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Ende des Zyklus oder einfach weiterhin ein CRIC-Zyklus?

David J. Eiswert , Portfolio Manager

Durch die jüngste Schwäche an den Aktienmärkten liegt der Fokus der Anleger auf der Frage, ob das Ende des Zyklus naht und der alternde Bulle den Bären weiter im Zaum halten kann – eine berechtigte Frage angesichts des Stimmungswandels, der aktuell zu beobachten ist. Wir sind der Auffassung, dass sowohl die Konjunktur als auch die Gewinne den „Wachstumszenit“ hinter sich gelassen haben und sich in den nächsten Quartalen von ihren jüngsten Hochständen entfernen werden. Ein solcher Rückgang ist für Anleger zwar natürlich nicht angenehm, angesichts der massiven Impulse in China und unlängst in den USA, die nun allmählich nachlassen, aber praktisch unvermeidbar.
 

Regime-Änderung – schwierig für Anleger

Die Aktienbewertungen sind zwar annehmbar und das Gewinnwachstum dürfte kurzfristig positiv sein, doch diese Verlangsamung auf makroökonomischer Ebene ist insofern bedeutsam, als Anleger gewöhnlich keine Regime-Änderungen mögen. Die Verlangsamung bedeutet eine Regime-Änderung, eine Abkehr von den Stimulierungsmaßnahmen, von denen die Anleger so sehr profitiert haben. Diese passen ihre Erwartungen nun an, was natürlich für Unsicherheit und Volatilität sorgt, aber auch eine neue Chance bietet, missverstandene Aktien zu kaufen.
 

Während die späte Phase dieses Aktienzyklus von einer ungewöhnlichen Ruhe und hohen Erträgen geprägt ist, hat sich unser weltweites wirtschaftliches Rahmenwerk durch die unsichereren, volatileren Zeiten nicht wesentlich verändert. Wir vertreten seit Langem die Auffassung, dass die Zeit, in der wir leben, gekennzeichnet ist von:
 

  • einem schwachen BIP-Wachstum in US-Dollar,
  • überaus hohen Schulden
  • überaus viel Öl und
  • einer niedrigen Inflation infolge Technologie und Automation
     

Dieses Rahmenwerk hat sehr weitreichende Folgen, die sowohl die Politik als auch die Konjunktur und die Ertragskraft der Unternehmen betreffen. Wir umschreiben dieses Umfeld mit „deflatorischer Fortschritt“, und seine strukturellen Grundlagen sind solide und dauerhaft.
 

Nicht vergessen werden sollte aber, dass eine Welt, in der Wachstum und Inflation relativ schwach sind, nicht bedeutet, dass es keine positiven Veränderungen, Fortschritte oder Möglichkeiten gibt. Dies impliziert allenfalls, dass die Aktienerträge sehr stark variieren und Portfolios aktiv positioniert werden müssen, um auf der richtigen Seite des Wandels zu stehen, wenn dieser sich vollzieht.
 

Aus deflatorischem Fortschritt ergeben sich aber durchaus Herausforderungen, etwa der Populismus, der aus schwachem Lohnwachstum resultiert, sowie ganz andere Marktmuster als in vorherigen Zyklen. Ein vorausschauender Ansatz ist in so einer Welt des langfristigen Wandels immens wichtig.

Abbildung 1: Was bedeutet deflatorischer Fortschritt für die Anleger?

 

 

Quelle: T. Rowe Price.
 

Tempowechsel

Innerhalb dieses wirtschaftlichen Rahmens gehen wir in unserem Ausblick davon aus, dass wir weiter in einem CRIC-Zyklus bleiben werden. So ein Zyklus ist dadurch gekennzeichnet, das sich Krisen, die Reaktion darauf, eine Verbesserung der Lage und Selbstgefälligkeit abwechseln. Die Welt bewegt sich aktuell aus der Phase der von den Stimulierungsmaßnahmen getragenen Selbstgefälligkeit in die Krisen- und Reaktionsphase.
 

In unserem Ausblick legen wir den Fokus auf drei Reaktionen der Politik, die die Richtung und Stärke des Wachstums in den Jahren 2019 und 2020 bestimmen werden. Diese sind:
 

  • Chinas Maßnahmen zur Stimulierung der Binnenkonjunktur,
  • die Reduzierung des Zinserhöhungstempos durch die US-Notenbank, insbesondere wenn die Ölpreise, wie wir erwarten, weiter nachgeben, und
  • die Beilegung des Handelsstreits zwischen den USA und China.
     
Wir sind überzeugt, dass die Politik über genügend Instrumente verfügt, um die Weltwirtschaft wieder in die „neue Normalität“(mit wenig Wachstum, niedrigen Erträgen) zurückzuführen, obgleich das höchst ungewöhnliche politische Umfeld die Komplexität der Situation, die dieser Einschätzung zugrunde liegt, gewiss verstärkt. Unser Basisszenario geht aber weiterhin davon aus, dass die Politiker die schlimmsten Szenarios einer wirtschaftlichen Selbstschädigung vermeiden werden, wenn sich die Rhetorik letztendlich wieder der Realität annähert und die Politik bestimmt.
 

