T. Rowe Price European Smaller Companies Equity Fund

10 Februar 2015
Justin Thomson , Portfolio Manager, European Smaller Companies Strategy

PRESENTER: Justin Thomson ist Manager des T. Rowe Price European Smaller Companies Equity Fund und mein heutiger Gast. Herr Thomson, wie sehen die Bewertungen im Sektor aus?

JUSTIN THOMSON:  In Anbetracht der derzeit äußerst niedrigen Zinssätze in Europa ergibt sich ein positives Gesamtbild. Die Gewinnrendite beläuft sich auf 5,5 %. Eine Unternehmensanleihe mit BBB-Rating erzielt 4,5 %, im Vergleich dazu nehmen sich die Bewertungen also gut aus. Wenn ich diese Gewinnrendite umdrehe und davon ausgehe, dass das Vielfache des Gesamtsektors 18 beträgt – der Durchschnittswert über 25 Jahre ist 14 –, und mir dann die künftigen Gewinne auf ein Jahr ansehe, erscheinen die Bewertungen ein wenig teuer. Europa hatte allerdings zuletzt wenig Glück; die schwachen Gewinne schlagen sich auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Unternehmen nieder. Wenn ich eine konjunkturbedingte Bereinigung vornehme und das Ergebnis dann als ein Kurs-Buchwert-Verhältnis bezeichne, entspricht es einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,2, was sich mit dem Durchschnitt über 25 Jahre deckt. In diesem Fall nehmen sich die Bewertungen im Allgemeinen positiv aus

 

PRESENTER:  Und wie sieht das gegenüber europäischen Large Caps aus?

 

JUSTIN THOMSON:  Europäische Large Caps sind günstiger als Small Caps. Da müssen Sie berücksichtigen, dass Europa von einer Reihe von Mega Caps dominiert wird, wie z. B. integrierte Ölkonzerne oder Bankenriesen. Banken müssen sich strukturellen Problemen stellen, große Ölkonzerne haben mit zyklischen Schwierigkeiten zu kämpfen – das zieht den gesamten Large-Cap-Sektor nach unten. Preislich liegen die Bewertungen nach wie vor geringfügig über den Large Caps. Hätten wir dieses Gespräch im Jahr 2013 geführt, in dem Small Caps große Erfolge verzeichnen konnten, wären sie sehr viel höher ausgefallen. 2014 entwickelten sie sich nicht so stark wie Large Caps und erweckten einen etwas günstigeren Eindruck.

 

PRESENTER:Wie bewerten Sie die Liquidität bei Small Caps?

 

JUSTIN THOMSON:Liquidität ist keine gleichbleibende Konstante, wir sprechen hier von einem zyklischen Sektor, und das gilt auch für die Nachfrage. Bedenken Sie bitte, wie wir unsere Strategie verwalten: (a) Wir sind diversifiziert aufgestellt und (b) langfristig ausgerichtet. Die langfristige Ausrichtung hat ihren Grund: Wer kleine Unternehmen erfolgreich leiten möchte, muss langfristig denken, und außerdem müssen wir Transaktionskosten niedrig halten. Das erreichen wir, indem wir möglichst wenig Transaktionen durchführen und unseren Zeithorizont ausweiten.

 

PRESENTER: Und inwieweit wirkt sich dieser potenzielle Liquiditätsmangel darauf aus, wie Sie ein Portfolio zusammenstellen?

 

JUSTIN THOMSON:Eine gute Frage … bei der Strategie, über die wir sprechen, also über unseren European Smaller Companies Fund, handelt es sich in der Regel um einen diversifizierten Fonds. Derzeit sind darin 91 Aktien vertreten, was als ziemlich breit gefächert gilt. Das wäre Punkt eins. Punkt zwei: Wenn wir unsere Kunden auf lange Sicht in einer liquiditätsarmen Anlageklasse zufriedenstellen möchten, müssen wir unsere Transaktionskosten verringern, weshalb wir eine langfristige Strategie verfolgen, bei der die Anzahl der Transaktionen auf ein Minimum beschränkt wird. So begrenzen wir unsere Handelskosten auf ein Minimum – ein entscheidender Aspekt, der nicht vernachlässigt werden darf.

 

PRESENTER: Was ist die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie?

 

JUSTIN THOMSON: Mindestens drei Jahre sollten es schon sein; manchmal halten wir Aktien mehr als zehn Jahre lang. Welche Zeitspanne ist optimal für eine Aktie mit vielversprechendem Wachstumspotenzial? So eine Aktie sollte man so lange behalten, wie es nur geht.

 

PRESENTER: Wo machen Sie aktuell die besten Anlagemöglichkeiten aus?

