir aber die Untergewichtung in Substanztiteln, die besonders stark abverkauft wurden, reduziert. Substanzaktien sind relativ konjunkturabhängig, sodass ihre Bewertungen im Vergleich zu den Bewertungen von Wachstumsaktien zuletzt auf ein extrem niedriges Niveau gesunken sind, sodass sie entsprechend hohe Wertsteigerungspotenziale bieten, sobald die Volatilität nachlässt.
 

F. Welche Marktindikatoren beobachten Sie?

Wir beobachten die Krise vor allem aus der Makro-Perspektive, aber auch ihre Auswirkungen auf die Liquidität und die Risiken für die Kreditwürdigkeit und die Fundamentaldaten der Unternehmen.

Wir beobachten die Krise vor allem aus der Makro-Perspektive, aber auch ihre Auswirkungen auf die Liquidität und die Risiken für die Kreditwürdigkeit und die Fundamentaldaten der Unternehmen. Zwar ist der Ausverkauf am Markt nicht das Ergebnis einer Finanzkrise, doch könnte eine längere Zeit der Unsicherheit den Finanz- und Liquiditätsdruck zusätzlich verstärken. Aufgrund der entschiedenen Reaktionen der großen Zentralbanken glauben wir allerdings, dass diese alles tun werden, um die Belastungen abzufedern.

Zudem beobachten wir genau, welche Maßnahmen die einzelnen Länder weltweit ergreifen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Während die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen in den kommenden Wochen und Monaten abfedern sollten, warten die Anleger vor allem auf Anzeichen dafür, dass die Ausbreitung der Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat. Daher werden Daten, die auf eine Verlangsamung der Neuinfektionen hindeuten, ein wichtiger Katalysator sein, damit sich die Märkte wieder stabilisieren.
 

Frage: Wie haben Sie sich auf den aktuellen Ausverkauf vorbereitet?

Unser Multi-Asset-Ansatz ist naturgemäß auf eine breite Diversifizierung, eine aktive Vermögensverwaltung, einen langfristigen Anlagehorizont und eine genaue Beurteilung der Risiken auf allen Ebenen des Portfolios ausgerichtet.

Diversifizierung: Die Verkaufswelle hat praktisch ausnahmslos alle Risikoassets erfasst. In unseren diversifizierten Multi-Asset-Portfolios konnten die Verluste jedoch durch die Engagements in Kernanleihen abgefedert werden, deren Renditen im Zuge der Flucht der Anleger in Safe-Haven-Assets auf ein Rekordtief gesunken sind. Vor allem unsere strategische Positionierung in langfristigen US-Staatsanleihen als Gegengewicht zu den Risiken des Aktienportfolios hat im aktuellen Umfeld einen erheblichen Beitrag zur Performance geleistet und für Liquidität gesorgt.

Aktives Management: Je mehr sich die Krise ausweitet, desto wichtiger ist es, die Risiken nicht nur auf Ebene der einzelnen Assetklassen, sondern auch auf Ebene der einzelnen Unternehmen zu bewerten. Dabei helfen uns unsere globalen Researchkapazitäten, mit denen wir jedes Investment in unserem Portfolio genau analysieren können.

Ein pauschaler, breit angelegter Ausverkauf eröffnet für uns als aktive Anleger meist auch attraktive Chancen, um bei sehr niedrigen Bewertungen Aktien von erstklassigen Unternehmen zuzukaufen. Die Tatsache, dass wir jetzt teure Kern-Staatsanleihen verkaufen können, verschafft uns Liquidität, um bei stark gefallenen Kursen in erstklassige Unternehmen zu investieren.

Langfristiger Anlagehorizont: Unser taktischer Ansatz bei der Assetallokation ist auf einen Zeithorizont von 6 bis 18 Monaten ausgerichtet. Dabei konzentrieren wir uns auf die relativen Bewertungen. Durch unseren recht langfristigen Horizont können wir im aktuellen Umfeld, in dem Risikoassets massiv abverkauft werden, geduldig und flexibel unsere Investments aufstocken. Wir glauben, dass die Volatilität in dem Maße, in dem die Auswirkungen des Coronavirus wieder nachlassen, wieder sinken wird. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, dass sich die Märkte wieder auf die Fundamentaldaten konzentrieren.

Risikobewusster Ansatz: Wir legen auf jeder Ebene unseres Multi-Asset-Anlageverfahrens einen Schwerpunkt auf das Risikomanagement. Beim Aufbau unserer Portfolios fokussieren wir uns auf das Verhältnis zwischen den Risiko- und Ertragspotenzialen, um sicherzustellen, dass sich das Portfolio in verschiedenen Szenarien robust entwickeln kann. Hierzu nutzen wir unter anderem Diversifizierungspositionen, die nur schwach miteinander korrelieren – und dadurch das Gesamtrisiko des Portfolios mindern.

 

 

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