Unser Ansatz

Welche Konsequenzen hat dies nun für die Verwaltung unserer Global Focused Growth Equity Strategy?

  • Die Selbstgefälligkeit hat bereits im Jahresverlauf 2018 den Hochstand erreicht und die Volatilität wird an den Aktienmärkten ein wesentlicher Faktor bleiben, wenn wir die nächste Phase des Zyklus durchschreiten.
  • Fürchten Sie diese nächste Phase des Zyklus nicht, sondern intensivieren Sie die Suche nach hochwertigen Unternehmen, bei denen Sie sich eine Verbesserung der Fundamentaldaten in den nächsten zwölf bis 24 Monaten vorstellen können.
  • Wir sind weiterhin der Ansicht, dass ein breit angelegter Ausbruch der Inflation nach oben unwahrscheinlich ist und die Inflation in den nächsten sechs bis neun Monaten ihren Hochstand erreicht. (Technologie, Demografie und Globalisierung haben die Inflation in den vergangenen zehn Jahren gedämpft.)
  • Suchen Sie nach Unternehmen, die Nutznießer der nachgebenden Wachstums- und Inflationserwartungen sind, und stützten Sie sich dabei auf titelspezifische Erkenntnisse über positive Veränderungen.
 

Zum Thema Risikomanagement:
 

  • Meiden Sie Unternehmen, die in Schwierigkeiten sind, auch wenn die Bewertungen „angemessen“ anmuten, denn durchschnittliche / angemessene oder gar unterdurchschnittliche Bewertungen schützen das Kapital in schweren Zeiten nicht. Extreme Bewertungen haben allerdings beträchtlichen Einfluss auf die zukünftigen Erträge.
  • Tragen Sie der Zunahme der populistischen Politik und Rhetorik Rechnung, deren Folgen naturgemäß ungewiss sind, die aber für die Stimmung auf Einzeltitelebene oder am Gesamtmarkt bedeutsam sind.
  • Folgen Sie weiter unserer Philosophie, die die Suche nach höheren fundamentalen Erträgen auf Aktienebene beinhaltet, auch um unserem Portfolio Schutz vor einer Verlangsamung zu bieten. Wir sind fest davon überzeugt, dass aktienspezifische Erkenntnisse defensiv sein können.
  • Ein fokussiertes Portfolio ist wichtig in volatilen Zeiten, doch ebenso wichtig ist es, eine etwaige Konzentration von Risikofaktoren zu steuern. Strikte Disziplin beim Portfolioaufbau bleibt entscheidend


Auf dieser Grundlage haben wir unsere bevorzugten Aktienpositionen trotz der Volatilität beibehalten, in der Berichtssaison einzelne Positionen bei Kursstärke reduziert und sichergestellt, dass wir nach potenziellen Portfoliorisiken sehr aufmerksam Ausschau halten.
 

Das Wirtschaftswachstum lässt zwar nach, doch das Umfeld ist weiterhin von Veränderungen, Fortschritt und Möglichkeiten gekennzeichnet. Vor allem aber handelt es sich immer noch um ein Umfeld, mit dem wir als Stock-Picker bei der Suche nach Verbesserungen auf fundamentaler Ebene, wo immer diese bestehen mögen, gut arbeiten können.
 

Wichtigste Risiken – Folgende Risiken sind für die hierin dargestellte Strategie von wesentlicher Bedeutung:
 

Transaktionen mit Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten, können Wechselkursschwankungen ausgesetzt sein, die sich auf den Wert einer Anlage auswirken können. Die Strategie unterliegt der für Anlagen in Aktien typischen Volatilität und ihr Wert kann stärker schwanken als bei einem Fonds, der in ertragsorientierten Wertpapieren anlegt. Das Portfolio kann Anlagen in Wertpapieren von Unternehmen umfassen, die an Börsen von Entwicklungsländern notiert werden.
 

201811-678966

 

Wichtige Informationen

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zugehörige Fonds
SICAV
Anteilsklasse I USD
ISIN LU0143563046
Hochselektiver globaler Aktienfonds, der gezielt auf Unternehmen setzt, die auf der „richtigen Seite des Wandels“ stehen. Gehalten werden typischerweise 60-80 Wachstumswerte, die unsere überzeugendsten Ideen repräsentieren. Oft haben diese Titel, die wir nach fundamentalen Kriterien auswählen, einen Bezug zu technologischer Innovation und säkularer Disruption.
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3 Jahres-Rendite
(Annualisiert)
16,37%
Fondsvolumen
(USD)
$1,8Mrd.
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