 

JUSTIN THOMSON:Wie bei jeder Strategie bestehen zahlreiche, höchst unterschiedliche Chancen. Da wir uns um ein Portfolio bemühen, das in unterschiedlichen Marktzyklen sich gut entwickelt, achten wir bei der Zusammenstellung darauf, Risiken abzufedern, indem wir uns für verschiedene Arten von Unternehmen entscheiden. Wir wählen also Firmen aus, die noch relativ neu sind, und ergänzen diese durch etabliertere Unternehmen und solche, die eine Umstrukturierung durchlaufen haben. Diese Beschreibung trifft unseren Anlagestil recht gut. Ich gebe Ihnen für jede ein Beispiel.

 

Beginnen wir mit Aktien eines Unternehmens, das es noch nicht lange gibt. Es handelt sich um eine Softwarefirma. Die Rede ist von WANdisco (Wide Area Network Distributed Computing). Diese Firma hat eine Software zur Bewältigung von Big Data entwickelt. Das Datenvolumen, das von Unternehmen gehandhabt wird, wächst mit einer Rate von 60 %, doch Budgets werden unserer Meinung nach lediglich um 5 % erhöht – wie Sie sehen können, müssen einige ernsthafte Überlegungen angestellt werden. Die Technologie von WANdisco ist nicht ausgereift. Sie steckt noch in den Kinderschuhen, ihre Effektivität ist bisher nicht nachgewiesen, sie ist auch noch nicht profitabel. Aber wir glauben an den Erfolg der Technologie dieser Firma und sind davon überzeugt, dass es sich hier um einen zehnjährigen Mega-Trend handelt. Das war Beispiel Nummer eins.

 

Beispiel Nummer zwei ist ein alteingesessenes Unternehmen. Tatsächlich besteht die Firma, die ich meine, bereits seit über 150 Jahren. Ich beziehe mich auf einen Schweizer Handelskonzern, der in Fernost tätig ist. Sein Geschäftskonzept besteht in der Erbringung von Dienstleistungen für Firmen, hauptsächlich multinationale Unternehmen, die in den ostasiatischen Schwellenmärkten Fuß fassen möchten. Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören Hilfe beim Aufbau der Geschäfte, bei der Vermarktung sowie der Zuteilung von Geldmitteln und dem Eintreiben von Forderungen. An der Börse ist der Handelskonzern unter dem Namen DKSH gelistet. Mit solchen Aktien profitieren Sie von der großen Verbrauchergruppe in Schwellenländern und können mit ungefähr 10 % Umsatzwachstum rechnen – und zwar innerhalb des Regelwerks einer Schweizer Unternehmensführung und mit Schweizer Dividendenzahlungen.

 

Zu guter Letzt hätten wir ein umstrukturiertes Unternehmen, und dafür schwebt mir die in Großbritannien notierte regionale Fluggesellschaft Flybe als Musterbeispiel vor. Flybe hat seit vielen Jahren mit betrieblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Vor Kurzem wurde die Unternehmensleitung komplett ausgetauscht. Mithilfe unserer Mittel gelang es der Fluggesellschaft, ihre Bilanz zu sanieren. Die Art und Weise, wie sie geführt wird, wurde von Grund auf geändert. Der Fluggesellschaft gelang es, die Rendite zu erhöhen. Sie hat das Streckennetzwerk verbessert. Und dank fallender Ölpreise und der anziehenden Konjunktur im Vereinigten Königreich stellt sie meines Erachtens eine äußerst attraktive Anlagemöglichkeit dar.

 

PRESENTER:Wieso sollten europäische Small Caps in in keinem Anlageportfolio fehlen?

 

JUSTIN THOMSON:Wegen der vielen Vorteile, die eine Diversifizierung und die Streuung von Renditen für diese umfangreiche, äußerst breit gefächerte Anlageklasse mit sich bringen. Bei mehr als 2.500 Aktien lässt sich jedes Jahr eine beträchtliche Renditestreuung erzielen. Ein guter Fondsmanager weiß, wie wichtig es ist, sich diese Streuungen zunutze zu machen. Nicht zuletzt sollten Small Caps auch einfach wegen der enormen Chancenbandbreite, die sie bieten, Teil eines jeden Portfolios sein; einige davon habe ich ja gerade erwähnt.

 

PRESENTER:  Was wäre Ihre Kernbotschaft für Anleger, die mit dem Gedanken spielen, in diesen Fonds zu investieren?

 

JUSTIN THOMSON:  Es handelt sich um eine dynamische Anlageklasse mit mehreren vielversprechenden langfristigen Wachstumsmöglichkeiten. Denken Sie strategisch statt taktisch und halten Sie den Fonds über einen langen Zeitraum.

 

PRESENTER:  Herr Thomson, ich bedanke mich für das Gespräch.

 

JUSTIN THOMSON:  Ich danke Ihnen.

 

2015-GL-1417

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