INVESTMENT INSIGHTS

Globale Asset-Allokation: Einblicke für September

Yoram Lustig , Head of Multi-Asset Solutions, EMEA

Brexit: das Chaos wächst

Wenige Wochen vor dem Stichtag 31. Oktober wollte der britische Premierminister Boris Johnson das Parlament in eine Zwangspause schicken. Um zu verhindern, dass die Opposition im Parlament einen No-Deal-Brexit blockieren kann, der dem Konsum- und Geschäftsklima massiv schaden würde. Mit diesem Schachzug wollte Johnson Druck auf die EU ausüben, fand sich aber stattdessen in einer Kraftprobe mit dem Parlament wieder, das sich beeilte, um den von ihm geplanten No-Deal-Brexit zu verhindern. Ein baldiger ungeregelter EU-Austritt ist zwar deutlich unwahrscheinlicher geworden, allerdings scheint keine der beiden Seiten einen klaren Plan zu haben, wie die wichtigsten Knackpunkte in der Auseinandersetzung mit Brüssel zu lösen sind. In der Zwischenzeit droht dieser Schritt Johnsons durch die erneute Verzögerung für weitere Unsicherheit auf wirtschaftlicher Ebene zu sorgen und macht Neuwahlen in diesem Jahr wahrscheinlich.


Achtung (Handels-) Kluft

Risikoreiche Anlagen haben einen turbulenten August erlebt. Gründe dafür waren erneute Bedenken rund um den Handel, da die USA neue Zölle ankündigten und die chinesischen Behörden nicht nur zuließen, dass der Yuan gegenüber dem US-Dollar abwertete, sondern auch den Kauf von US-Agrarerzeugnissen stoppten. Gegen Monatsende entwickelten sich die Märkte jedoch sehr positiv, da beide Seiten in Sachen Handelspolitik weniger scharfe Töne anschlugen – trotz zusätzlicher Zölle auf gefragte Konsumgüter wie Elektronik und Schuhe, die am 1. September wirksam werden sollten. Eine Wiederaufnahme der Gespräche macht zwar Hoffnung, doch die Kluft, die infolge der gegenseitigen Strafzölle zwischen beiden Seiten entstanden ist, lässt eine umfassende Einigung in noch weitere Ferne rücken. Die Situation im Handel belastet das Wachstum weiterhin und die schwelende Unsicherheit wirkt sich bereits auf Kapital- und Investitionsentscheidungen aus.


Shoppen bis zum Umfallen (der Wirtschaft)

Von der anhaltenden Schwäche im verarbeitenden Gewerbe und vom Konjunkturabschwung scheint der US-Konsum unbeeindruckt, denn die Konsumausgaben (die in den USA mehr als zwei Drittel der wirtschaftlichen Aktivität ausmachen) sind so schnell gestiegen wie zuletzt im Jahr 2014. Die Verbraucher profitieren von der soliden Entwicklung der Löhne, der angespannten Lage am Arbeitsmarkt, den tiefen Zinssätzen und der niedrigen Inflation. Außerdem wälzen die Unternehmen die geltenden Zölle im Großen und Ganzen bislang noch nicht auf die Verbraucher ab. Da die zuletzt angekündigten Zölle, die voraussichtlich im September und Dezember wirksam werden, aber vor allem Konsumgüter treffen werden, wird der Konsum wohl nicht mehr gegen den Handelskrieg immun sein. Wenn die Unternehmen die Auswirkungen der Zölle auf die Verbraucher abwälzen und daraufhin die Nachfrage sinkt, könnte die Rezessionsgefahr drastisch steigen.



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